Wein selbst herstellen – so gelingt die Herstellung gesunder Tropfen

Ein Glas Wein am Tag schmeckt köstlich und fördert die Gesundheit. Das gilt umso mehr, wenn es sich bei dem Wein um ein Naturprodukt aus eigener Herstellung handelt. Einen eigenen Wein herzustellen, ist erstaunlicherweise gar nicht so schwer. Wir zeigen Ihnen, welche Materialien Sie dafür brauchen und führen Sie Schritt für Schritt durch die Weinherstellung.

Die richtige Vorbereitung der Weinherstellung

Ob die private Weinherstellung gelingt, hängt stark von einer guten Vorbereitung ab. So müssen alle verwendeten Utensilien unbedingt sauber sein. Selbst leichte Verschmutzungen wirken sich auf den Geschmack des Weins aus und können diesen verderben. Außerdem müssen hochwertige Utensilien verwendet werden. Hierzu gehören vor allem:

  • Waage
  • Saftpresse
  • Gärballon mit speziellem Deckel
  • Absaugschlauch
  • Vinometer (zur Bestimmung des Alkoholgehalts)

Ebenso wichtig sind die geeigneten Zutaten. Der Klassiker unter den Weinen sind die Traubenweine. Es ist aber ebenso möglich, Weine aus anderen Früchten wie Brombeeren, Kirschen oder Orangen herzustellen. Gerade für den ersten Versuch empfehlen sich jedoch Weintrauben. Diese lassen sich gut verarbeiten und schmecken lecker. Folgende Zutaten werden für die Herstellung von Wein gebraucht

  • Trauben
  • Zucker
  • Reinzuchthefe
  • Zitronensäure / Milchsäure
  • Kalk
  • Kaliumpryosulfit

Für Einsteiger empfiehlt es sich, erst einmal mit kleinen Mengen zu arbeiten. So sehen Sie, ob die Weinherstellung gelingt oder ob an bestimmten Stellen noch Anpassungen vorgenommen werden müssen. Außerdem sollten Sie ein für Ihre Zwecke passendes Set an Utensilien nutzen. Es gibt eine Vielzahl an Materialien zum Selbermachen von Wein und Saft, mit denen Sie sich ausprobieren können. Seien Sie hierbei neugierig und bleiben Sie experimentierfreudig. Dann werden Sie die Kunst der Weinherstellung schnell und mit Spaß erlernen.

So gehen Sie bei der Weinherstellung vor

Wir gehen in diesem Ratgeber von der Weinherstellung aus Weintrauben aus. Grundsätzlich lässt sich diese Vorgehensweise aber auf nahezu alle Obstsorten übertragen.

Die Trauben waschen und pressen

Sauberkeit ist eine der wichtigsten Kriterien bei der Weinherstellung. Verwenden Sie daher ausschließlich Trauben, die absolut frisch und reif sind. Waschen Sie diese vor der Verwendung gründlich ab und lassen sie vor der Zubereitung trocknen. Ebenso wichtig ist, dass Sie alle Zutaten genau abwiegen. Augenmaß ist bei der Weinherstellung nicht ausreichend. Ausgehend von der verwendeten Menge an Trauben, berechnet sich die benötigte Menge an anderen Zutaten.

Die Trauben werden zunächst gepresst, wobei die Schalen und Kerne allerdings nicht entfernt werden. Die so entstehende Flüssigkeit wird Maische und das gesamte Verfahren Maischegärung genannt. Bei dieser Verarbeitungsform hat der Wein später eine besonders intensive Farbe. Wenn eine reine Saftgärung genutzt wird, ist das zum einen aufwändiger und zum anderen entsteht ein deutlich hellerer Wein.

Den Zucker beigeben

Die Hefe benötigt Zucker, den sie in Alkohol umwandelt. Sie haben grundsätzlich zwei Möglichkeiten, den Zucker beizugeben. Zum einen können sie gleich zu Beginn den ganzen Zucker in die Maische füllen. Dann kann die Gärung später ohne Unterbrechung ablaufen. Ebenso besteht die Möglichkeit, immer eine bestimmte Zuckermenge in vier Schritten beizugeben. So hat die Hefe immer genau die Menge Zucker, die sie gerade benötigt. Hierbei ist zu beachten, dass bei der zweiten Variante ein höherer Alkoholgehalt des Weins erreicht wird.

