Zeche Alte Haase in Sprockhövel

von Ernst Käbisch

Die kleine Stadt Sprockhövel befindet sich am südlichen Rand der ehemaligen Kulturhauptstadt, Europas RUHR.2010, des Ruhrgebiets. Eigentlich ist hier auch schon Bergisches Land. Denn  Sprockhövel ist inmitten der landschaftlich reizvollen  „Elfringhauser Schweiz“ gelegen. Auch in diesem hügeligen Gebiet wurde einst Steinkohle gefördert. Und das war wohl nicht zu knapp, wie die eindrucksvolle Zeche Alte Haase mit dem mächtigen Malakowturm beweist.

Anfahrt nach Sprockhövel über Hattingen

Um nach Sprockhövel zu kommen, muss ich erst einmal ab dem Essen HBF mit der S3 bis Hattingen Mitte fahren. Hattingen war während der Kulturhauptstadt Europas die Altstadt von RUHR.2010. Da der SB37 nach Ennepetal erst in einer halben Stunde vom der Altstadt benachbarten Busbahnhof abfährt, gucke ich mich ein bisschen dort um. Wunderbare alte Fachwerkhäuser, Kirchen, mittelalterliche Stadttore und Gässchen mit Arkadengängen sind in Alt-Hattingen zu bewundern. Man darf sich aber nicht täuschen lassen von dieser Idylle.

Ein Stück ausserhalb des Stadtzentrums ist/war nämlich die Henrichshütte. Das war eine auf mich jedenfalls apokalyptisch wirkende gigantisch große Stahlhütte. Jetzt ist dort auf dem Gelände eine Filiale eines Museums. Nun wird versucht, so viele Gebäude der Stahlhütte wie möglich zu erhalten.  Erhalten geblieben ist auch einer der großen Hochöfen. Und im Rahmen von Führungen kann man den besichtigen. An die Henrichshütte erinnert in Hattingens Stadtzentrum das stählerne Kunstwerk „Menschen aus Eisen“. Das steht in einem Park an der früheren Stadtmauer.

Durch die „Elfringhauser Schweiz“ nach Sprockhövel

Nun fährt der Bus SB37 los. Er fährt jetzt durch eine hügelige Landschaft, die man auch nicht unbedingt im Ruhrgebiet vermutet. Denn das die „Elfringhauser Schweiz“. Und das ist ein richtiges Mittelgebirge. Dann im nächsten Ort sehe ich schon kurz nach dem Ortseingangsschild von Sprockhövel den unübersehbaren mächtigen Malakowturm der Zeche Alte Haase. Also an der Station Niedersprockhövel Kirche muss ich aus dem Bus austeigen. Und ein Stück durch das Dorf zurück zur Zeche gehen.

Wie ich es sehe, ist hier nicht nur der Malakowturm erhalten. Denn auch viele andere Zechengebäude gibt es noch. Und die meisten werden sogar neugenutzt von einem Maklerbüro, und von der Diakonie. Auch private Wohnungen sind offenbar schon in Zechengebäuden.

Aber als ich um den grandios wirkenden Zechenkomplex herumgehe, ändert sich das Bild schon etwas. Da ist dann zu sehen, dass einige der Gebäude auch verfallen und zum Teil in einem beängstigenden Zustand sind. Nur der Malakowturm ist tip top erhalten so wie der Turm der Zeche Julius Philipp in Bochum, wo ja ein Institut der Ruhruniversität eingezogen ist.

Rückfahrt über Schwelm

Auf dem Rückweg zur Bushaltestelle sehe ich, wie dörflich es im Sprockhöveler Ortsteil Niedersprockhövel ist. Vor dem „Dorfkrug“ in einem Fachwerkhaus ist eine Infotafel über den Bergbauwanderweg „Alte Haase“, der natürlich hier entlang führt. Mit dem heute am Samstag stündlich fahrenden SB 37 bin ich ja hierhergekommen. Nun fahre ich noch ein Stück in Richtung Ennepetal mit und steige in Schwelm am Bahnhof aus dem Bus. Hier an dem kleinen Bahnhof halten die Regionalzüge und S-Bahnen zwischen Dortmund, Wuppertal und Düsseldorf.

1hattingen
In Hattingen Foto anklicken
2hattingen
Bis ins Detail liebevoll gepflegt Foto anklicken
3hattingen
Kunstwerk „Menschen aus Eisen“ Foto anklicken
Zeche Alte Haase in Sprockhövel
Glückauf Foto anklicken
Zeche Alte Haase in Sprockhövel
Zeche Alte Haase Foto anklicken
Zeche Alte Haase in Sprockhövel
Also auch hier ein Malakowturm Foto anklicken
7baujahr
Baujahr 1897 Foto anklicken
8gelaende
Auf der Rückseite sieht es nicht mehr ganz so gepflegt aus. Foto anklicken
9revier
Hier hat einer sein Revier abgesteckt Foto anklicken
10weg
Dorfkrug, Bergbauwanderweg Foto anklicken

Text/Fotos: Ernst Käbisch

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here