Zeche Adolph von Hansemann in Dortmund

Bergbausymbol Schlägel und Eisen

Die Zeche Adolph von Hansemann ist eine Überraschung: Hier ist mal kein Museum und keine Multifunktionshalle in den alten Zechengebäuden untergebracht geschweige denn ist hier eine Ruine oder gar ein Kahlschlag einer ehemaligen Zeche zu beklagen und es werden auch keine Kunstobjekte präsentiert. Dafür hat die Handwerkskammer Dortmund in der ehemaligen Zeche ein feines Bildungszentrum für Gerüstbauer und ähnliche Berufe in den wunderbar restaurierten barocken Zechengebäuden errichtet. Das scheint mir ein Musterbeispiel für gelungenen Strukturwandel im Ruhrgebiet zu sein. Das Alte bleibt weitgehend erhalten und gleichzeitig wird auf Ausbildung der Jugend in zukunftssicheren Branchen gesetzt.

Manche Regionalbahnen halten ja auch in Dortmund-Mengede, aber die RE 1 ab dem Essen HBF fährt durch bis zum Dortmund HBF. So muss ich ab da mit der halbstündlich fahrenden S-Bahnlinie 2 bis zu dem kleinen Vorortbahnhof Dortmund-Mengede fahren.

Aber erstmal habe ich diese S-Bahn gerade verpasst und so kann ich noch bis zum Dortmunder U unweit des Bahnhofs gehen, wo neue Kurzfilme unter dem riesigen Logo U der einstigen Unionbrauerei gezeigt werden.

Die Zeche Westhausen und die Zeche Adolph von Hansemann

Die Dortmunder Zechen sind alle sehr stilvoll und bestehen oft aus wunderbaren denkmalgeschützten Jugendstilgebäuden. Von der S-Bahn aus sehe ich nun im Vorbeifahren eine der schönsten Zechen des Ruhrgebiets am S-Bahnhof Westerfilde; nämlich die Zeche Westhausen mit einer Maschinenhalle in Jugendstilarchitektur und dem großartigen Malakowturm.

Und auch die Zeche Adolph von Hansemann 2 S-Bahnstationen weiter direkt am Bahnhof Mengede gelegen ist großartig. Wobei sie viel kleiner ist als ich gedacht hatte. Es steht sogar auf Infotafeln und auf einer Lore zu lesen, dass das hier eine Kleinzeche war. Ausser dass von der Zeche leider kein Förderturm erhalten bleiben konnte, sind aber offenbar die übrigen Zechengebäude um eine Art Zechenhof herum nicht nur erhalten geblieben, sondern auch restauriert und gepflegt bis ins kleinste Detail. Die Dortmunder Handelskammer hat hier eine Bildungseinrichtung etabliert, wo Jugendliche Gerüstbauer, Zweiradmechaniker und andere handwerkliche Berufe erlernen können.

Bildungszentrum Hansemann

Ich bin sehr beeindruckt, wie so das Alte erhalten werden konnte und gleichzeitig auf neue Branchen und die Ausbildung von Jugendlichen in möglichst krisensicheren Berufen gesetzt wird. Das scheint mir ein gutes Beispiel gelungenen Strukturwandels zu sein.

Jetzt am Wochenende ruht hier natürlich der Ausbildungsbetrieb. Ich gucke neugierig durchs Fenster in eines der so toprestaurierten Gebäude. Hier ist offenbar ein Cafe oder eine Art Mensa. Auch innen in den Gebäuden wirkt Alles hell und freundlich.

Mit der S-Bahn nach Essen über Gelsenkirchen

Nur die Erreichbarkeit des Bildungszentrums Hansemann mit dem ÖPNV lässt eventuell doch etwas zu wünschen übrig. An dem winzigen S-Bahnhof Dortmund-Mengede, wo auch Regionalzüge der RE3 halten, habe ich zwar direkt Anschluss an eine Bahn der S-Bahnlinie 2 nach Duisburg, aber diese Bahn fährt nur über Essen-Altenessen. Um zum Essen HBF zu kommen, muss ich nun auch noch am Gelsenkirchen HBF umsteigen und hier warten, bis die nächste S-Bahn der Linie 2 kommt, die bis zum Essen HBF fährt. Abseits der Stadtzentren ist der Personennahverkehr im Ruhrgebiet manchmal doch sehr gewöhnungsbedürftig.

Einfach auf eins der Vorschaubilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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