Waldmeister verwenden – als DIY Kräuterkissen, Tinktur oder Tee

Man hört immer wieder, dass Waldmeister giftig sei und daher in der Küche nicht verwendet werden sollte. 

Waldmeister verwenden - als DIY Kräuterkissen, Tinktur oder Tee
Waldmeister verwenden – als DIY Kräuterkissen, Tinktur oder Tee

Ist Waldmeister giftig?

Tatsächlich enthält er Cumarin, das in hoher Dosierung Kopfschmerzen, Migräne oder Übelkeit auslösen kann. Hinzu kommt, dass Cumarin, wie die Salicylsäure (Aspirin) auch, die Blutgerinnung vermindert. Wie so oft ist die Dosis entscheidend. Waldmeister ist nicht giftig, wenn er nur in geringen Mengen, um z.B. ausgewählte Speisen zu aromatisieren, in der Küche verwendet wird.

In geringer Dosierung, unter 4 g pro Person und Tag, brauchen Sie keine Angst vor Waldmeister zu haben. Ganz im Gegenteil kann die duftende Kräuterpflanze, die auch als wohlriechendes Labkraut bezeichnet wird, einigen Beschwerden verbessern.

Mottensäckchen oder Kräuterkissen mit Waldmeister

Motten und Mücken können einem das Leben schwer machen. Umso besser, wenn man sie natürlich bekämpfen kann. Waldmeister vertreibt nicht nur Mücken, seine Inhaltsstoffe fördern auch den Schlaf. Aus diesem Grund werden die Kräuterkissen auch gerne mit ins Bett genommen.

Die Zutaten für Mottensäckchen oder Kräuterkissen

  • getrockneter Waldmeister
  • getrocknete Lavendelblüten
  • getrocknete Zitronenmelisse
  • getrockneter Salbei

Die Zubereitung

Mischen Sie die getrockneten Blätter und Blüten und füllen damit kleine Kissenhüllen oder kleine, selbst genähte Säckchen oder Kissen. Sie können auch dünne Söckchen mit den Kräutern füllen, die Sie ans Fenster oder in die Schränke hängen.

Sollten die Duftsäckchen oder Duftkissen nach einiger Zeit nicht mehr so intensiv duften, können Sie die Wirkung mit ein paar Tropfen reinem ätherischen Lavendelöl wieder steigern.

Wie wirkt Waldmeister?

Waldmeister enthält Bitter- und Gerbstoffe, Cumarin und Asperulosid, wodurch er entzündungshemmend, krampflösend und beruhigend (schlaffördernd) wirkt. In geringer Dosierung löst er keine Kopfschmerzen aus, sondern lindert diese.

Wie Waldmeister getrocknet werden kann

Nach dem Pflücken können Sie kleine Sträuße binden und diese mit den Blüten nach unten aufhängen. Alternativ können die Kräuter in einem Dörrautomaten getrocknet werden. Beim Trocknen duftet der Waldmeister bereits und verfärbt sich leicht dunkel.

Waldmeistertinktur selber machen

Waldmeistertinktur können Sie nicht in der Apotheke kaufen, aber ganz einfach selber zubereiten. In Deutschland ist die Herstellung von Essenzen mit Waldmeisterkraut und Cumarin (kommerziell) nach der Aromaverordnung (§2 Anlage) immer noch verboten und gehört zu den verbotenen Stoffen.

In geringer Dosierung ist er weder krebserregend, noch Leber schädigend. Von der nachfolgenden Waldmeistertinktur können Sie bis zu 20 Tropfen auf einem Stück Zucker einnehmen, wenn Sie unter

  • Arthritis
  • geschwollenen Füßen
  • Gicht
  • Ödemen
  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Unruhe
  • Menstruationsbeschwerden
  • Blasenentzündungen oder
  • Leber- oder Nierenbeschwerden leiden.

Im Zweifelsfall beraten Sie sich mit Ihrem Arzt.

Die Zutaten

  • 200 ml Alkohol (am besten Ansatzalkohol oder Weingeist mit 60 Prozent)
  • 40 g frische Pflanzenteile vom Waldmeister
  • 1 dicht verschließbares Schraubglas

Die Zubereitung

Geben Sie die frischen Pflanzenteile in das sterilisierte Schraubglas und übergießen diese mit dem Alkohol. Nach einer Ruhezeit von fünf Tagen können Sie die Tinktur abseihen und in dunkle Tropfflaschen füllen. Bei der Einnahme können Sie die gewünschte Anzahl von Tropfen nicht nur auf Zucker geben, sondern alternativ mit ein wenig Wasser verdünnen.

Waldmeister Tee

Zur Sammelzeit können Sie sich einen Vorrat anlegen. Trocknen Sie ihn wie bereits oben beschrieben, damit er das ganze Jahr über für die Teezubereitung verwendet werden kann.

Der Tee wirkt nicht nur innerlich, man kann ihn auch äußerlich für Wickel verwenden, wenn Sie unter Hautproblemen oder äußerlichen Verletzungen (eitrige Wunden, Verbrennungen, Schnittwunden, usw.) leiden.

Die Zutaten

  • 250 kochendes Wasser
  • 1 TL getrockneter Waldmeister

Die Zubereitung

Nach dem Aufgießen muss der Tee ca. 5 Minuten ziehen, bevor er abgeseiht werden kann. Danach trinken Sie ihn, maximal 500 -750 ml (2 bis 3 Tassen) am Tag, in kleinen Schlucken.

Waldmeister (Galium odoratum) gehört zur Gattung der Labkräuter (Familie der Rötegewächse) und wird in der Blütezeit zwischen April und Juni (je nach Lage) gesammelt. Am häufigsten finden Sie ihn in Buchen-, Eichen- oder Mischwäldern.

Falls Sie in Ihrer Region keinen Waldmeister in den Wäldern finden, können Sie auch während der Sammelzeiten in Bio-Läden oder auf Märkten danach fragen.

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Foto©Heike Rau/Fotolia

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