Trimm-Dich-Strecke nach Düsseldorf-Knittkuhl

Eine Radfahrt nach Düsseldorf-Knittkuhl bedeutet immer eine Trimm-Dich-Tour die steile Knittkuhler Straße von Ratingen aus hoch. Oben wird man dann durch eine spektakuläre Aussicht bis weit ins Ruhrgebiet hinein belohnt. Und als Extra gibt es noch eine gemütliche Abfahrt auf dem Fahrrad durch den Düsseldorfer Stadtwald.

So sehr mir all diese Radtouren ins nahe Ruhrgebiet gefallen z.B. zur Sechs-Seen-Platte in Duisburg oder zum Waldsee Entenfang in Mülheim an der Ruhr, so ist meine favorisierte Trimm-Dich-Strecke doch nachwievor die Radfahrt den Knittkuhler Berg hoch. Das ist für meinen Geschmack genau die richtige Mischung aus Quälerei an einem wirklich steilen Berg hoch und dann dem Genuss einer beschaulichen Landschaft am Segelflughafen in Düsseldorf-Knittkuhl. Als Belohnung gibt es dann immer noch eine gemütliche Talfahrt im Aaper Wald wahlweise direkt nach Ratingen oder nach Düsseldorf-Grafenberg, wo die Trabrennbahn ist oder nach Düsseldorf-Oberrath.

Bergwertung in der Nähe der Knittkuhler Straße

In der Nähe der Knittkuhler Straße habe ich einmal gewohnt; da bin ich fast täglich diesen Berg hochgeradelt. Meistens habe ich es ohne abzusteigen geschafft, obwohl ich gerne mal auf halber Strecke die Bergauffahrt unterbreche, um die Aussicht über Wiesen und Felder nach Ratingen und sogar weiter nach Duisburg zu geniessen. Es kommt auf die Witterung an, wie gut man sehen kann. Den besten Panoramablick hat man natürlich ganz oben vom Grütersaaper Hof, dem sogenannten Kinderbauernhof. Überraschend ist es heute bei dichter Bewölkung eine bessere Aussicht als manchmal an Tagen mit wolkenlos blauem Himmel. Die gesamte Industrieskyline von Duisburg ist hinter den markanten Himmelhäusern in Ratingen-West am Horizont deutlich zu erkennen. Schemenhaft sehe ich sogar die Steinkohlehalden Rheinpreußen, Pattberg, Norddeutschland am Niederrhein in Moers und Neukirchen-Vluyn. Davor liegen auf den nach kräftigem Regen saftigen Wiesen des Bauernhofs faul Ziegen und Lämmer herum.

Das ehemalige Militärgelände in Düsseldorf-Knittkuhl und der ISS-Dome und die einst besetzten Häuser in der Theodorstraße

Über ein ehemaliges Militärgelände, wo jetzt ein nicht mehr oft genutzter Segelflughafen ist, fahre ich dann in den Düsseldorfer Stadtwald, den Aaper Wald hinein. Es geht hier steil bergab durch dichten Wald. Ich entscheide mich diesmal für den Weg nach Oberrath, wo ich an der gleichnamigen Straßenbahnhaltestelle auskomme. An der Reichswaldallee fahre ich dann links in die Liliencronstraße, die an der Theodorstraße auskommt. Hier sind die etwas anachronistisch wirkenden ehemals besetzten 3- und 4stöckigen Altbauten, die nachwievor zumeist von ihren einstigen „Rettern“ vor dem Abriss bewohnt werden. Einmal war ich hier auf einem Sommerfest gewesen.

Es ist eigenartig zu sehen, wie die einstigen Hausbesetzer älter geworden sind, aber genau die gleichen Äusserlichkeiten pflegen wie vor 30 Jahren. Die ca. 30 Altbauten sind hübsch getüncht und wirken angenehm in einer völlig gegensätzlichen Umgebung. Ein Stück weiter die Theodorstraße hinauf ist der hypermoderne ISS-Dome, wo die DEG ihre Heimspiele austrägt, drumherum ist ein Gewerbegebiet und unweit von hier ist bereits auf Ratinger Stadtgebiet die neue Justizvollzugsanstalt.

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ehemaliges Militärgelände Foto anklicken
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Die dichte Bewölkung reisst auf Foto anklicken
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Hier geht es in den Stadtwald Foto anklicken
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Hausfassade in Düsseldorf-Rath Foto anklicken
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Altbauten in der Theodorstraße Foto anklicken
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Die Häuser von vorne Foto anklicken
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Kontraste: ISS-Dome und bemaltes Haus Foto anklicken
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Multikulti Foto anklicken
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Der Lindwurm in Ratingen-West ist die größte zusammenhängende Wohnanlage Europas Foto anklicken
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(eh.) Bahnhof Ratingen-West an der Strecke Düsseldorf-Duisburg Foto anklicken

Text/Fotos: Ernst Käbisch

1 KOMMENTAR

  1. Hi Ernst,
    ich wußte gar nicht, dass Du so ein „Hoch“leistungssportler bist 🙂
    Und die Aussicht ist bei schönem Wetter deshalb meist schlechter, da die Sonne Wasser verdunstet und dadurch die Fernsicht einschränkt.

    Grüße in den Pott,
    Moro

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