Villa Hügel in Essen

Kein Vergleich zu dem bescheidenen "Stammhaus Krupp", wo die Krupps vorher wohnten.

Also größer könnte der Kontrast des einfachen „Stammhaus Krupp“ in der Kruppstadt in Essen-West zu der wie ein Königsschloss wirkenden klassizistischen Villa Hügel nicht sein. So idyllisch gelegen über dem Essener Baldeneysee ist die Villa. Und der weitläufige Park der Villa ist ein idealer Platz, um einen verregneten Sonntagnachmittag zu verbringen. Weiter kann man sich auch die lebensgroßen Ölgemälde der letzten deutschen Kaiser und vieler Familienmitglieder der Krupps angucken.

 

Die Villa Hügel ist nur 6 S-Bahnstationen von da entfernt wo ich wohne. Und sie ist direkt am Essener S-Bahnhof Hügel. Trotzdem war ich erst einmal da. Dann ist heute aber mal ein idealer Tag, um wieder die prunkvollen Räume der Villa zu besichtigen. Und die scheinen ja wie von einem Königsschloss zu sein. Während es regnet und stürmt, gucke ich mir also die Dauerausstellung an. Denn es ist ja kein Wetter, um überhaupt einmal  aus dem Haus zu gehen. Und 5 Euro kostet der Eintritt in den Park und zur Villa, aber das lohnt sich.

Die Attraktionen der Villa Hügel

Und wieder bin ich überrascht von all dem Prunk. So war ich ja vor kurzem in der Kruppstadt und habe das einfache Fachwerkhaus, das „Stammhaus Krupp“ neben der hypermodernen ThyssenKrupp-Hauptverwaltung gesehen. Und die Villa Hügel dagegen ist fast schockierend pompös. Denn all die Kronleuchter und das Parkett und der Stuck, die riesigen Ölgemälde und die uniformierten, allerdings ganz freundlichen Wächter sind wie bei einem Schloss. So wie bei Schloss Sanssouci oder einem anderen der preussischen Königsschlösser ist das hier. Außerdem sind hier die lebensgroßen Ölgemälde von Alfred Krupp und vielen weiteren Familienmitgliedern. Und besonders auch die Gemälde von der Wilhelm II.-Gattin Auguste Victoria und den letzten 3 deutschen Kaiser Wilhelm I., Friedrich III. und Wilhelm II. verstärken den Eindruck, hier in einem Königspalast zu sein.

Die Kruppstiftung verwaltet die Villa Hügel

Trotzdem bin ich überrascht, dass ich hier ungehindert fotografieren kann. Und ich bin so sehr darüber überrascht, dass ich Wilhelm II. und Alfred Krupp mit meiner einfachen 10-Megapixelkamera total verwackel. Aber das macht Nichts. Denn ein paar Aufnahmen werden wohl schon etwas geworden sein. Und in dem Trakt der Villa, wo die Kaisergemälde sind, befinden sich oben auch die ehemaligen Wohnräume der Krupps und der von Bohlen und Halbachs.

Denn bis zum Ende des 2ten Weltkriegs wohnten die Krupps hier in idyllischer Lage mit dem großen Park und über dem Baldeneysee. Dann nach dem Krieg wurde die Villa dann von der neugegründeten Kruppstiftung weiter aufrechterhalten. Und die Villa Hügel wurde der Öffentlichkeit übergeben. Und bis zum Ende seines Lebens kam der im letzten Jahr im Alter von 99 Jahren gestorbene Vorsitzende der Kruppstiftung Berthold Beitz täglich für ein paar Stunden zur Arbeit in die Villa Hügel.

Das Krupplogo, ein paar Kanonenkugeln

Weiter ist die Dauerausstellung z.B. von Dingen, die Krupp in der Gussstahlfabrik einstmals produzierte, in dem anderen Trakt der klassizistischen Villa. Zum Beispiel sind dort drei Eisenbahnräder ausgestellt, die als Vorlage für das legendäre Krupplogo dienten. Und böse Zungen behaupten allerdings, dass es sich bei den drei Ringen um Kanonenrohre handelt. Also apropos Kanonen – da sehe ich hier nur ganz versteckt am Boden einer Vitrine ein paar Kanonenkugeln. Denn sonst ist das sensible Thema Waffen hier mehr oder weniger ausgesperrt. Und es sind stattdessen Werkzeuge ausgestellt. Dann im weitläufigen Park sind eine riesige Schiffsschraube und Alltagsgegenstände aus Metall.

Und es gibt eine amüsante Vitrine, wo Plagiate des so markanten Krupplogos gezeigt werden. So wurde für Löschpapier, Watte, Bier und sogar eine Zigarettensorte das Logo geklaut. Nachwievor existiert das Krupp-Logo als Teil des Logos des Dax-Konzerns ThyssenKrupp weiter.

Zuerst auf eins der kleinen Bilder klicken. Dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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