Zeche Dahlhauser Tiefbau und der Förderstollen Friedlicher Nachbar in Bochum

Stollenmundloch vom Förderstollen Friedlicher Nachbar der Zeche Dahlhauser Tiefbau in Bochum
Stollenmundloch vom Förderstollen Friedlicher Nachbar der Zeche Dahlhauser Tiefbau in Bochum
von Ernst Käbisch

Und auch im Städtedreieck Essen/Hattingen/Bochum gibt es zahlreiche Relikte von Stollenzechen und Tiefbauzechen aus dem frühen Bergbau an der Ruhr. Schon der Weg mit dem Bus ab Essen-Werden durch das Hespertal, das Deilbachtal, Essen-Kupferdreh und Hattingen ist von Eindrücken aus dem Altbergbau im Ruhrgebiet geprägt. Und die Relikte der Bochumer Zeche Dahlhauser Tiefbau und das Stollenmundloch des Förderstollens Friedlicher Nachbar sind direkt an der Ruhr.

Schon oft hatte ich bei der Fahrt mit der S-Bahn nach Essen am Bahnhof Essen-Werden überlegt, was das für eine Burgruine in Burgaltendorf ist. Denn das steht als Fahrtziel auf dem am Bahnhofsvorplatz wartenden Bus 180. Und jetzt an einem Wochentag setze ich mich einfach einmal in den Bus rein und fahre mit.

Fahrt mit dem Bus zum Förderstollen Friedlicher Nachbar

So mit die reizvollste Landschaft im ganzen Ruhrgebiet ist das hier im Essener Süden. Und steile Auffahrten hat der Bus auf kurvigen Straßen in der bergigen, oft waldbestandenen Landschaft zu bewältigen. Dann folgen Abfahrten in ehemalige Bergbauregionen wie das Hespertal und das Deilbachtal. Denn auch der Essener Ortsteil Kupferdreh ist wie Werden ein ganz beschaulicher aber dennoch großstädtisch pulsierender Bezirk. Dann gibt es hier viele Relikte ehemaliger Bergwerke. Und Stahlhütten gab wie die Phönixhütte gab es hier. Dafür zeugen zahlreiche prächtige Gründerzeithäuser vom früheren Reichtum dieses einstigen Zentrums der Montanindustrie.

So wie das Muttental in Witten ist das hier die Wiege des Ruhrkohlebergbaus und allgemein der Montanindustrie an der Ruhr. Dann ein Stück fährt der Bus sogar noch durch Hattingen. Und das ist ja durch die gigantisch-große Henrichshütte bekannt. Und jetzt ist da das Industriemuseum an gleicher Stelle. Dann von einigen Stellen sehe ich aus dem Bus reizvolle Silhouetten von „blauen Bergen“ der Elfringhauser Schweiz.

Die Zeche Friedlicher Nachbar

Weiter fährt der Bus durch die Kohlenstraße nun zur Endstation an der urigen Burgruine in Burgaltendorf. Schon hier ist wieder Essen. Und zu Fuß gehe ich nun einige hundert Meter bergab zum Steinkohlenplatz. Dann bin ich erneut in Hattingen. Und ein großes, interessant aussehendes und inzwischen bewohntes Haus aus roten Backsteinen vor mir war einmal das Verwaltungsgebäude der Zeche Altendorf Tiefbau. Dann auf der anderen Seite vom Steinkohlenplatz sind in wildgewachsenem Gestrüpp noch Mauerreste der Schachtanlage Willm zu erkennen.

Dann gehe ich ein Stück in östlicher Richtung auf einer Art Landstraße. Und nach nicht einmal einem Kilometer habe ich bereits die Ruhr an der ehemaligen Dahlhauser Schleuse erreicht. So brauche ich nur über die Ruhrbrücke zu gehen. Dann bin ich bereits in Bochum-Dahlhausen auf der Lewacker Straße.

Unweit der Ruhrbrücke ist der Stollen Friedlicher Nachbar

Und diese Lewacker Straße gehe ich nun ein kurzes Stück rechts immer an der Ruhr entlang. Dann sehe ich schon diese knallgelbe Grubenlok vor dem Stollenmundloch. So brauche ich ja gar nicht lange suchen. Schon ist das Stollenmundloch zugemauert und ein Gitter ist davor. Trotzdem finde ich solche Gedenkstätten an so alten Stollen gut. Dann werden die nicht vergessen. So in dem Fall ist es der Förderstollen der einstigen Zeche Glücksonne. Dann hieß der Stollen Friedlicher Nachbar. Zuletzt war es der Förderstollen der Zeche Dahlhauser Tiefbau. Und die geförderten Kohlen konnten bequem zur Kohlenniederlage an der Ruhr transportiert werden. Dafür musste nur die Straßenseite der Lewacker Straße gewechselt werden. Dann wurden sie dort auf Kohlenschiffe geladen.

Dahlhauser Bergbauwanderweg

Dann auch von den Schächten der Zeche Dahlhauser Tiefbau finde ich sofort Relikte. Und zwar ist das praktisch vis a vis an der Wegbiegung der Lewacker Straße. So in einer Art kleinem Park sind mehrere Schachtabdeckungen der einstigen Zeche, Infotafeln mit Abbildungen. Und mir fällt ein, daß ich bei einem früheren Besuch in Bochum-Dahlhausen schon einmal etwas von einem Dahlhauser Bergbauwanderweg gelesen habe. Außerdem fällt mir natürlich wieder mein Besuch kürzlich im Muttental in Witten ein. Denn scheinbar war auch hier wie im Muttental eine Zeche neben der anderen.

Und sogar auch in Essen-Burgaltendorf gibt es noch so ein Stollenmundloch wie beim Förderstollen Friedlicher Nachbar. So ist das von der Zeche Altendorf Tiefbau, an dessen Verwaltungsgebäude am Hattinger Steinkohlenplatz ich jetzt wieder vorbei gehe. Und dieses Stollenmundloch werde ich bei nächster Gelegenheit einmal besichtigen.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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