Zeche Erin / Erin-Park in Castrop-Rauxel

von Ernst Käbisch

Ein Stück Irland im Ruhrgebiet“ wird einem auf einer Internetseite zum Erin-Park in Castrop-Rauxel versprochen. Denn der Zechengründer William Thomas Mulvany war Ire. Und eine eindrucksvolle Haldenlandschaft um einen markanten grünen Förderturm lässt hier tatsächlich ein bisschen an die grüne Insel denken. Verblüfft bin ich dann noch mehr darüber, wie sehr in Altstadtnähe die ehemalige Zeche arbeitete.

Mit dem Regionalzug fahre ich bis zum Castrop-Rauxel HBF mit. Am Bahnhofsvorplatz, dem Berliner Platz (im Ortsteil Rauxel) steige ich in einen Bus ein. Und der fährt zum Münsterplatz im Ortsteil Castrop. Dann irre ich zuerst in der Altstadt von Castrop herum. So ist hier ähnlich wie in Hagen viel im 2.Weltkrieg kaputtgebombt worden, Dafür ist das durch moderne und oft nicht ästhetisch wirkende Neubauten ersetzt worden. Gerade ein paar alte Gebäude wie die beiden großen Kirchen und auch ein paar Fachwerk- und Gründerzeithäusern sind erhalten geblieben. So ahnt man schon, dass Castrop-Rauxel einst eine schöne münsterländische Stadt gewesen war. Castrop-Rauxel gehört zum Landkreis Recklinghausen. Das ist schon Münsterland.

Der Erin-Park

Zuerst wollte ich zur Halde Schwerin im Ortsteil Schwerin von Castrop-Rauxel gehen. Dann gucke ich mir doch den Erin-Park unweit des Stadtzentrums von Castrop-Rauxel an. „Ein Stück Irland im Ruhrgebiet“ heißt etwas vollmundig ein Beitrag mit Fotos zu dieser ehemaligen Zeche auf einer Internetseite. Gerade gestern hatte ich mir die noch angeguckt. Und tatsächlich war der Zechengründer ein Ire namens Mulvany. Denn der Name Erin bezieht sich auf eine gälische Göttin. Danach ist auch Irland (Eire) benannt. Und Erin steht weithin sichtbar auf einem von 2 verbliebenen Fördertürmen der Zeche.

Dann sehe ich schon vom Altstadtring aus diesen markanten Förderturm von Schacht 7 der Zeche Erin mit den großen weißen Lettern „ERIN“ obenauf. Ausser dem Förderturm ist hier nichts von einer Zeche erhalten geblieben, nur noch eine riesige Seilscheibe eines weiteren Förderturms steht neben dem Turm. Eine Haldenlandschaft schliesst sich dem Turm an, dort sind ein paar wenige steinerne Relikte einer Werkshalle auf einer Wiese. Wenn man hier die Augen zusammenkneift und in bestimmte Richtungen guckt, könnte man schon meinen, hier auf der grünen Insel Irland zu sein.

Ein kleiner See ist schön in diese saftig grüne und jetzt auch  sommerlich blühende Landschaft eingefasst. Wo ich auf einen der Haldenhügel klettere, bin ich überrascht zu sehen, wie nahe die Zeche an der Altstadt von Castrop-Rauxel gelegen ist. So einfach die Anlage hier ist; es gefällt mir sehr gut. Etwas von dem Alten wurde erhalten und neues Leben ist hier auch entstanden. Ein offenbar reges Gewerbezentrum, das Mulvany-Center ist in die sehr modernen Gebäude um den Förderturm und den Park eingezogen.

Rückfahrt über Bochum

Gemütlich gehe ich durch das Zentrum der so vielfältig interessanten Stadt Castrop-Rauxel zurück zum Busbahnhof am Münsterplatz. Gerade abfahrbereit ist da der mir schon bekannte Bus 353 nach Bochum. Ich steige am Bochum HBF aus und der Bus fährt diesmal ohne mich weiter nach Bochum-Sundern ins Ruhrtal, wo der Malakowturm der Zeche Brockhauser Tiefbau mitten im Wald steht.

Zeche Erin / Erin-Park in Castrop-Rauxel
Weithin sichtbar ist der ERIN-Förderturm Foto anklicken
Zeche Erin / Erin-Park in Castrop-Rauxel
ERIN nach einer gälischen Göttin Foto anklicken
Zeche Erin / Erin-Park in Castrop-Rauxel
Mischung aus alt und neu Foto anklicken
Zeche Erin / Erin-Park in Castrop-Rauxel
Das könnte auch in Irland sein.? Foto anklicken
5reste
Zechenrelikte Foto anklicken
6see
Haldenlandschaft mit See Foto anklicken
7hoheward
links am Horizont ist die Halde Hoheward/Hoppenbruch in Herten/Recklinghausen Foto anklicken
8city
Altstadt und Förderturm Foto anklicken
9seilsch
Seilscheibe Foto anklicken
10mulvany
Mulvany-Center Foto anklicken
11lore
Lore der Zeche Erin Foto anklicken
12knappschaft
Knappschaft Foto anklicken
13markt
Markt in Castrop-Rauxel Foto anklicken

  Text/Fotos: Ernst Käbisch

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