Wallfahrtsort Velbert-Neviges

Rosenfenster im Mariendom in Velbert-Neviges
Rosenfenster im Mariendom in Velbert-Neviges
von Ernst Käbisch

Der Nevigeser Mariendom ist eine groteske Bausünde der Nachkriegszeit in den 60er Jahren. Denn äusserlich wirkt er wie ein Luftschutzbunker aus dem 2. Weltkrieg und so, als ob da sinnlos Unmassen Beton unförmig in die Altstadt von Velbert-Neviges ausgegossen wurde. Und der Eindruck im Inneren dieser beliebten Wallfahrtskirche am Rande der Elfringhauser Schweiz ist aber ein völlig anderer.

Also jetzt ist mein Onkel doch schon wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden und lebt wieder in dem Heim in Neviges. So hat es mein Cousin am Telefon erzählt. Und Tim hat immer noch Herbstferien und ich bemühe mich ja nachwievor, ihn wenigstens ab und zu mal von seinen Computern fernzuhalten.

Über Essen fahren wir nach Velbert-Neviges

Dann nach Velbert-Neviges fahren wir besser mit der S-Bahn über Essen bis zum S-Bahnhof Neviges anstatt noch umständlicher mit Bussen quer durch den Kreis Mettmann. Und heute ist ungewöhnlich für Mitte Oktober ein schon winterlich kalter und grauer Tag sogar mit „Schnee in der Luft“. Und viel sieht man da nicht von der schönen und schon herbstlich bunt gewordenen Landschaft am Rande der Elfringhauser Schweiz geschweige denn, daß man Lust hat, da ein paar Schritte zuviel zu gehen.

Immerhin haben wir oben, wo das Seniorenheim ist dann diesen herrlichen Blick durch die Häuserschlucht der Wilhelmstraße und dann über die sanften Bergketten der Elfringhauser Schweiz bis weit in die Ruhrgebietsstädte Hattingen und Sprockhövel hinein. Schon bei dem leichtem Nebel heute ist dieser Blick wieder klasse.

Und wie geht es eigentlich dem Onkel? Denn letzte Woche im Krankenhaus hatte er mir gar nicht gut gefallen. So finden wir es diesmal nicht einmal heraus. Er ist zwar wach, aber liegt mit dem Rücken zu uns im Bett und hat kaum Lust, uns überhaupt zu begrüßen. Dann kann man nichts machen. Weil er nicht mag oder nicht kann, empfängt er uns bei unserem 2ten Spontanbesuch innerhalb kurzer Zeit eben nicht. Dann  muss man das eben so akzeptieren. Immerhin ist ja auch Mittagszeit und vielleicht will er auch einfach nur einen Mittagsschlaf machen.

Sehenswürdigkeiten in Velbert-Neviges sind Schloß Hardenberg und der Mariendom

Also das Attraktivste an Neviges ist ja die Landschaft, in der es gelegen ist. Dann aber habe selbst ich jetzt bei dem tristen Wetter keine Lust, hier viel herumzulaufen. Und das Schloss Hardenberg kenne ich zwar noch nicht. Und vor allem war da in der Nähe eine Bleierzzeche und da im Wald sollen noch Halden und Pingen deutlich erkennbar sein. Dann ist auch das immerhin einen Kilometer weit entfernt und das ist auch nichts, was Tim interessieren könnte.

So bleibt uns hier ja der Mariendom, den wir von aussen her allerdings grotesk und hässlich finden mit seiner Architektur aus scheinbar unförmigem grauem Beton. Das sakrale Gebäude wirkt eher wie ein Luftschutzbunker aus dem letzten Weltkrieg als wie eine beliebte Wallfahrtskirche.

Der Mariendom in Velbert-Neviges

Aber innen im Dom sind die Eindrücke völlig anders. Die ungewöhnliche Architektur, wo kein Raum dem anderen gleicht und es keine geraden Linien zu geben scheint, wirkt hier auf mich jedenfalls einladend und gemütlich. Dieser Eindruck liegt auch oder vor allem an den Fenstern, die durch bunte Glasflächen der abgebildeten stilisierten Blumen warmes und gemütliches Licht bis in die entlegensten Winkel dieser ungewöhnlichen Kirche fließen lassen bzw. wird mein nun positiver Eindruck des Mariendoms dadurch sehr verstärkt. Durch die vielen warmen rotorange-Töne der bekannten Rosenfenster wirkt diese Kirche schon jetzt fast wie ein zur Adventszeit geschmückter Ort.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here