Wiedereröffnung vom Ratinger Märchenzoo nach dem Sturm

Auch das Bild von Berggeist Rübezahl ist vertont.
Auch das Bild von Berggeist Rübezahl aus dem Riesengebirge ist vertont.

Wenn man parallel zu blauem See und Kalkbahn in Ratingen den Weg hinauf zum Märchenzoo geht, ist das jetzt schon etwas unheimlich.

Denn wo früher ein dichter Baumbestand war und dieser Weg eigentlich ein typischer Waldweg war, hat der monströse Pfingststurm „Ela“ eine einzige kahle Schneise gefegt. Und nur vereinzelt sind überhaupt noch ein paar Bäume stehengeblieben. Und dass der völlig verwüstete Märchenzoo überhaupt wieder öffnen konnte, grenzt fast an ein Wunder.

Im Ferienpass der Stadt Ratingen haben wir auch diesen Gutschein vom Märchenzoo. Schon ist Tim mit 11 aus diesem Alter eigentlich längst heraus, aber ich will doch mal mit ihm gucken, wie die vielen freiwilligen Helfer die auch dort so verheerenden Sturmschäden von „Ela“ beseitigt haben. So daß der traditionsreiche Vergnügungspark für die eher kleineren Kinder und deren Eltern kürzlich wieder öffnen konnte. Und schliesslich muss er mal raus bei dem schönen Sommerwetter.

Die Betreiber waren nach dem Sturm ohne Hoffnung, den Märchenzoo jemals wieder neu aufbauen und betreiben zu können.

Dann aber alle Achtung, wie effektiv hier offenbar gearbeitet wurde. Denn bis auf ein paar Bilder der eigentlich vertonten Märchen etwa der Gebrüder Grimm, die völlig zerstört waren und noch nicht wieder mit Ton sind, ist fast alles wie sonst. Als ich das einem der Mitarbeiter sage, empfindet er das als Kompliment. Denn wie der Zugangsweg zum Märchenzoo muss auch der Märchenzoo selber ein einziger Kahlschlag gewesen sein. Und die Betreiber waren anfangs gänzlich ohne Hoffnung, diesen Ort je wieder betreiben zu können.

Ein vertontes Bild behandelt auch den sagenumwobenen Berggeist Rübezahl aus dem Riesengebirge.

Und dann schwappte eine ungeahnte Hilfsbereitschaft in Form von zahlreichen freiwilligen Aufbauhelfern und Spenden von Unternehmen über die Mitarbeiter dieses so traditionellen Ortes. Den kenne ich auch noch aus meiner Kindheit. Fast alle der mir noch so gut vertrauten Märchendarstellungen in der typischen Gestaltung vom Anfang der 50er Jahre sind erhalten geblieben. Oder sie sind wieder hergestellt worden. Und wo das noch nicht der Fall ist, bittet ein Schild um Entschuldigung, dass hier noch „gewerkelt“ wird.

Es sind dabei nicht nur Märchen mit Bild dargestellt und großem rotem Knopf, der gedrückt werden muss, damit eine Tonbandstimme den Inhalt nacherzählt. Ein vertontes Bild behandelt auch den sagenumwobenen Berggeist Rübezahl aus dem Riesengebirge. Das verdeutlicht noch, dass nach dem Krieg zahlreiche Menschen aus dem heutigen Tschechien und Polen sich in Ratingen ansiedelten.

Beim Bild des Märchens Rotkäppchen sind ganz neue Figuren von Rotkäppchen und dem Wolf aufgestellt.

Doch an etlichen Stellen sehe ich noch Sturmschäden, natürlich. Das Gehege der Schweine z.B. ist noch arg deformiert. Und Zaun und Zaunpfähle sind zwar gerichtet, aber stehen zum Teil auch noch abenteuerlich schief und krumm. Die Ställe der Schweine sind offenbar ganz neu getischlert worden. Beim Märchen Rotkäppchen sind völlig neue mir jedenfalls bisher unbekannte Figuren vom Wolf und des Mädchens mit der roten Kopfbedeckung aufgestellt. Zahlreiche Märchen haben noch nicht wieder Ton. Und das Gelände, was früher einmal in dichtem Wald lag, sieht nun viel heller aus durch die zahlreichen nun fehlenden Bäume. Aber das Holz von all den Ästen und Stämmen ist weitgehendst beseitigt. Der Ort kann wieder (im Gegensatz zum Wald ringsum, der zum großen Teil wegen Lebensgefahr durch Astbruch noch gesperrt ist) völlig gefahrlos betreten werden. Gerade sind auch zahlreiche andere Besucher mit vielen kleinen Kindern da.

Nachwievor oder wieder sind viele lebende Tiere auf dem Gelände: Gänse, Enten, Schweine, Hängebauchschweine, Pfauen, ein Esel, ein Pony, Ziegen… Und in einem kleinen Gehege am Eingang turnen wie eh und je ein paar Rhesusaffen herum, die die irrsten Grimassen schneiden. Aber ich bin mit der Kamera nicht schnell genug für interessante Fotos. Und an die Scheiben klopfen ja nur Affen. Das steht auf einem Plakat an dem Gehege.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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