Werksschwimmbad der Kokerei Zollverein in Essen

Werksschwimmbad der Kokerei Zollverein in Essen
Das ist nicht das Werksschwimmbad der Kokerei Zollverein.

von Ernst Käbisch

Schon ist das Weltkulturerbe Zollverein Essen weitaus größer als nur die Schachtanlage um den berühmten Förderturm von Schacht XII, den sogenannten Doppelbock herum. Denn es gibt hier weitere ehemalige Schächte der Steinkohlenzeche. Und es gibt die Kokerei Zollverein mit dem Werksschwimmbad, was laut einem Bericht der Homepage vom Zollverein ein Kunstwerk ist. Denn das soll den Strukturwandel im Ruhrgebiet symbolisieren.

Die Kulturlinie 107 fährt heute ab dem Rathaus Essen als Straßenbahnersatzbus. Und vom Doppelbock des Schachtes XII der Zeche aus ist es noch ein gutes Stück erst die Gelsenkirchener Straße hoch zu Fuß zu gehen. Und dann haben wir die Haldenstraße entlang zu laufen, um bis zur ehemaligen Kokerei Zollverein an der „Arendahls Wiese“ zu kommen. Also hier war ich noch nie. Und das ist ja die Fortsetzung der Zeche Zollverein mit etwas anderen Mitteln. Also hier befindet sich dieses markante Art Riesenrad. Und weitere bekannte Fotomotive der Zeche Zollverein bzw. der Kokerei Zollverein, wo die in der Zeche geförderte Kohle zu Koks veredelt wurde, befinden sich hier.

Das Werksschwimmbad der Kokerei Zollverein

Und hier ist auch das Werksschwimmbad der Kokerei. Und von dem habe ich auf der Zollvereinshomepage gelesen. „Hinter dem Gebäude“ sagt ein Mann in einem Infohäuschen und weist auf ein Fabrikgebäude. Dann ist das Schwimmbad viel kleiner, als ich erwartet hatte. Denn es besteht tatsächlich nur aus einem schwimmbadhellblau gefärbten Container mit allerdings glasklarem Wasser. Und eine junge Frau sitzt neben einem Rettungsring an dem Pool. Und nur eine Art Bademeister mit Badehose bekleidet und zwei Besucher sind hier. Dann ist sonst bisher niemand da und auch niemand ist gerade im Wasser.

Tim ist entrüstet. „Das ist doch kein Schwimmbad“, sagt er und meckert die ganze Zeit vor sich hin. Dann bin ich ja überrascht, daß ich ihn dennoch überreden kann, sich umzuziehen und kurz ins Wasser zu gehen. Denn wo wir doch schon mal mit Badesachen hier sind. Und eigentlich muss ich ihn noch nicht einmal groß überreden, sondern nur als erster ins Wasser gehen. Und dann gehe ich aber schnell aus dem ähnlich lauwarmen Wasser wie kürzlich in der Nordsee, um ein „Beweisfoto“ zu machen, daß auch er dieses Erlebnis wirklich mitgemacht hatte.

Also er sieht das nachwievor nicht so als interessantes Erlebnis. Und er schimpft so vor sich hin und vergleicht dieses Schwimmbad mit anderen Schwimmbädern, die er kennt. Schon kann man das eigentlich ja nicht vergleichen. Und vergeblich versuche ich, ihm seine Unzufriedenheit auszureden, weil ich dieses Werksschwimmbad wirklich großartig finde. Dann bin ich sogar stolz darauf, daß wir beide dort gebadet haben, auch wenn das nur ganz kurz war. Dann als wir gehen, kommen gerade ein paar weitere Teenies, die auch erst etwas meckern. Schon folgen sie doch unserem Beispiel und springen ins glasklare Wasser inmitten der so eindrucksvollen Industriearchitektur.

Cafe der Kokerei Zollverein

So gehen wir noch ins Cafe der Kokerei, was auch eine ganz eindrucksvolle Lage hat an einem mit Wasser gefüllten Becken vor den prächtig und aber rostig und morbide verfallen wirkenden Werksanlagen der Kokerei. Schon als fotografiertes Bild habe ich das Motiv gesehen. Es wirkt großartig morbide und lässt ein wenig an Venedig denken. Die Preise für Kaffee und Limo sind etwas höher als normal, aber das ist ja verständlich.

Und erst auf dem Rückweg, wo wir im Essener Bezirk Stoppenberg in einer Pizzeria für kleines Geld Pizza essen und etwas trinken, beruhigt sich Tim wieder. Nun sieht er unseren kleinen Ausflug nicht mehr nur negativ. Schon darf ich ihn aber nicht mehr auf das Werksschwimmbad der Kokerei Zollverein ansprechen. So werde ich ihn zu einem Ausflug an diesen Ort wohl nicht mehr überreden können. Und das ist eigentlich schade. Denn mir hat es da ausgezeichnet gefallen.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

2 KOMMENTARE

  1. Hallo Ernst ,
    Mir gefallen deine Fotos…..
    Schade , das Tim sich nicht so wohl gefühlt hat , aber irgendwie auch verständlich…..
    für ein Kind ist das wohl nicht wirklich zum wohlfühlen , eher bedrohlich .
    Mach weiter interssante Fotos .
    Sorry voor mijn bekrompen en verwarrend duits ,

  2. Liebe Heike,

    na das ist ja eine Ueberraschung, von Dir hier zu lesen. Dein Duits ist doch gut zu verstehen. Es stimmt ja, inzwischen habe ich auch eingesehen, dass Tim bei mir noch was gut hat. Da ich naechstes Wochenende mal arbeitsfrei hab, fahre ich mit ihm zum Movie Park in Bottrop trotz schwindelerregender Eintrittspreise…

    schoene Gruesse nach Holland

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