Von der Zeche Concordia in Oberhausen zum Landschaftspark Duisburg-Nord

Zeche Concordia in Oberhausen zum Landschaftspark Duisburg-Nord
Eisenbahnbrücke über den Rhein-Herne-Kanal

Längst habe ich nicht alle interessanten Orte in Oberhausen gesehen. Es gibt hier ja nicht nur das CentrO mit dem Gasometer und den OLGA-Park mit dem Förderturm der Zeche Osterfeld. Und selbst am Hauptbahnhof Oberhausen, wo ich jetzt schon so oft war, gibt es nachwievor Interessantes zu entdecken.

Ich gehe zum Hinterausgang des Hauptbahnhofs von Oberhausen hinaus. Hier ist in der ehemaligen Zinkfabrik Altenberg gegenüber vom Bahnhof seit Jahrzehnten eine sehenswerte Ausstellung über Schwermetall. Das passt zu Oberhausen, wo ja die erste Stahlhütte im Ruhrgebiet, die St. Anthonyhütte entstand und wo das beliebte Einkaufs- und Vergnügungszentrum CentrO fast vergessen lässt, dass hier einst die gigantisch große Gutehoffnungshütte arbeitete.

Schacht 1 der Zeche Concordia

Damit die Hütten gut arbeiten konnten, wurde jede Menge Kohle gebraucht und Zechen gab es auch in Oberhausen reichlich. Wenn ich nun also an der alten Zinkfabrik links vorbeigehe, bin ich nach wenigen Metern an einem Kreisverkehr, wo die Straßen „Concordiastraße“ und die Straße „Am Förderturm“ abgehen. Hier war Schacht 1 der Zeche Concordia. Und diese buntbemalten Gebäude direkt am Bahnhof waren Zechengebäude.

Schacht 2 der Zeche Concordia

Den Förderturm von Schacht 2 bzw. das „Notgerüst“ sehe ich schon, wenn ich in die Straße „Am Förderturm“ hineingehe. Dieses „Notgerüst“ ist größer als ich es von Bildern im Internet vermute. Aber natürlich ist das kein Vergleich zu einem richtigen Förderturm. Fördertürme wurden überall im Ruhrgebiet leider weitgehend abgerissen. Nur einer oder zwei dieser so markanten Fördertürme sind pro Stadt noch stehengeblieben. Wenn überhaupt.

Da geht man im Ruhrgebiet pragmatisch um in diesen Dingen. Immerhin ist es ja so, dass trotz all der Zechenstilllegungen in vielen ehemaligen Zechen weiter gearbeitet werden muss. Es muss z.B. ständig Grubenwasser abgepumpt werden, damit die noch aktiven Zechen in Bottrop und Marl nicht geflutet werden. So auch in diesem Schacht 2 der Zeche Concordia. Das Gelände ist umzäunt und ein Schild der RAG Steinkohle sagt aus, dass hier mit Grubenwasser gearbeitet wird.

Schacht 3 der Zeche Concordia

Es ist trocken geblieben, obwohl es während der Zugfahrt hierhin nach Oberhausen stark regnete. So gehe ich nun auch noch bis zu Schacht 6 der Zeche Concordia. Dazu muss ich ein grosses Stück in den Oberhausener Bezirk Alstaden hineingehen. Dann bin ich schon fast in Duisburg angelangt. Auf der anderen Strassenseite der Niebuhrstraße steht ein gelbes Ortsschild „Duisburg Obermeiderich“ und dahinter ist auch der gleichnamige winzige S-Bahnhof.

Aber die Schachtanlage 6 der Zeche Concordia liegt noch auf Oberhausener Stadtgebiet. Alte Zechengebäude sind erhalten und in einem Teil der Zechenanlage ist das Theater „Niebu(h)rg“ und ein weiterer Teil der Zeche ist umzäunt. Auch da steht so ein Notgerüst und auch da wird laut RAG-Informationen mit Grubenwasser gearbeitet.

Der Rhein-Herne-Kanal; mit dem Bus zum Landschaftspark Duisburg-Nord

So gehe ich nun noch ein Stück die Niebuhrstraße entlang. Denn hier ist Ruhrgebietsflair pur. Eine schöne Zechenhaussiedlung ist hier mit hübschen Gärten; dann gehe ich über eine Autobahnüberführung und vor mir liegt nun der schiffbare Rhein-Herne-Kanal und über der bunten Eisenbahnbrücke darüber donnert gerade ein schwerbeladener Güterzug.

An einer Bushaltestelle in der Niebuhrstraße wartet ein Mann. Ich gucke  mal auf den Plan und sehe, dass da gleich ein Bus zum Landschaftspark Duisburg-Nord fährt. Kurzentschlossen steige ich auch in den Bus ein.

Hier sind ein paar Bilder:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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