Zeche Hasenwinkel in Bochum

Front von Maschinenhaus der Zeche Hasenwinkel
Front von Maschinenhaus der Zeche Hasenwinkel

von Ernst Käbisch

In hügeliger, oft waldbestandener Landschaft unweit der Ruhr waren auch in Bochum-Dahlhausen und Bochum-Linden wie im Muttental in Witten und wie am Baldeneysee in Essen fast flächendeckend Stollenzechen. Außerdem waren hier aber auch schon Tiefbauzechen tätig. Die Kohleflöze sind auch hier sehr oberflächennah. Relikte der zahlreichen Bergwerke wie Stollenmundlöcher, Reste von Schachtanlagen, Gleisreste einer Kohlenbahn sind im Südwesten von Bochum reichlich erhalten geblieben. Ein sehr interessantes Relikt ist das Maschinenhaus der Zeche Hasenwinkel.

Immerhin weiß ich ja jetzt, dass ich mit einfachem Zusatzticket zum Ticket 2000 mit der Preisstufe A in der Woche im VRR-Bereich hinfahren kann, wohin ich will. Also kann ich jetzt auch bis Bochum-Dahlhausen mit der S3 ab dem Hauptbahnhof Essen mitfahren.

Spontan gehe ich zur Zeche Hasenwinkel

Spontan entscheide ich mich hier, zur Zeche Hasenwinkel zu gehen, wo ich nahe des Bahnhofs direkt die Straße „am Sattelgut“ finde. Hier muss ich ja eigentlich nur geradeaus gehen. Und es ist ein ganz interessanter Weg. Nämlich ist das hier ein Teil des Dahlhauser Bergbauwanderwegs, wovon ich ja schon bei vorherigen Besuchen einige Stationen gesehen hatte.

Ich komme nun vorbei an der mir schon bekannten Straße „am alten General“, wo ausser dem Rest vom Stollenmundloch General 2 am Anfang der Straße auch der ehemalige Schacht Berger der Zeche General & Erbstollen ist. Hier stand ein Maschinenhaus der Zeche, was erst vor ein paar Jahren abgerissen wurde. Seitdem ist hier nur ein umzäuntes und verwildertes ehemaliges Zechengelände. Aber jetzt ist hier ganz abgesperrt und es finden Bauarbeiten statt. Ich vermute, das sind Verfüllarbeiten des Schachtes. Es steht nämlich so ein runder, hoher Betonbehälter auf der Baustelle, wie ich ihn schon mehrmals bei Bergschäden im Ruhrgebiet gesehen habe.

Relikte der Zeche Hasenwinkel und weiterer Zechen

Ein Stück weiter ist links von mir nun ein bewaldeter Hügel. Und ständig sind hier nun weitere interessante Relikte aus der Bergbauzeit zu sehen. Erst sind es Schienenreste einer ehemaligen Kohlenbahn. Und dann ist da am Hügel unübersehbar an der typischen Wölbung ein gemauerter Bergbaustollen. Man kann durch ein Loch an den Mauerresten sogar ein Stück in den Stollen hineingucken. Aber auch dann ist da nur hermetisch Zugemauertes zu sehen. Trotzdem ist das ganz interessant. Laut Infotafel ist das hier der Stollen „Koalhoapn“. Ein Stück weiter informiert eine weitere Infotafel über den „Sonnenscheiner Erbstollen“. Den sehe ich aber beim besten Willen nicht. Da ist nur ein nichtssagendes Privatgrundstück, was ich natürlich nicht betrete.

Und dann habe ich nach einer Weile die Hasenwinkeler Straße erreicht. Hier soll laut einer Infotafel ein sogenannter Göpelschacht Theresia gewesen sein, aber ich sehe auch hier Nichts davon ausser einem umzäunten Areal. Auch von der Markenkontrolle der Kokerei Hasenwinkel sehe ich ausser dem Hinweisschild darauf Nichts geschweige denn etwas von der Kokerei.

Maschinenhaus der Zeche Hasenwinkel

Dafür sind aber ein Stück weiter links in der Hasenwinkeler Strasse erst schöne alte und inzwischen privat bewohnte Zechenhäuser des Wetterschachts der Zeche Hasenwinkel. Und dann ist fast direkt daneben das wunderbar restaurierte stilvolle Maschinenhaus der Zeche Hasenwinkel, wovon ich auch schon Fotos im Internet gesehen habe. Eine Künstlergruppe scheint in diesem wunderbar restaurierten Jugendstilbau zu residieren.

Zeche Hasenwinkel wurde später von der Zeche Friedlicher Nachbar übernommen, von der ich ja auch schon in der Lewacker Straße direkt an der Ruhr das Stollenmundloch des ebenfalls von einer anderen Zeche (Glücksonne) übernommenen Förderstollen gesehen hatte. Ich stand vorhin am Bahnhof Dahlhausen vor der Wahl, ob ich zu Schacht 1 und dem Josefsschacht der Zeche Friedlicher Nachbar, die offenbar die größte Zeche hier im Südwesten Bochums war, gehe oder hierhin. Nun habe ich aber für diesen Ausflug heute genug gesehen und muss wohl mindestens noch einmal hierhin nach Bochum-Dahlhausen bzw. ist das auch hier eventuell schon Bochum-Linden fahren.

Auf der Rückfahrt von Bochum-Dahlhausen komme ich noch zu einer unverhofften halben Ruhrgebietsrundfahrt, weil die Strecke Essen-Ratingen mal wieder gestört ist und die S-Bahnlinie 6 als einzige Direktverbindung zwischen den beiden Städten ersatzlos ausfällt. Der S-Bahnzug fährt nun stattdessen ohne Zwischenhalt über Mülheim und Duisburg bis zum nächsten Halt Düsseldorf-Derendorf durch. Hier muss ich dann mit einer weiteren S-Bahn bis zum Flughafenbahnhof und dann noch mit dem Bus nachhause fahren.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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