Vermutlich ein Bergschaden in Ratingen-Hösel

Der (vermutliche) Bergschaden sieht aus wie ein Fuchsloch
Der (vermutliche) Bergschaden sieht aus wie ein Fuchsloch

von Ernst Käbisch

Eventuell bin ich einem uralten bereits 1751 „gemuteten“ Bergwerk in Ratingen auf der Spur. Ich vermute das Bergwerk „Auf dem Breckhauser und Maltzer Erb“ hier im Ortsteil Hösel. Aber ich weiß auch nicht. Und ich bin mit meiner Spurensuche nun auch jäh gestoppt, weil ich da – vermutlich – einen Bergschaden entdeckt habe. Das ist mir zu gefährlich, den selber bzw. alleine weiter zu untersuchen.

Inzwischen ist das mein 4ter Besuch hier an diesem eigenartigen Ort ganz am Rande von Ratingen, wo ehemalige Bunkeranlagen aber auch vermutlich Relikte von einem uralten Bergwerk zu finden sind. In einem Internetforum habe ich zuerst davon gelesen. Und dann habe ich diesen Ort finden können, wo so ein ummauertes und zubetoniertes Stollenmundloch? direkt am Felsen nahe eines Wanderwegs ist.

Dass das ein Stollenmundloch ist, vermute ich nur. Es sieht so ähnlich aus wie viel besser dokumentierte Orte z.B. in Bochum auf dem Dahlhauser Bergbauwanderweg oder in Essen am Baldeneysee. Und Bergbau wurde ja auch hier gar nicht so weit vom Ruhrgebiet entfernt auch früher betrieben. Es gab und gibt noch reichhaltige Erzvorkommen in der Region. Und sogar Steinkohle wurde hier gefunden und gefördert, bis das Problem mit den nicht abpumpbaren Wassermassen in den Gruben diese Fördertätigkeit unmöglich machte. Aber Blei, Zink, Alaun, Eisen, Kupfer, sogar ein wenig Silber wurde in den zahlreichen Minen zwischen Velbert und Lintorf jahrhundertelang gefördert. Und bei jüngeren Bergwerken ist das auch noch einigermassen gut dokumentiert.

Ich vermute einen Bergschaden

Das ist nicht so bei diesem vermutlichen Bergwerk, was dann wohl schon sehr alt ist. Es ist ganz in der Nähe der einstigen Bleigrube THALBURG in Heiligenhaus-Isenbügel. Von dieser Bleigrube sind wenigstens ein bisschen Informationen auffindbar z.B. eine Infotafel auf dem Panorama-Radweg auf der Trasse der ehemaligen niederbergischen Bahn. Um zu dem Bergwerk in Ratingen zu gelangen, musste ich mit dem Rad sogar ein Stück von Ratingen aus durch Heiligenhaus fahren. Ich komme noch vorbei an der Ruhrstrasse, die links von der Höseler Straße hinunter nach Essen-Kettwig führt. Stattdessen fahre ich über einen Feldweg nun rechts von der Höseler Straße wieder nach Ratingen hinein vorbei an Gut Anger durch ein Waldgebiet hinab ins Angertal. Dort ist noch vor einem kleinen Steinbruchsee im Tal rechts am bewaldeten Felsen dieser interessante Ort.

Die eigenartigen Ruinen lassen mich an einen Bergschaden denken

Diesmal Ende März sehe ich hier viel mehr als zuletzt im Dezember. Die Vegetation ist weitgehend weg und noch nicht neu gewachsen. Neben dem „Stollenmundloch“, was ich schon kenne, ist ein weiterer solcher interessanter, aber auch zubetonierter Ort. Und unweit davon ist das Fundament eines großen Hauses (ein Maschinenhaus?) an Resten von Mauern und sogar dicht von Moos überwachsenen Treppenstufen deutlich erkennbar.

Und die größte Überraschung ist unweit dieser Treppenstufen ein mehrere Meter tief einsehbares und sicher 2, 3 Meter breites Erdloch. Zuerst bin ich fasziniert, aber dann erschreckt, weil ich ja auch überhaupt nicht weiß, was das hier ist. Am ehesten sieht das aus wie ein Bau eines Tieres, aber etwa für ein Fuchsloch ist das viel zu groß und es geht dafür auch offensichtlich viel zu tief in die Erde hinein. Vielleicht gab es hier nicht nur ebenerdige Stollen, sondern auch wie etwa in Lintorf bei den Erzzechen schon Tiefbauschächte und die waren ja bekanntlich tief, sehr tief sogar bis 140 Meter. Und wenn das dann hier ein Bergschaden ist, ist das also sogar lebensgefährlich.

Selbst Fachleute wissen Nichts von diesem Bergwerk / dem Bergschaden

Ich zügele also meine Neugierde, was das hier für ein Ort sein kann und reiche diese Informationen an Ratinger Behörden weiter, weil m.E. ist dieses so gefährlich aussehende Loch unbedingt zu sichern. Immerhin habe ich selbst im Stadtarchiv Ratingen keine Informationen zu diesem Ort bekommen und die wenigen Bergbau-Fachleute, die ich kenne, äussern sich erst nach und nach zu meinen Fragen, wirken aber bezüglich dieses Ortes genauso ahnungslos wie ich.

Einzig ein altes Dokument der (Ratingen-)Lintorfer Heimatzeitschrift Quecke gibt mir ein paar Informationen über uralte Bergwerke in der Region, von denen dieses hier an der Heiligenhaus-Ratinger Stadtgrenze eines sein könnte. Ein bisschen tippe ich ja auf die Grube namens „Auf dem Breckhauser und Maltzer Erb“ , die allerdings bereits 1751 „gemutet“ wurde. (Ein Grubenfeld wird „gemutet“, jemand trägt beim Bergamt eine Mutung ein. Dann besitzt man die Abbaurechte an den dort vermuteten Mineralien.) Es gibt nämlich einen Breckhauser Weg da ganz in der Nähe von dem vermutlichen Bergschaden.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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