Tunnelportal der Hespertalbahn bei Gut Oberhesper

Wie ein Stollenmundloch ist das Tunnelportal der Hespertalbahn verschlossen.
Wie ein Stollenmundloch ist das Tunnelportal der Hespertalbahn verschlossen.

von Ernst Käbisch

Schon hätte ich die Suche beinahe aufgegeben. Denn ich war an Gut Oberhesper bereits in Essen schon weit vorbeigegangen. Und als ich dann zurück und um den Hof herum gehe, finde ich die Preutenborbeckstraße nicht, die von der Straße Hespertal abgehen soll. Immerhin führt dann ein Wanderweg an einen Bachlauf heran. Und das wird der hier in den Hesperbach mündende Rosentalbach sein. So sieht es auf den Maps ja auch aus. Denn plötzlich sehe ich am Berg direkt vor mir das gesuchte Tunnelportal der Hespertalbahn.

wunderbare Landschaft im Hespertal
wunderbare Landschaft im Hespertal

Nach 9 Tagen Arbeiten am Stück geniesse ich es, mich relativ ziellos einfach in den Bus nach Velbert zum ZOB zu setzen. Also die Hespertalbahn war ja nun wirklich eine sehr interessante Industriebahn. Und ihre Geschichte, bei der die jetzige Museumsbahn des Hespertalbahnmuseums ihren Höhepunkt als Kohle der Zeche Pörtingsiepen fahrende Pörtingssiepenbahn hatte, beginnt hier in Velbert bzw. in Heiligenhaus.

So habe ich ja doch ein Ziel und sogar ein spannendes. Denn auf der Webseite ruhrkohlenrevier.de habe ich gesehen, dass es von der Hespertalbahn doch noch Relikte im oberen (südlichen) Teil vom Hespertal geben soll. So eine Haspelstrecke finde ich zwar erstmal eher wenig aussagekräftig ebenso wie Bodenwellen, wo man die Bahntrasse noch erkennen kann. Aber so ein Tunnelportal ist ja richtig interessant.

Das Tunnelportal der Hespertalbahn ist schon in Essen

Bergschädengebiet; also bin ich nicht mehr in Velbert, sondern in Essen
Bergschädengebiet; also bin ich nicht mehr in Velbert, sondern in Essen

Und ich kann da zu Fuß hingehen, denn einmal war ich bei Gut Oberhesper schon vorbeigegangen, wo ich von Velbert aus durch das ganze Hespertal bis nach Essen-Kupferdreh zu Fuß gegangen war. Aber mal wieder habe ich von Googlemaps die Entfernungen etwas unterschätzt. Denn schon der Weg durch den Zechenweg an der Erzgrube GLÜCKAUF im Velberter Teil vom Hespertal vorbei zieht sich. Und dann ist auch diese Straße Hespertal sehr lang und ohne den Randstreifen für Fußgänger und Radfahrer nicht ungefährlich zu begehen.

Schon muss ich jedenfalls Blickkontakt zu den entgegenkommenden Autofahrern suchen. Dann merke ich es an 2 Verkehrsschildern am Straßenrand, die vor Bergschäden warnen, dass ich aus Velbert heraus bin. Schon gab es sogar am Stadtrand von Velbert die Steinkohlezeche Klein Umstand und sogar die Zeche Rudolf gehörte einmal zu Velberter Stadtgebiet. Aber ich befinde mich nun in Essen. Und das wird entweder im Bezirk Heidhausen oder in Fischlaken sein.

Letzlich finde ich das Tunnelportal der Hespertalbahn noch

Dann entdecke ich das Tunnelportal doch noch.
Dann entdecke ich das Tunnelportal doch noch.

Denn eigentlich gilt auch bei den Städten Velbert und Essen wie bei Ratingen oder Heiligenhaus und Essen, dass die jeweilige Stadtgrenze auch die Grenze zum Flözfreien bzw. zu den Flözen der Karbonschicht ist. Rechts von der Straße Hespertal verläuft parallel eine Ludscheidstraße. Und die ist benannt nach der ehemaligen Steinkohlezeche Ludscheid. Schon möglich ist, dass die Bergschäden hier im Hespertal also von dieser Zeche sind.

Dann finde ich mit ein bisschen Suchen doch noch das Tunnelportal der Hespertalbahn. Vorhin schon hatte ich an einer Weide Begrenzungspfähle aus alten Bahnschwellkörpern gesehen. Denn genau hier führte die Hespertalbahn entlang und hier muss ein Abzweig gewesen sein mit einem Tunnel, wo die Bahn ein Stück durch den Berg fuhr. Und das Tunnelportal ist nur so etwas altes gemauertes, was einem Stollenmundloch nicht unähnlich aussieht. Eine Öffnung gibt es auch. Aber beim besten Willen kann ich da innen drin ohne Taschenlampe Nichts erkennen.

Text / Fotos: Ernst Käbisch

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