Zeche Friedlicher Nachbar in Bochum-Linden

Zeche Friedlicher Nachbar in Bochum-Linden
Zeche Friedlicher Nachbar in Bochum-Linden

von Ernst Käbisch

Die größte Steinkohlezeche im Bochumer Süden war offenbar die Verbundszeche Friedlicher Nachbar, von der ich schon Teilzechen besichtigt hatte bzw. Relikte davon, nämlich die Zeche Hasenwinkel und das Stollenmundloch der ehemaligen Zeche Glücksonne. Und heute gucke ich mir das eindrucksvolle Maschinenhaus von Schacht 1 der Zeche Friedlicher Nachbar in Bochum-Linden an.

Wieder einmal steige ich am S-Bahnhof Bochum-Dahlhausen aus der weiter nach Hattingen fahrenden Bahn der Linie 3 aus. Diesmal gehe ich die Dr.-C.-Otto-Straße entlang, weil ich mir ja Relikte der Zeche Friedlicher Nachbar ansehen will. Genaugenommen habe ich ja schon einiges der Zeche wie das Stollenmundloch des Förderstollens der ehemaligen Zeche Glücksonne in der Lewacker Straße am Ruhrufer in Bochum-Dahlhausen gesehen. Dieser Stollen wurde dann auch durch eine Zechenfusion ein Teil der Zeche Friedlicher Nachbar ebenso wie die unweit von hier ein bisschen weiter westlich gelegene Zeche Hasenwinkel, wo ich vor 2 Wochen schon einmal war.

Im Ortsteil Linden war Schacht 1 der Zeche Friedlicher Nachbar

Und nun gehe ich von Dahlhausen aus ein ganzes Stück bergauf in den Bochumer Stadtteil Linden hinein und dann wieder ein Stück durch die Deimekestraße bergab ins Deimketal, wo das eigentlich wunderbare Maschinenhaus von Schacht 1 der Zeche Friedlicher Nachbar zwar nicht so top restauriert wie das Maschinenhaus der Zeche Hasenwinkel, aber immerhin weitgehend unbeschadet erhalten geblieben ist. Es sind Betriebe wie ein Dachdeckerbetrieb in dem großen Gebäude, aber dennoch wirkt der schöne Jugendstilbau doch ziemlich vernachlässigt. Zahlreiche Fenster sind zugemauert; auf dem weitläufigen Hof, dem einstigen Zechengelände ist ein buntes Chaos, immerhin aber ist dieses Zechenrelikt überhaupt erhalten. Sicher steht es auch unter Denkmalschutz; durch die Jugendstilformen wirkt das Haus trotz seiner Vernachlässigung sehr elegant.

Es gibt hier noch ein paar kleinere, aber nicht ansatzweise so interessante erhaltene Zechengebäude und etwas oberhalb des Tales in der Straße am Josephsschacht ist eine stilvolle Zechensiedlung mit hübschen verwinkelten Backsteinhäusern mit kleinem Gartengrundstück an jedem Haus hintendran wie bei so vielen ehemaligen Zechen im Revier. Diese Zechensiedlung wirkt im Gegensatz zu dem Maschinenhaus sehr adrett und gepflegt. Die Menschen wohnen hier offenbar gerne.

Und auch die Zeche Baaker Mulde war ein Teil von Friedlicher Nachbar

Eigentlich wollte ich von hier, wo Schacht 1 der Zeche Friedlicher Nachbar war auch noch zur früheren Schachtanlage Friedlicher Nachbar 2, zur ehemaligen Zeche Baaker Mulde gehen, aber ich habe wohl mal wieder die Entfernungen hier auch in sehr hügeliger Landschaft unterschätzt. Ständig geht es hier bergauf und bergab und das ist ja nicht oder jedenfalls kaum aus Karten ersichtbar. Für den heutigen Ausflug habe ich auch genug gesehen und dann werde ich eben demnächst vielleicht noch einen weiteren Ausflug zur Zeche Friedlicher Nachbar machen und zwar zur Schachtanlage 2 bzw. ja dann zur ehemaligen Teilzeche Baaker Mulde, von der auch noch ein Maschinenhaus erhalten blieb und die noch etwas weiter östlich gelegen ist.

Und so gehe ich nun erstmal wieder die ca. 2km zurück zum S-Bahnhof Bochum-Dahlhausen, um mit der zum Glück (da mir gerade eine Bahn wegfuhr) alle 20 Minuten fahrenden S-Bahnlinie 3 über Essen wieder nachhause zu fahren.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text, Fotos: Ernst Käbisch

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