Zeche Carl Funke am Baldeneysee in Essen

Maschinenhaus Zeche Carl Funke bzw. Hundsnocken
Maschinenhaus Zeche Carl Funke bzw. Hundsnocken

von Ernst Käbisch

Die Zeche Carl Funke am Baldeneysee war neben der Zeche Langenbrahm die größte Zeche im Essener Süden. Ausser dem wie eine Landmarke erhaltenen Förderturm von Schacht 1 sind einige weitere Gebäude der Tagesanlagen erhalten wie z.B. die Markenkontrolle. Ausserdem existiert noch ein Stollenmundloch Carl Funke bzw. Heisinger Tiefbau und ein Maschinenhaus von Zeche Hundsnocken.

Eigentlich ist mein Ausflugsziel heute nur das Stollenmundloch Heisinger Tiefbau. Es wird auch Stollenmundloch Carl Funke genannt. Und es liegt unterhalb des erhaltenen Förderturms von Schacht 1 der Zeche Carl Funke fast an der Uferpromenade am Baldeneysee. Früher einmal überragten den Förderturm noch andere Zechengebäude dieser größten Zeche am Baldeneysee. Die stillgelegte Zeche war einmal die eindrucksvolle Filmkulisse von „Kommissar Haferkamp“-Tatorten. Inzwischen ist aber der grün gestrichene Förderturm wie eine Landmarke das letzte weithin sichtbare Relikt von Zeche Carl Funke. Und das ehemalige Zechengelände wirkt jetzt renaturiert mit Wald und Gärten bewachsen wie ein Teil des Naherholungsgebiets Baldeneysee.

Kleingartenkolonie Carl Funke“ – Maschinenhaus von Zeche Hundsnocken

Ausser dem Förderturm ist noch die Markenkontrolle vorhanden. Hier steht eine Lore mit der Aufschrift „Kleingartenkolonie Carl Funke“ gegenüber dem Pförtnerhaus, wo die Bergleute auf dem Weg zur Arbeit entlanggingen. 20 Meter von hier soll auch Schacht 2 der Zeche gewesen sein. Eine Infotafel gibt es hier irgendwo bei der Schachtabdeckung, aber das finde ich jetzt nicht bei strömendem Regen.

Schön ist das alte Maschinenhaus von Zeche Hundsnocken bzw. die Ruine dieses alten jetzt von dichtem Wald umgebenen und von Efeu überwachsenen Bruchsteinhauses oberhalb des Förderturms von Schacht 1. Zeche Hundsnocken war einer der Ursprünge der Zeche Carl Funke, die wie alle größeren Zechen im Süden des Ruhrgebiets durch Konsolidationen mehrerer Stollenkleinzechen z.B. eben Hundsnocken und auch Heisinger Tiefbau entstand. Mit der schon etwas berüchtigten, zechenfressenden Großzeche Langenbrahm war Carl Funke die bedeutendste Zeche im Essener Süden. Nördlich von hier anschliessend konnte sich lange Zeit die hochwertige Anthrazitkohle fördernde Zeche Gottfried Wilhelm im Schellenberger Wald gegen Expansionsbemühungen von Langenbrahm und Carl Funke erwehren. Letzlich wurde sie dann doch von der Zeche Carl Funke aufgekauft.

Stollenmundloch Heisinger Tiefbau bzw. Carl Funke

Unten an der Promenade am Baldeneysee ist dann im Felsen das Stollenmundloch Heisinger Tiefbau (es wird auch Stollenmundloch Carl Funke genannt), wegen dem ich ja heute hierhingefahren und gegangen bin. Wenn man sich genau informiert hat, wo es sein kann, ist es jetzt im Winter leicht zu finden trotz des Brombeergestrüpps darüber. Deutlich ist der Rundbogen aus Ruhrsandstein um den zubetonierten Stolleneingang zu erkennen. Genauer untersuchen will ich das von dem Gestrüpp schon etwas verdeckte Bergbaurelikt jetzt in strömenden Regen aber nicht ebenso wie ich jetzt den interessanten Felsen hier nicht nach dem Stollenmundloch Hundsnocken absuche, das ebenso irgendwo in dieser geologisch so interessanten Felsenlandschaft verborgen sein muss.

Auf dem Trampelpfad vor dem Felsen finden sich noch Gleisreste der Zeche Carl Funke und ein Stück weiter an dem Felsen steht eine Infotafel, wo über das „Naturdenkmal Sutan-Überschiebung“ mit Text und Grafiken erzählt wird, was immer das auch sein mag. Das ist alles ja hochinteressant, auch wenn ich bereits mehrmals hier war einmal sogar mit dem Rad ab Ratingen, aber dieser jetzt penetrante Regen nervt trotz des Schirmes, den ich natürlich mithabe.

Irgendwo hier im Bezirk Heisingen sind auch Bushaltestellen, aber da die Busse hier schon meist über den Essener Hauptbahnhof fahren, gehe ich trotz des Regens bis zur Villa Hügel am Baldeneysee, wo die S-Bahnlinie 6 direkt nach Ratingen durchfährt und am S-Bahnof Hügel hält, zurück. Der Baldeneysee links neben mir verschwimmt fast in Nebelschwaden vom Regen. Eigentlich gefällt mir das; das sieht geheimnisvoll aus; nur ganz so stark regnen müsste es halt nicht.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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