Säure und Kalk

Für die Weingärung ist Säure erforderlich. In Weintrauben ist hiervon genug vorhanden. Bei anderen Obstsorten ist es aber nötig, der Maische eine bestimmte Menge an Milchsäure beizufügen. Andersherum ist bei einigen Trauben zu viel Säure vorhanden. Dieses Problem wird gelöst, indem etwas kohlesaurer Kalk in die Flüssigkeit kommt.

Gärung mit Reinzuchthefe

Die Weingärung funktioniert ausschließlich mit Reinzuchthefe. Backhefe wirkt sich negativ auf den Geschmack aus und lässt den ganzen Gärungsprozess misslingen. Nachdem die obigen Vorbereitungen getroffen wurden, wird diese Hefe der Maische beigegeben.

Die Maische Abfüllen

In einem weiteren Schritt wird die Maische in den Gärballon gegeben. Es empfiehlt sich, diesen maximal bis zur Hälfte zu füllen. Durch den Gärprozesse verdoppelt sich die Flüssigkeitsmenge teilweise. Es ist wichtig, dass der Gärballon über einen speziellen Gärverschluss verfügt. Dieser sorgt dafür, dass das CO2 entweicht, ohne dass Sauerstoff an die Flüssigkeit dringt. Dieser würde den Gärprozess nämlich verderben.

Am besten findet die Gärung bei einer Temperatur zwischen 18-20°C statt. Sie erkennen am Aufsteigen von Blasen, dass der Gärprozess in vollem Gange ist. Am besten lassen Sie den Wein in einem abgedunkelten Raum oder Keller reifen. Das kann bis zu vier Wochen in Anspruch nehmen. Sobald keine Blasen mehr aufsteigen, ist der Gärungsprozess beendet. Nun ist es ratsam, zu warten, bis die Feststoffe auf den Boden des Behälters gesunken sind. Alternativ wird der Wein mit Hilfe eines feinen Tuches gefiltert.

Den Wein haltbar machen

Selbst bei Naturprodukten ist es notwendig diese vor dem Verderben zu schützen. Hierfür eignet sich der Einsatz von 0,1 Gramm Kaliumpyrosulfit pro Liter Dieser Stoff verhindert die Bakterienbildung und ermöglicht eine langjährige Lagerung.

Den Wein in Flaschen abfüllen

Sobald der Wein fertig ist, wird er mittels eines Absaugschlauchs aus dem Gärbehälter oder der Gärwanne in Flaschen abgefüllt. Die Flaschen müssen hierfür unbedingt absolut sauber und trocken sein. Nach dem Abfüllen sollte die Flasche möglichst sofort mit einem Korken verschlossen werden.

Übung macht den (Wein)-Meister

Die Weinherstellung ist ein vielseitiger Prozess, der eine Menge Übung und Fingerspitzengefühl erfordert. Durch eine minimale Veränderung bei den Zutaten lässt sich ein komplett anderer Geschmack erreichen. Nehmen Sie sich die Zeit um herauszufinden, was Ihnen am besten schmeckt und welche Methoden bei der Zubereitung Ihnen am besten liegen. Lassen Sie sich keinesfalls von Fehlschlägen entmutigen.

Allerdings ist es ratsam, zunächst mit kleineren Mengen zu experimentieren. So hält sich der Verlust in Grenzen, wenn bei der Weingärung einmal etwas schiefläuft. Schnell werden Sie aber Routine gewinnen und Weine herstellen, die Ihnen und Ihren Gästen hervorragend schmecken. Gleichzeitig profitieren Sie von den vielen positiven Effekten auf die Gesundheit, die ein Gläschen selbstgemachter Wein am Tag mit sich bringt.

Foto©Skitterfoto/CC0.0

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