Zeche Gottfried Wilhelm in Essen-Rellinghausen

Zeche Gottfried Wilhelm in Essen-Rellinghausen
Rechts der Ruhr im Schellenberger Wald waren die Abbaufelder der Zeche Gottfried Wilhelm
von Ernst Käbisch

Die Zeche Gottfried Wilhelm ist ja eher eine überraschende Entdeckung. Denn ich finde davon das Personaltor und eine Zechenkolonie. Schon eigentlich suchte ich im Essener Stadtwald Relikte der Zeche Langenbrahm. Und die Anthrazitkohlezeche Gottfried Wilhelm in Essen-Rellinghausen hatte mit Langenbrahm aber wohl nichts zu tun. Dann ist aber unweit noch die ehemalige Zeche Schnabel ins Osten, die zeitweise Schacht 2 des Verbundbergwerks Langenbrahm war.

Also am S-Bahnhof Essen-Stadtwald bin ich überrascht, daß hier kaum Wald ist. Jedenfalls nicht hier, wo ich jetzt die starkbefahrene Frankenstraße in Richtung Osten zur Ruhr hin gehe. Und das ist hier offenbar der Essener Stadtbezirk Rellinghausen. Denn das war einst ein Dorf mit Dorfschänke und alten Fachwerkhäusern. Schon längst wirkt dieses nun sehr belebte Stadtviertel nördlich des Baldeneysees unweit der Essener City natürlich ganz großstädtisch.

Die Gottfried-Wilhelm-Kolonie war die Zechensiedlung der Zeche Gottfried Wilhelm

Schon etwa 2 Kilometer bin ich die Frankenstraße schon entlang gegangen, da finde ich auf der rechten Straßenseite das erste Zechenrelikt. Und das ist nämlich ein Zaun, der aus Zechenbahnschwellkörpern gebaut ist. Und kurz danach an einem Wendehammer der Straßenbahn sehe ich schon von weitem eine große Seilscheibe einer Zeche. Denn hier ist die Gottfried-Wilhelm-Kolonie, eine hübsche kleine Zechensiedlung mit der davor auf einer Parkwiese aufgestellten Seilscheibe. Und so steht es auf einer Infotafel daneben.

Dann entdecke ich kurz danach auf der anderen Straßenseite auch das einstige Personaltor der Zeche vor einem großen Gartenmarkt. So habe ich heute schon mehr Zechenrelikte gefunden, als ich erhofft hatte. Schon ist das Personaltor nur ein schlichtes, aber gut rekonstruiertes Jugendstilbauwerk aus roten Baucksteinen und einer schmiedeisernen Tür mit Verzierungen. Außerdem haben diese Zechenrelikte von Zeche Gottfried Wilhelm wohl doch nichts mit der Zeche Langenbrahm zu tun

Auch die Gottfried-Wilhelm-Straße erinnert an die Zeche Gottfried Wilhelm

Weiter tragen zahlreiche Straßen hier im Viertel typische Bergbaubezeichnungen als Namen wie Mausegattstraße, Finefraustraße. Und das sind Flözbezeichnungen. Dann gibt es auch die Gottfried-Wilhelm-Straße, die natürlich nach der einstigen Zeche benannt wurde, die zuletzt ein Teil der Großzeche Carl Funke am Baldeneysee war. Und deren Abbaufelder waren im Schellenberger Wald südlich der Frankenstraße.

Und auch zur Ruhr ist es nicht weit. Also gehe ich die paar Schritte gehe jetzt auch noch. Denn nach dem großstädtischen Trubel auf der Frankenstraße ist hier zum Kontrast alles grün und ruhig. Und nur ein einsamer Angler sitzt auf einer Landzunge in der großartigen Naturlandschaft am Fluß. So geht der Blick hier weit hinüber bis nach Überruhr und Holthausen. Dann führt links eine Autostraße über die Ruhr und ein Fußgängerweg ist nebenan. Und das ist gut zu wissen. Denn da werde ich demnächst auch einmal entlang gehen. Weil ich will mir den Turm der Zeche Heinrich am S-Bahnhof Holthausen noch einmal angucken. Denn das ist kein Förderturm, auch wenn er so aussieht. So ist dieser Turm noch aktiv, weil dort Grubenwasser gepumpt wird.

Zeche Schnabel ins Osten

Und auf dem Rückweg zum S-Bahnhof Stadtwald gehe ich noch auf halber Strecke rechts in die Eisenbahnstraße. Weiter gehe ich ein Stück rechts die Schnabelstraße in das Gewerbegebiet Schnabelstraße hinein. Denn hier ist ein imposant großes Maschinenhaus der Zeche Schnabel ins Osten stehengeblieben. Und das war auch zeitweise Schacht 2 der ja eigentlich von mir gesuchten Zeche Langenbrahm.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann oeffnet sich die Fotostrecke:

Text und Fotos: Ernst Kaebisch

3 KOMMENTARE

  1. Vergeblich suche ich nach Infos über den ehemaligen Schacht der Zeche Gottfried Wilhelm. Zwischen 1955 und 1959 kam ich als Norddeutscher ins Revier und erlernte den Beruf des Bergmanns. Über die Verbundzechen Carl Funke, Pörtingsiepen und Prinz Friedrich der damaligen Essener Steinkohlebergwerke AG sind mir heutige Aussagen bekannt – nur der aktuelle Stand des Schachts von Gottfried Wilhelm fehlt mir. Können Sie mir weiterhelfen?

    • Hallo Herr Glaß,

      gerade lese ich Ihren interessanten Forumsbeitrag. Ein bisschen kann ich Ihnen vielleicht wirklich weiterhelfen. Die Zeche Gottfried Wilhelm war eher eine zufällige Entdeckung von mir bei der Suche nach Relikten der Zeche Langenbrahm. Aber Relikte habe ich von Langenbrahm überhaupt nicht gefunden, dafür aber einiges von Gottfried Wilhelm. Und ich war deswegen auch einmal gezielt im Schellenberger Wald, weil da ja noch eine Menge von der Zeche erhalten ist, wo ich mich teilweise gar nicht gewagt hab, genauer zu gucken. Hier sind ein paar Eindrücke davon:

      https://gesunex.de/schachtanlage-gottfried-wilhelm-12-im-schellenberger-wald/17295/

      Und auch auf meiner privaten Homepage sind Eindrücke von den Zechen Langenbrahm/Gottfried Wilhelm/Ludwig… :

      http://www.ernstkaebisch.de/fotos/2015/august/langenbrahm/index.htm

      Viele Grüße
      Ernst Käbisch
      PS: Wenn Sie Interesse haben sollten, können wir da ja gerne mal gemeinsam gucken. Als Bergmann wissen Sie doch sicher, wo man aufpassen muss – bei so einer alten Zeche.

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