Zeche Ewald Fortsetzung in Oer-Erkenschwick

Die Zeche mit dem Förderturm von Schacht 3

Also Zeche und Halde Ewald Fortsetzung sind ein völlig anderes Zechenerlebnis als andere ehemalige Zechen im Ruhrgebiet. Zum Beispiel ganz anders als die Dortmunder Zeche Hansemann, die ich letzte Woche besuchte. Denn die Zeche in der kleinen Stadt Oer-Erkenschwick ist viel weitläufiger. Und es gibt noch zahlreiche Zechengebäude unter anderem einen prächtigen Förderturm. Allerdings sind die schönen und doch sicher denkmalgeschützten barocken Gebäude zum Teil in einem traurigen Zustand. Und an die Zeche schliesst sich eine Halde aus dem tauben aber kohlehaltigen Gestein der Zeche an. Schon dahinter beginnt bereits die münsterländische Waldlandschaft Haard.

Und um in die kleineren Städte des Ruhrgebiets mit dem ÖPNV zu fahren, muss ich schon immer etwas mehr Zeit mitbringen. Zuerst am HBF Essen ist Gleis 9 etwas versteckt. Und hier fahren stündlich kleine Regionalzüge nach Münster über Recklinghausen. Weiter am Recklinghausen HBF fährt dann immerhin halbstündlich der Bus 232 nach Datteln über Oer-Erkenschwick. Endlich an der Station Marktstraße in dieser kleinen münsterländischen Stadt steige ich aus.

Zeche Ewald Fortsetzung bzw. das Bergwerk Haard in Oer-Erkenschwick

Schon die Seilscheibe am Kreisverkehr des Berliner Platzes in Oer-Erkenschwick deutet darauf hin, dass hier eine ehemalige Bergbaugegend ist. Denn die Häuser auf der Ewaldstraße sind ganz klar Häuser einer Zechensiedlung. Und wenn daran noch Zweifel bestanden, dann ist das weitläufige Zechengelände linkerhand mit zahlreichen erhalten gebliebenen Zechengebäuden mit der Halde dahinter der letzte Beweis. So bin ich hier richtig bei der Zeche mit dem eigenartigen Namen Ewald Fortsetzung. Und früher hiess die Zeche auch mal Bergwerk Haard nach der Waldlandschaft Haard, die genau hier wo die Halde ist beginnt.

Die Stadt Oer-Erkenschwick

Also die Stadt Oer-Erkenschwick kenne ich bisher nur von deren Fussballmannschaft SpVgg Erkenschwick, die mal ein paar Jahre in der 2ten Liga spielte. Ansonsten ist diese eher ländliche Gegend hier im Münsterland mir fast unbekannt. Und es ist ja auch etwas schwer für mich zu erreichen. Gerade was ich hier so sehe, gefällt mir aber. Denn es ist hier auch ein völlig anderer Eindruck als letzte Woche bei der Dortmunder Zeche Hansemann. Und das ist nicht nur wegen der Größe. Denn die Zeche Hansemann war ja nur eine Kleinzeche. Und hier ist ein riesiges Zechengelände mit mindestens 2 Schächten, weil ich 2 Protegohauben zur Abgasregelung gesehen habe.

Wunderbaren Zechengebäude bröckeln vor sich hin

Schon der größere Unterschied ist aber, dass die Zeche Hansemann top restauriert ist und top neugenutzt von einem Bildungszentrum der Handelskammer Dortmund.  Während hier sind die ebenfalls großartigen Gebäude nicht nur verlassen sondern zum Teil auch verfallen. Und sie wirken sogar wie Ruinen. Denn zur Straße hin sind viele Fenster durch Holzplatten blind gemacht. Weiter sind zahlreiche Scheiben aber auch kaputt oder fehlen ganz. Und Mauern bröckeln und nur ein Teil der Häuser wirkt durch Zäune und Schlösser so, als ob sich überhaupt jemand dafür interessiert. Außerdem wirken manche Gebäudeteile schon abenteuerlich verfallen ähnlich wie die im Wald versteckte Maschinenhausruine der Zeche Rudolph in Essen. Dann wirkt sogar der prächtige Förderturm verfallen und rostig. Und das ist schade. Dann hoffentlich finden sich hier noch Interessenten, die auch ein bisschen was Zeit und Geld in die wunderbaren Zechenrelikte investieren, damit die erhalten bleiben können.

Die Halde der Zeche

Bei dem angenehmen Frühlingswetter heute muss ich mir auch die ans Zechengelände anschliessende Halde angucken. Wie andere Halden auch ist auch diese Halde unten schon dicht bewaldet, also sicher schon vor etlichen Jahrzehnten angelegt worden. Sie ist nicht besonders hoch, also wohl aber keine Halde der ersten Generation, die als spitze Kegel angelegt sich oft selbst entzündeten und zu brennenden Halden wurden. Fast ohne Übergang grenzt diese Halde an das hügelige Waldgebiet Haard zwischen Oer-Erkenschwick, Haltern, Datteln und Marl. Von dem Haldengipfel hat man ein bisschen Panoramablick auf die kleine Stadt Oer-Erkenschwick und weiter ins Revier, aber es ist immer noch etwas nebelig trotz des sonst makellos blauen Himmels.

Einfach auf eins der Vorschaubilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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