Syburger Bergbauweg in Dortmund

Oberhalb des Syburger Bergbauwegs ist das Kaiser-Wilhelm-Denkmal
Oberhalb des Syburger Bergbauwegs ist das Kaiser-Wilhelm-Denkmal

von Ernst Käbisch

Ganz im Süden von Dortmund, der größten Stadt des Ruhrgebiets, ist der Syberg mit der Hohensyburg. Unterhalb des Kaiser-Wilhelm-Denkmals auf dem Gipfel des Sybergs verläuft in Waldgebiet der Syburger Bergbauweg. Von dem Denkmal mit den patinagrünen Figuren des reitenden Kaisers und eines Pickelhaube tragenden Soldaten als weithin sichtbare Landmarke bietet sich ein großartiger Panoramablick über das Ruhrtal mit dem Hengsteysee und der Stadt Hagen und weit ins Sauerland hinein.

Der Panoramablick vom Gipfel des Sybergs in Dortmund-Syburg mit dem Syburger Bergbauweg ist atemberaubend. Eigentlich bin ich doch gerade mal eben aus dem eher ärmlich wirkenden Teil vom ehemaligen Stahlarbeiterviertel Dortmund-Hörde herausgefahren. So gibt es zwar in Hörde inzwischen den chicen Phönixsee anstelle der Phönixhütte, aber große Teile dieses Bezirks wirken wie vom Strukturwandel abgehängt. Und nun geht von hier oberhalb der Hohensyburg der Blick weit über das grüne Ruhrtal mit der Großstadt Hagen bis tief ins Sauerland hinein.

Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal und der Syburger Bergbauweg

Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal ist mit den patinagrünen Figuren von dem reitenden Kaiser Wilhelm und einem Soldaten mit Pickelhaube als Landmarke wie das Tipfelchen auf dem I.

Letzlich ist aber ist dieses Denkmal hier oben gar nicht mein konkretes Ausflugsziel. Bisher hatte ich heute schon eine lange Anfahrt mit mehrmals Umsteigen in Essen, Dortmund und Dortmund-Hörde unweit des Phönixsees am ziemlich heruntergekommen wirkenden Hörder Regionalbahnhof. Endlich dann heißt eine Busstation „Ruhrhöhenweg“. Und hier sieht die Landschaft dann auch schon ähnlich aus wie in Ratingen-Breitscheid. Dort führt an einer Stelle auch ein Teil dieses sauerländischen Gebirgswanderwegs „von der Ruhrquelle in Winterberg bis zur Ruhrmündung in Duisburg-Ruhrort“ entlang.

Syburg heißt jetzt dieser Ortsteil von Dortmund. Und wie in Breitscheid ist hier viel Wald in einer zerklüfteten Felsenlandschaft. Von der Busendhaltestelle muss ich nur noch ein Stück den Syberg vorbei an Ausflugslokalen und vorbei am Spielcasino bergauf gehen. So erreiche ich das Kaiser-Wilhelm-Denkmal.

Bergbaurelikte auf dem Syburger Bergbauweg

Und nördlich von dem Denkmal und das heißt wieder ein ganzes Stück bergab ist dann in Waldgebiet der „Syburger Bergbauweg“. So heißt dieser sehr interessante Weg mit vorbildlich rekonstruierten Bergbaurelikten des frühen Bergbaus an der Ruhr schlicht. Endlich entdecke ich fast wieder unten im Tal das erste Stollenmundloch.

Es ist eins von 6 Stollenmundlöchern, die es auf diesem Bergbauweg zu entdecken gibt. Das weiss ich aus Informationen aus dem Internet. Außerdem finde ich immerhin noch zwei weitere gut gepflegte und durch Gitter geschützte, weit in den Stollen einsehbare Stollenmundlöcher. Eins der Stollenmundlöcher ist von einer Zeche Schleifmühle, die beiden anderen sind von der Zeche Graf Wittekind. Ein weiteres Bergbaurelikt nämlich eine eindeutige, immerhin 3-4 Meter tiefe und schon nicht ungefährlich aussehende Schachtpinge von der Zeche Graf Wittekind endecke ich.

Oben finde ich keine Stollenmundlöcher mehr

Die anderen 3 Stollenmundlöcher finde ich nicht. Und da mich der Weg jetzt auch schon wieder ein Stück bergauf geführt hat, ist das auch nicht mehr zu erwarten. Logischerweise wurden Stollen ja eher im Tal angelegt. Auch hier oben komme ich aber noch an einer weiteren ausgeschilderten Station des Bergbauwegs vorbei. Das ist ein Steinbruch. Hier sieht es ganz genau so aus wie vielerorts an den Ufern am Essener Baldeneysee. Ein wildzerklüfteter Felsen macht deutlich, wie die Erde hier einst in Bewegung war und gefaltet wurde.

Weitere solche Orte gibt es im Muttental in Witten und in Bochum und in Hattingen und in Sprockhövel. Auch dort sieht die Landschaft so aus wie hier.  Und auch dort sind die Flöze so oberflächennah und waren durch Stollen leicht ausbeutbar. Aber gleichzeitig verläuft an diesen Orten auch genau die Grenze der jahrhundertelang in den Ruhrkohlezechen ausgebeuteten Karbonschicht. Ein Stück weiter südlich von hier in Hagen waren z.B. keine oder kaum Steinkohlezechen tätig und der Ruhrhöhenweg, der genau hier entlang führt, verläuft an vielen Stellen wie eben auch bei seinem Verlauf in Ratingen-Breitscheid und in Mülheim-Mintard völlig im Flözleeren.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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