Zeche Hagenbeck in Essen-Altendorf

Das ehemalige Fördermaschinenhaus der Zeche Hagenbeck
Das ehemalige Fördermaschinenhaus der Zeche Hagenbeck
von Ernst Käbisch

Die Zeche Hagenbeck in Essen-Altendorf soll die älteste urkundlich erwähnte Steinkohlezeche im Ruhrgebiet sein. Schon 1928 wurde der Zechenbetrieb eingestellt. Und die Zeche Rosenblumendelle aus der Nachbarstadt Mülheim an der Ruhr übernahm das Abbaufeld von Zeche Hagenbeck. Und im Gewerbegebiet „In der Hagenbeck“ sind noch 2 Zechengebäude erhalten.

Also bei der Zeche Hagenbeck weiß ich schon genau, was mich erwartet. Und was ich an Zechenrelikten finden werde. Denn das sind nämlich genau 2 Gebäude. Immerhin erhalten geblieben ist dieses imposante ehemalige jetzt rotgestrichene Fördermaschinenhaus. Und schräg gegenüber auf der Straße „In der Hagenbeck“ steht noch ein Verwaltungsgebäude.

Zahlreiche Straßennamen erinnern an Zeche Hagenbeck

Schon ein paar Straßen sind hier im Essener Bezirk Altendorf und im angrenzenden Westviertel unweit der einstigen Kruppstadt nach der Zeche Hagenbeck (Hagenbeck bedeutet Bach im Waldgebüsch) und nach anderen Zechen benannt. So gibt es eine „Hagenbeckstraße“ und die Straße „In der Hagenbeck“. Weiter gibt es einen Weg, der „Hagenbecker Bahn“ heißt und vermutlich fuhr hier ja einmal die Zechenbahn. Dann gibt es eine Straße „Markscheide“. So lautet ein Bergbaubegriff, der die Grenze von Grubenfeldern bezeichnet. Denn es gibt den Beruf des Markscheiders. Und in der Rheinhauser Bergbausammlung wurde mir neulich erklärt, dass für diesen Beruf 2 Semester mehr als für den Beruf des Arztes studiert werden muss. Dann gibt es hier auch noch eine „Sälzerstraße“, die bezieht sich auf die Zeche Sälzer & Neuack. Und die „Helenenstraße“, wo ich aus der Straßenbahn 105 aussteige, bezieht sich auf die Zeche Helene Amalie.

Immerhin 2 Zechengebäude von Zeche Hagenbeck werden nachwievor genutzt

Dann aber ist im Gewerbegebiet „In der Hagenbeck“ ausser den beiden immerhin eindrucksvollen Zechengebäuden, für mich nicht mehr zu sehen. Schon kann man sich so noch ein bisschen den Zechenbetrieb vorstellen. Dann auf dem Parkplatz der Marmorfabrik neben dem knallrotgetünchten Fördermaschinenhaus ist ein Deckel im Boden. Und im Internet behauptet jemand, das wäre die Schachtabdeckung. Dann finde ich aber eher, das Ding sieht ganz so aus wie ein normaler Gullideckel.

Und dass hier mal eine immerhin einst wohl nicht unbedeutende Zeche war, darauf finde ich hier sonst null Hinweise. So gab es eben einfach so viele Zechen seinerzeit in Essen und im Ruhrgebiet. Und da kann man wohl nicht auf jedes noch so interessante Zechenrelikt hinweisen. Schon längst steht nicht jedes alte Zechengebäude unter Denkmalschutz. Und die beiden Gebäude hier in einem kleinen belebten Gewerbegebiet haben einfach Glück, daß sie massiv gebaut sind und sie so jemand noch gebrauchen kann und sie pflegt.

Unweit von Zeche Hagenbeck ist der Niederfeldsee

Dann ist interessant der multikulturell bewohnte Arbeiterbezirk Altendorf. So haben dort ja auch die Krupps früher gewohnt . Und dort begannen sie mit ihrer ersten Fabrik. So gehe ich mal in eine der von der Altendorfer Straße abgehenden Wohnstraßen hinein. Dann bin ich nach ein paar hundert Metern am kürzlich erst künstlich geschaffenen Niederfeldsee, der inzwischen richtig gut zu diesem quirligen Bezirk zu passen scheint.

Und um 1928 erfolgte schon die Stillegung der Zeche Hagenbeck bzw. die Übernahme des Abbaufelds durch die benachbarte Zeche Rosenblumendelle in Mülheim-Heißen. Und Mülheim an der Ruhr war bereits 1966 „bergwerksfrei“. So gibt es kaum bis gar keine Zechenrelikte mehr von den auch in dieser Stadt einst reichlich vorhandenen Steinkohlezechen.

Zeche Rosenblumendelle in Mülheim an der Ruhr

Dann von der 1966 als letzte Mülheimer Zeche schliessenden Zeche Rosenblumendelle soll aber noch eine Werkshalle erhalten gelieben sein. Und die werde ich mir also demnächst auch mal angucken. So habe ich dann ja auch ein vollständigeres Bild von der Zeche Hagenbeck in Essen-Altendorf.

Schon lange nach dem Ende der Mülheimer Zechen wurde in einem Park in der ehemaligen Bergarbeitersiedlung Mausegatt ein Denkmal zur Erinnerung an den Mülheimer Bergbau aufgestellt. So ist da eine Skulptur, die einen Bergmann darstellt. Und eine Infotafel informiert über den Mülheimer Bergbau. Dann steht da auch ein kleiner Bergmannszug mit Loren. Und dort  sind in weißer Schrift die Namen der Mülheimer Zechen draufgeschrieben. Dann ist neben der Zeche Rosenblumendelle auch die Zeche Hagenbeck erwähnt.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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