Zeche Dodelle in Essen-Fischlaken

Vermutlich ist die Zeche Dodelle im Baldeneysee abgesoffen.
Vermutlich ist die Zeche Dodelle im Baldeneysee abgesoffen.

von Ernst Käbisch

Schon so ist es oft schwierig, von uralten Zechen im Ruhrgebiet noch Spuren zu finden. Und fast aussichtslos ist das so bei mancher Zeche, die weit weg von der Ruhr lag und die bei der Stauung vom Baldeneysee praktisch überflutet wurde. So eine Zeche ist bzw. war die Zeche Dodelle in Essen-Fischlaken.

dodelle350x230
Eigentlich ist nur der Straßenname eine Spur der Zeche Dodelle.

Dann setzt sich nach dem Stauwerk Baldeney und diesem Stollenmundloch vom Anselmusstollen? weiter Richtung Osten am Baldeneysee ehemaliges Bergbaugebiet lückenlos fort. Aber hier zwischen den Bezirken Werden und Fischlaken gibt es kaum noch Bergbaurelikte. Und das liegt wohl daran, dass der einstige Verlauf der Ruhr jetzt mitten im See und weit weg vom jetzigen Ufer war. Also besonders hier sind ganze Bergwerke vermutlich bei der Stauung des Stausees zwischen 1931 und 1933 überflutet worden.

So rechne ich eigentlich gar nicht damit, irgendwas von der Zeche Dodelle bzw. Zeche Vereinigte Stöckgesbank & Dodelle zu finden. Denn schon auf Karten habe ich gesehen, dass mindestens eins der beiden nebeneinanderliegenden Stollenmundlöcher von Stöckgesbank und Dodelle im See abgesoffen ist. Und von dem anderen Stollenmundloch am Seeufer hat auch niemand Fotos gemacht. So bin ich nicht überrascht und nicht enttäuscht, dass ich hier unterhalb der Straße Dodelle am Ufer des Sees auch nichts finde, was ein Stollenmundloch sein kann.

Der Straßenname Dodelle ist eine Spur

Vielleicht ist der Teich ein Zechenrelikt?
Vielleicht ist der Teich ein Zechenrelikt?

So wird die einzige Spur auf das Bergwerk „Dodelle“ doch der Straßenname „Dodelle“ sein. Und das ist hier eigentlich nur ein Feldweg, der steil bergauf führt. Dann ist aber direkt links am Weg so ein umzäuntes, verwildert wirkendes Gelände mit einem Teich. Und die Zaunpfosten sind Eisenbahnschwellkörper und Schienenreste. Und das ist vermutlich doch Zechenrelikt mit Resten einer Zechenbahn. Also kann das ein zum Teich vollgelaufener Schacht oder ein eingestürzter Stollen sein, der zum Teich wurde. Denn laut einer Karte hatte die uralte Zeche sowohl Stollen als auch einen Schacht. Und deren Grubenfelder wurden später von der Großzeche Pörtingsiepen übernommen.

Dann gehe ich den Weg Dodelle bergauf an einem uralten, bewohnten Bruchsteinhaus vorbei. Und in dessen Garten sind alte Mauerreste. Da vermute ich auch stark, dass das Zechenrelikte sind. Aber ich kann ja nicht einfach auf das Privatgrundstück gehen und mich da umgucken. Schon ist es schade, dass hier am Baldeneysee sehr wenig über diese hier so reichhaltigen Bergbauspuren auf Infotafeln und dergleichen informiert wird.

Die Straße Dodelle wird zur Asphaltstraße

Blick zur Villa Hügel am Nordufer vom Baldeneysee
Blick zur Villa Hügel am Nordufer vom Baldeneysee

So wie am Nordufer vom See geht es immer noch auf der jetzt zur Asphaltstraße gewordenen Straße Dodelle richtig steil bergauf. Und von einigen Stellen habe ich nun eine großartige Aussicht über den tief im Tal liegenden, großen Ruhrstausee bis hinüber zur Kruppschen Villa Hügel. Es ist hier jetzt richtig ländlich. Und es gibt nun keine weiteren Spuren mehr, dass rings um den See einst ein quirliges Zentrum der Montanindustrie mit 2 Großzechen, Kokereien und sogar Hütten wie der Phönixhütte war. Denn längst ist der Baldeneysee Naherholungsgebiet pur.

Dann erst in Werden geht es für mich wieder steil bergab. Und hier in einem angenehmen Wohnbezirk sind die Straßen wie der Viehauser Berg nun abenteuerlich abschüssig. 11%  steht auf einem Schild am Straßenrand. Im kleinstädtisch wirkenden mittelalterlichen Zentrum von Alt-Werden unten im Ruhrtal komme ich nach meinem weiteren Schritt, den Baldeneysee in Etappen zu umrunden, wieder aus. Und hier ist auch die S-Bahnstation Essen-Werden.

Text / Fotos: Ernst Käbisch

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here