Wülfrath – das größte Kalksteinabbaugebiet Europas

der ehemalige Steinbruch Prangenhaus der Kalkwerke Wülfrath mit türkisfarbenem Wasser
der ehemalige Steinbruch Prangenhaus der Kalkwerke Wülfrath mit türkisfarbenem Wasser
von Ernst Käbisch

In der nur 20000 Einwohner zählenden Stadt Wülfrath im Kreis Mettmann ist das größte Kalksteinabbaugebiet Europas. Und ein großer Teil des Stadtgebiets besteht aus stillgelegten Steinbrüchen, die inzwischen zu landschaftlich reizvollen Biotopen geworden sind. Außerdem sind hier auch die noch aktiven Steinbrüche Rohdenhaus und Silberberg.

Die Kalkwerke in Wülfrath sind nicht nur ein reizvolles Ausflugsziel. So sieht es da zum Teil sogar ganz spektakulär aus. Denn das habe ich mit Tim schon in den Osterferien beim Zeittunnel Wülfrath gesehen. Dort ist ein 160 Meter langer Tunnel zum stillgelegten Bochumer Bruch wie eine Art Bergbaumuseum (Tagebau) gestaltet. Und das ehemalige Abbaugebiet Bochumer Bruch ist zwar umzäunt. Aber was man da so sehen kann, wirkt wie eine grandiose Wildwestlandschaft wie aus Karl-May-Filmen.

Der türkisfarbene Prangenhaussteinbruch vor dem Kalkwerk Wülfrath

Und auch die stillgelegten Steinbrüche Schlupkothen und Prangenhaus wirken großartig und sind seit ihrer Stilllegung renaturiert und zu eindrucksvollen Biotopen geworden. Schon sind beide Steinbrüche inzwischen riesige Seen. Der Steinbruch Prangenhaus vor der Kulisse der Firmengebäude von Rheinkalk bzw. Lhoist wirkt außerdem bizarr mit seinem türkisfarbenen Wasser wie das Meer in der Karibik.

Hierhin habe ich mit dem Fahrrad von Ratingen aus gar nicht weit zu fahren. So  sind das vielleicht 8 Kilometer. Vor 3 Wochen war ich schon einmal hier und hatte zwar noch eine freiere Sicht durch die noch kaum belaubten Bäume, aber dafür war das Wetter an dem Tag trübe. Während heute am frühen Vormittag der Himmel noch blau ist , sieht man aber durch die inzwischen voller Laub stehenden Bäume nur noch wenig von dem türkisen Waldsee.

Ein aktive Steinbruch der Kalkwerke Wülfrath

Ein weiteres Mal fahre ich die Rohdenhauser Straße entlang in der Hoffnung, vielleicht von hier ein paar Blicke auf den aktiven Steinbruch Rohdenhaus zu erhaschen, der bis 2048 bis zu einer Tiefe von 200 Metern ausgegraben wird. Rechts von der Rohdenhauser Straße geht die Flandersbacher Straße ab. So komme ich an den riesigen Firmengebäuden des belgischen Steinwerkbetreibers vorbei. Und hier ist auch eine stilvolle und wirklich angenehm wirkende Arbeitersiedlung, die Siedlung Rohdenhaus. Außerdem hat wie in einer Zechensiedlung im Ruhrgebiet jedes der hübschen kleinen Wohnhäuser ein Stück Garten dabei. Dann steht noch ein uraltes Fachwerkhaus von 1773 mitten in der Siedlung und darüber verläuft eine Werksanlage der Steinwerkbetreiber.

Der Steinbruch Rohdenhaus

Links von mir ist jetzt der umzäunte und davor mit Laubbäumen als Sichtschutz bestandene aktive Steinbruch Rohdenhaus. Ohne Führung (die einmal im Monat vom Zeittunnel Wülfrath angeboten wird und wo man auch Zeuge von Sprengungen werden kann) bekommt man hier wohl absolut keine Eindrücke. Dafür kommt mir eine massive Steinbrücke über die Straße sehr bekannt vor. Und tatsächlich ist auch hier diese Brücke ein Eisenbahnviadukt der ehemaligen Niederbergbahn, wo obenauf der Panoramaradweg entlangführt, wo früher die Züge fuhren. Da der Weg aber auf der einen Seite nach Wuppertal und auf der anderen Seite nach Velbert und Heiligenhaus und bis nach Kettwig führt, fahre ich da nicht hinauf, sondern noch auf einem Waldweg um den einstigen Steinbruch Prangenhaus herum und gucke mir von da oben noch einmal den grandiosen Seeblick mit dem türkisen Wasser an. In Mettmann-Obschwarzbach komme ich wieder an der Landstraße Richtung Ratingen aus.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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