Stollenmundloch von Grube EDUARD III in Velbert

zugemauertes Stollenmundloch der Grube EDUARD III
zugemauertes Stollenmundloch der Grube EDUARD III

von Ernst Käbisch

Schon habe ich einiges der Bergbaurelikte vom uralten Erzbergbau in Velbert entdeckt. Aber das gut im Wald versteckte Stollenmundloch der Grube EDUARD III wurde von mir bisher immer übersehen. Obwohl ich war doch schon mehrmals im Velberter Teil vom Hespertal. Dafür ist mal ein Nachmittag mit „Tunnelblick“ nötig. So finde ich auch dieses wunderbare Überbleibsel einer längst vergangenen und vergessenen Zeit. Denn eine Beschreibung, wo EDUARD III zu finden ist, habe ich ja längst bekommen.

Wieder einmal passt es mir ja eigentlich nicht recht. So wie neulich am Wochenende. Denn da musste ich den Termin mit dem Mann aus Velbert wieder absagen. Denn ich hatte doch noch die Arbeitsschicht am Nachmittag. Aber ich will dieses Stollenmundloch unbedingt sehen. Und so fahre ich am nächsten Samstagnachmittag mit dem Bus nach Velbert. Obwohl ich doch derzeit auf Dauereinsatz im Krankenhaus bin. Und 2 Wochen lang habe ich keinen freien Tag.

Auch im Velberter Teil vom Hespertal sind noch Bergbaurelikte zu finden.
Auch im Velberter Teil vom Hespertal sind noch Bergbaurelikte zu finden.

Das findet man nicht „auf Gut Glück“, mailte mir der Mann aus Velbert. Er will mir Relikte der Grube GLÜCKAUF 2/3 und von EDUARD III im Hespertal in Velbert im Rahmen einer Führung zeigen. Und er hat mir 3 spannende Motive als Foto mitgemailt. Mehrmals war ich schon dort am Zechenweg. Aber weder das tolle Stollenmundloch noch die Schachtabdeckung habe ich gefunden. Und mir war auch keine Halde aufgefallen. So will ich das freundliche Angebot ja gerne annehmen.

Das Stollenmundloch von Grube EDUARD III ist ein Highlight

Denn besonders das Stollenmundloch mit den deutlich lesbaren Worten GLÜCKAUF und EDUARD III und vermutlich der Jahreszahl 1830 ist ja ein Highlight. Schon habe ich einige kuriose und stark beeindruckende Relikte vom uralten Velberter Erzbergbau selber nach intensiven Recherchen und Suchen gefunden.

Aber ein deutlich sichtbarer Beweis für den Altbergbau auch hier im niederbergischen Land war im Grunde doch nicht dabei. Denn beim Mundloch vom Clemensstollen in Velbert-Neviges ist das Bergbaulogo herausgeschlagen worden. Und die Schleppbahnbrücke im Langenhorster Wald kann alles mögliche sein. Dann ist der mittlere Gebäudeteil des Klosters an der Bleibergquelle alt. Aber ist es auch wirklich Bergbaurelikt der ehemaligen Grube PRINZ WILHELM ? Und die erhaltenen 2 Gebäude der Grube EISENBERG sind zwar auf alten Bildern eindeutig als Zechengebäude identifizierbar.

So für sich können das aber ganz gewöhnliche Wohnhäuser sein. Und auch das Verwaltungsgebäude der Grube FERDINANDE in Velbert-Flandersbach wirkt unscheinbar. Und die eigenartige Halde der Grube JOSEFINE mitten auf einem bestellten Acker in Velbert-Rützkausen kann auch alles mögliche sein. Aber ist es ausgerechnet eine Halde einer uralten und längst stillgelegten Erzgrube?

Grube GLÜCKAUF und Grube EDUARD III am Zechenweg

Schon sind das kuriose Relikte. Und es ist bei allen so, dass es beweisbar ist, dass es Bergbaurelikte sind. Aber es gibt keine Infotafeln. Außerdem wissen die allermeisten Menschen davon nichts. Und dass im Velberter Teil vom Hespertal die Grube GLÜCKAUF und auch die Grube EDUARD III waren, weiss auch fast niemand. Das beweist im Grunde nur der Straßenname Zechenweg.

Der Hesperbach in Velbert
Der Hesperbach in Velbert

Aber dann finde ich mit Tunnelblick das von allen eindrucksvollste Bergbaurelikt in Velbert sofort. Denn ich habe ja eine ganz genaue Beschreibung, wo EDUARD III sich befindet. Der Bergmann und Buchautor Ulrich Lütsch (Der Velberter Bergbau und das Bergrevier Werden) hatte sie mir schon vor einiger Zeit gegeben. Denn er interessierte sich für einen von mir fotografierten Bachzulauf der Hesper in Velbert. 50-100 Meter bachabwärts wäre das von EDUARD III entfernt. Dazu hatte er mir sogar eine Karte gezeichnet.

Die Suche nach Grube EDUARD III ist erfolgreich

Plötzlich ist da das gesuchte Objekt.
Plötzlich ist da das gesuchte Objekt.

Zwar finde ich diesen Bachzulauf nicht wieder. Aber inzwischen kann ich mich ganz gut in diesem Teil von Velbert unweit der Stadtgrenze zu Essen orientieren. So weiß ich genau, wo ich zu suchen habe. Trotzdem ist meine Überraschung groß. Denn das Motiv, was der Bergbaufreund aus Velbert mir zumailte und was ich großartig finde, ist plötzlich am Felsen vor mir.

Denn man muss sich nur einmal vorstellen, dass dieses zugemauerte Stollenmundloch mit den deutlich lesbaren und in Stein gemeißelten Worten GLÜCK AUF und EDUARD III und vermutlich der Jahreszahl 1830 unter dem etwas beschädigten Bergbaulogo fast 200 Jahre alt ist. Und es ist endlich mal ein sichtbarer Beweis für mich, dass es all diese Erzbergwerke in Velbert tatsächlich gab.

Text / Fotos: Ernst Käbisch

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