Zeche Hannover in Bochum

Schon durch den markanten massiven Malakowturm wirkt die Zeche Hannover in Bochum-Hordel wie eine alte Ritterburg. Denn Malakow ist ein Begriff aus ukrainischen Kriegen für eine Verteidigungsanlage. Inzwischen ist die Zeche Hannover eine Zweigstelle des Landesmuseum Westfalen-Lippe (LWL). Und damit ist sie eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten im Ruhrgebiet, der einstigen Kulturhauptstadt Europas, RUHR.2010.

Da weiss ich nicht, ob es stimmt. Denn ich habe nur gelesen, daß in Gelsenkirchen und Bochum die meisten Zechen im Ruhrgebiet arbeiteten. Zuletzt hatte ich viele Zechen in Essen besichtigt, die ich noch nicht kannte. So hätte ich ja eher auf Essen getippt. Aber es gab ja ca. 360 Zechen im Ruhrgebiet, da hatten sich einige Zentren gebildet. Und diese Zentren waren unter anderem eben Essen und Gelsenkirchen und Bochum.

Busfahrt durch Bochum

Der Bus 368 fährt ab dem Vorplatz des Bochum HBF bis nach Wanne-Eickel. Tatsächlich ist dieser Teil von Bochum offensichtlich vom ehemaligen Bergbau geprägt. Die Siedlungen hier sehen nach Zechensiedlungen aus. Denn in einigen Vorgärten stehen sogar Loren. Dann auf einer Wiese ist die Seilscheibe eines Zechenförderturms aufgestellt. Und an einer Stelle ist der eindrucksvolle Förderturm einer Zeche zu sehen. Das ist vermutlich die Zeche Carolinenglück, die hier in Bochum-Hamme Kohle förderte.

Die Zeche Hannover, der Malakowturm

An der Station Hannoverstraße kurz vor der Stadtgrenze zu Herne steige ich aus dem Bus.  Da ich vor 2 Jahren schon mal hier war, kenne ich den Weg zur Zeche. Jetzt ist aber zu der dicken Steinmauer um das Zechengelände ein Zaun gezogen. Und die Türen darin sind verschlossen. Vor 2 Jahren war der Zaun noch nicht und wir konnten das eindrucksvolle Areal erkunden. Weiter konnten wir uns auch die Zeche Knirps angucken. Die Zeche Knirps ist eine hölzerne Miniatur der Zeche. So als ein originelles Kinderspielgerüst ist sie neben dem eindrucksvollen Malakowturm aufgebaut.

Es wurde damals sogar für uns und andere da anwesende Besucher spontan eine Führung organisiert. So konnten wir uns auch den eindrucksvollen, wie eine Burg aussehenden Malakowturm von innen angucken. Und der ehemalige Bergmann, der die Führung machte, warf sogar  die imposante Fördermaschine im Inneren des Malakowturms an. Er sagte, dass gerade erst gesichert sei, daß diese Zeche nicht abgerissen wird, sondern zu einem Teil des Landesmuseums Westfalen-Lippe ausgebaut wird.

Aber heute ist niemand sonst hier. Nur ein älterer Mann stapft missmutig aussehend durch den Nieselregen neben der verschlossenen Zeche. Er grüßt mich aber freundlich. Immerhin ist der drohende Abriss der Zeche abgewendet. Aber dass man diese wie Schlösser aussehenden Zechen gegen Besucher abschirmt so wie richtige Schlösser, finde ich auch nicht richtig.

Route der Industrienatur

Und das Gebiet um die Zeche wirkt überraschend ländlich, dafür dass das hier mitten in der Grossstadt Bochum ist.  Dann vor der Zeche steht ja auch eine Infotafel zur Zeche Hannover nicht etwa der „Route der Industriekultur“, sondern der „Route der Industrienatur“.  Un von der Bushaltestelle, wo ich nun auf den Bus 368 zum Bochum HBF warte, habe ich noch einen eindrucksvollen Blick über gelbe Stoppelfelder auf bewaldetes Zechengelande. Und überragt wird dieses Landschaftsbild von dem Malakowturm der Zeche.

1malakow
Sieht wie eine Ritterburg aus – der Malakowturm der Zeche Hannover Foto anklicken
2zechezu
Der Zaun ist neu und das Tor ist geschlossen Foto anklicken
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„Route der Industrienatur“ Foto anklicken
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Die Zeche Knirps Foto anklicken
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Blick hinter Gittern Foto anklicken
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Sieht aus, als ob die Arbeit nur ruht. Foto anklicken
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Die Emscher Foto anklicken
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An der Bushaltestelle Foto anklicken
10seilscheibe
Seilscheibe Foto anklicken
11markt
Markt am Bahnhof von Bochum Foto anklicken

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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