Volle Pulle am Phönixsee in Dortmund

Volle Pulle im Pott
Volle Pulle im Pott !

Etwa anderthalb Wochen nach dem Monstersturm in NRW ist immerhin mächtig aufgeräumt worden und nur vereinzelt sind noch beklagenswerte Schäden mit massenhaft zerstörten Bäumen in Waldgebieten zu sehen. Die Hauptstrecken der Regionalzüge sind weitgehend frei; nur einige S-Bahnstrecken können nachwievor nicht befahren werden. Und so ist es eigentlich kaum ein Problem für mich, heute mal wieder zum Phönixsee in Dortmund zu fahren. Dort findet gerade eine Ruderveranstaltung statt.

Niemand ist auf dem S-Bahnhof Ratingen Ost und ich wundere mich schon, wieso auf beiden Gleisen die Schienen rostig sind. Die glänzen doch sonst blitzblank? Nicht nur nach Essen, sondern auch nach Ratinger Stadtwald fahren derzeit offenbar nur Schienenersatzbusse. Mein Ausflugsplan für heute ist so geplatzt.

Mit der S-Bahnlinie 1 fahre ich nach Dortmund und dort zum Phönixsee.

Kurzentschlossen steige ich vor dem Bahnhof in den startbereiten Flughafenbus und fahre dann ab dem Düsseldorfer Flughafenbahnhof mit der „an jeder Milchkanne haltenden“ S-Bahnlinie 1 über Duisburg, Mülheim, Essen und Bochum nach Dortmund, weil der viel schnellere Regionalzug eine halbe Stunde Verspätung hat. Wenn das alles heute so durchwachsen verläuft, mache ich eben nur eine kleine Tour und gucke mir den Phönixsee mal wieder an.

Gentrifizierung am Phönixsee?

Dafür muss ich nämlich nur ab dem Dortmund HBF 5 Stationen mit der U-Bahnlinie 45 fahren. Ich war schon lange nicht mehr am Phönixsee und da hier heute auch noch ein Großevent stattfindet, finde ich eigentlich den Zeitungsbericht neulich in der Ruhrgebietszeitung WAZ bestätigt, der von Gentrifizierung am Phönixsee sprach. Inzwischen ist der schöne See nämlich ringsum zugebaut mit modernen immerhin meist nur zwei- oder dreigeschossigen Villen und Einfamilienhäusern. Und die Bautätigkeit ist nachwievor nicht zu Ende. An vielen Stellen sind immer noch Baustellen und Kräne, Bagger und Zäune zu sehen. Der Phönixsee ist weiter ein Riesengeschäft.

Allerdings habe ich im letzten Jahr Phönix West etwa 1 km von hier mir auch angeguckt. Das ist der Teil der einst riesiggroßen Stahlhütte, der erhalten blieb und weitläufig umzäunt eindrucksvoll vor sich hin rostet und verfällt. Hier sind auch noch ringsum die ehemaligen Arbeiterquartiere vollständig erhalten geblieben. Da ist es wohl nur zur Hälfte richtig, wenn man die Verdrängung der einst hier wohnenden Bevölkerung und damit die Gentrifizierung beklagt.

Eventkultur am Phönixsee

Immerhin ist diese Eventkultur mit so einer großen Veranstaltung auf dem See – es werden Wettkämpfe im Rudern veranstaltet und die besten deutschen Achter kämpfen gegeneinander – nichts für meinen Geschmack. Aber da kann der Ratinger Stadtwald ja auch nichts für, dass ich heute mal spontan und völlig ungeplant hierhinfuhr. Nachwievor ist schon sehr bemerkenswert, wie sich dieses Viertel in Dortmund-Hörde dadurch verändert hat, dass hier nicht mehr die Stahlhütte Phönix Ost arbeitet und jetzt ein See mit ziemlich klarem Wasser sich befindet. Und das trotz der vielen Wildgänse, denen es hier auch sehr gefällt und die hier deutlich sichtbar überall hinmachen.

Am Dortmund HBF steige ich dann versehentlich in einen falschen Zug, der nach Hamm fährt. Zwei Stationen später am Bahnhof Dortmund-Kurl sehe ich am Gegengleis viele Menschen stehen und bevor ich weiter bis Kamen oder gar Hamm mitfahren muss, steige ich aus dem Zug. Gerade fährt hier ein Regionalzug nach Mönchengladbach ein. Da habe ich aber Glück gehabt.

Ab Essen HBF fahre ich mit dem Schienenersatzbus

Und ab dem Essen HBF muss ich nun mit dem Schienenersatzbus nach Ratingen fahren. Zuerst finde ich das ganz interessant mit diesem endlos langen Bus zu fahren und mal etwas anderes zu sehen als aus der S-Bahn wie sonst. Besonders in dem dichten Ratinger Stadtwald sehen die Sturmschäden katastrophal aus. Hier wird es ratsam sein, dieses Jahr nicht mehr hineinzugehen. Das ist sicher gefährlich mit all den umgestürzten und halbumgestürzten Bäumen. Statt 20 Minuten wie die S-Bahn braucht der Bus eine Stunde bis zum Ratinger Bahnhof.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

1 KOMMENTAR

  1. Ich war am Samstag da und war total begeistert. Mit was für einem Tempo die Boote über das Wasser gefahren sind Wahnsinn. Ich freu mich schon aufs nächste Mal.
    Lg Lisa

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