Villa Josef Thyssen und der Bismarckturm in Mülheim

Die Villa

Und auch die Ruhrbarone wussten, wo es schön ist und genau da bauten sie ihre imposanten Residenzen hin. Dann aber ist es ungewöhnlich für eine Villa eines Unternehmers aus dem Ruhrgebiet, dass sie nicht weit ausserhalb der Städte steht. Denndie Villa Josef Thyssen ist unweit der City von Mülheim an der Ruhr in der Straße Dohne. Und vor der Villa ist ein kleiner feiner Park, der Thyssenpark. Dann finde ich auch den Bismarckturm auf dem Kahlenberg bei einer Fahrradtour in dieses schönste Viertel Mülheims. Schon ist dieser als Turm mit Panoramaaussicht über das Ruhrgebiet gepriesene Ort nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.

Also das sind zwar stramme 15 Kilometer pro Strecke, die ich von Ratingen bis an die Ruhr in Mülheim zurückzulegen habe. Schon aber lässt mich ein herrlich schöner Frühlingstag deswegen nicht murren. Immerhin ist der Weg zumeist auch angenehm. Und nur am Breitscheider Autobahnkreuz ist es ein bisschen nervig zu fahren. Gerade heute am Sonntag sind auch viele motorisierte Ausflügler unterwegs. Dann aber ab Mülheim-Selbeck wird es ja beschaulich. Und immer wieder bin ich doch erstaunt, das festzustellen. Denn die Großstadt ist hier ländlich und gar idyllisch selbst an so einem Sonntagnachmittag mit so herrlichem Wetter und zahlreichen Ausflüglern.

Die Villa Josef Thyssen

Und die Villa Josef Thyssen ist ein Stück weiter als da, wo ich bei meinem letzten Besuch in Mülheim war, nämlich unweit des Leinpfads an der Ruhr. So ist es ein prächtiger barocker Bau in der ruhigen Straße Dohne unweit des Stadtzentrums. Weiter stehen in dieser Straße zahlreiche Prachtvillen und Gründerzeithäuser mit eindrucksvollen Jugendstilfassaden. Und von der Straße Dohne aus komme ich aber nicht in den Thyssenpark. Dafür muss ich erst links zur Ruhr hinunter. Dann ist da ein reger Ausflugsbetrieb direkt am Mülheimer Wasserbahnhof, wo all die Ausflugsdampfer der weissen Flotte starten. Und hier ist auch eine Schleuse, wo seinerzeit die mit Kohle beladenen Ruhrschiffe passieren mussten.

Der Thyssenpark

Gerade hier ist gegenüber der kleine, aber feine Thyssenpark direkt an der Ruhr mit der von der Rückseite ebenso imposanten Villa. Und mächtige Bäume spenden im Park Schatten. Obwohl sie derzeit noch winterlich entlaubt sind. So bin ich ja stark beeindruckt, wie volksnah dieser jüngere Bruder von August Thyssen, Josef Thyssen offenbar war. Dann auf den Parkwiesen direkt vor der Villa picknicken Menschen bei dem heute sommerlich warmen Wetter. Denn andere Unternehmervillen sind weit ausserhalb der Städte und zum Teil abenteuerlich versteckt wie z.B. das Haus Hohbeck der Familie Flick inmitten dichtem Waldgebiet am Rande von Ratingen.

Und auch die Kruppsche Villa Hügel ist weit oberhalb des Essener Baldeneysees und der weitläufige Park um die Villa Hügel ist nur gegen Eintrittsgeld zu besichtigen. Weiter ist auch Schloss Landsberg in Ratingen, wo der Bruder von Josef, der Gründer des Thyssenimperiums August Thyssen lebte, versteckt im Wald und schwer bewacht. Den Garten darf man zwar besichtigen, aber der Innenhof der wie ein Königsschloss imposanten Schlossanlage von Schloss Landsberg ist der Öffentlichkeit gar nicht oder nur im Rahmen von selten stattfindenden Führungen zugänglich.

Der Bismarcktum ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich

Auf dem Rückweg probiere ich doch mal aus, ob dieser so steil bergauf führende Waldweg links der Mendener Straße hoch zum Kahlenberg auch zum Bismarcktum führt. Der Berg ist überraschend hoch und bietet durch die Bäume hindurch weite Aussichten über die Auenlandschaft im Ruhrtal. Und dann ist links tatsächlich der Bismarckturm zu sehen. Eindrucksvoll. Aber enttäuschend ist, dass der Turm offenbar von einer Künstlergruppe gemietet ist und dass man nicht hinaufgehen kann.

Das müsste doch sein, dass so ein Ort der Öffentlichkeit völlig zugänglich ist und nicht nur so einer elitären Künstlergruppe vorbehalten ist. Vor dem Turm müht sich gerade eine lindgrüne Straßenbahn der Mülheimer Verkehrsbetriebe eine Straße bergauf. So hätte ich ja auch mal hier hinfahren können, aber dann hätte ich jetzt noch den mühsamen Rückweg über Mülheim HBF, Essen HBF. Oder direkt mit einem der sonntags nur alle 2 Stunden hier fahrenden Busse. Da ist es mir doch angenehmer, die ca. 15 Kilometer wieder mit dem Fahrrad zurückzulegen, auch wenn es jetzt erst mal ein Stück bergauf aus dem Ruhrtal wieder heraus geht.

Einfach auf eins der Vorschaubilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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