Zeche Hugo in Gelsenkirchen-Buer

von Ernst Käbisch

Die Zeche Hugo war ein grosses Verbundbergwerk im Norden von Gelsenkirchen. 2000 wurde auf Hugo die letzte Kohle gefördert. Aber die Gegend ist nachwievor geprägt durch den Bergbau. Besonders merkt man das in der Zechensiedlung Schüngelberg. Dort ist auch die Halde Rungenberg. Ganz in der Nähe ist die Veltins-Arena, wo Schalke 04 seine Heimspiele austrägt.

Fahrt mit der Linie 301 zur Zeche Hugo

Zur Zeche Hugo kann ich wie zum Bergwerk Consolidation mit der U-Bahnlinie 301 ab dem Gelsenkirchen HBF mitfahren. 2 Stationen nach der Station „Bergwerk Consolidation“ fährt die U-Bahn aus dem Schacht heraus. Dann wird sie zur Strassenbahn. Und kurz danach, an der Station „Erle, Forsthaus“ müssen alle Mitfahrenden in einen Bus umsteigen. Mir ist das sehr recht. So sehe ich etwas von der Gegend.

Die Bergarbeitersiedlung Schüngelberg

An einer Stelle quert der Bus den Rhein-Herne-Kanal und die parallel dazu fliessende Emscher. Überwiegend scheinen das hier im Norden von Gelsenkirchen  alte Zechensiedlungen zu sein. In Vorgärten und sogar vor dem Rathaus von Gelsenkirchen-Buer stehen Loren mit Kohlen beladen oder als Blumentopf umfunktioniert. „Zeche Hugo“ heisst die Station, wo ich aus dem Bus steige. Hier beginnt rechtsab von der Horster Straße in der Düppelstraße schon die eindrucksvolle Bergarbeitersiedlung Schüngelberg. Zwischen den schönen kleinen Häusern sehe ich die Halde Rungenberg mit den 2 Gipfeln und den Förderturm von Schacht 2 der Zeche Hugo.

Verbundbergwerk Hugo, Schacht 2

Die Zeche Hugo war ein grosses Verbundbergwerk in Gelsenkirchen mit insgesamt 9 Schächten. Zuletzt war die Zeche Hugo mit der Zeche Ewald in der Nachbarstadt Herten fusioniert. Von all den Zechenanlagen sind hier in Gelsenkirchen nur die Siedlungen, die Halde Rungenberg und der Förderturm von Schacht 2 übriggeblieben. Eigentlich ist das ein vergleichsweise mickriges Türmchen. Auf der Internetseite www.zeche-hugo.com habe ich eindrucksvolle Fotos von Sprengungen viel imposanterer Fördertürme der Zeche gesehen. Immerhin wird wenigstens der eine Turm auch durch viel persönlichen Kampf und Einsatz von ehemaligen Bergleuten erhalten bleiben.

Auch die Halde Rungenberg ist eine brennende Halde

Aber wie bei so vielen ehemaligen Bergwerken ist zur Zeit das gesamte Gelände von Schacht 2 umzäunt und für die Öffentlichkeit gesperrt. In nicht weiter Ferne sehe ich die Halde Rungenberg mit ihren zwei von jeweils einer Skulptur als Landmarke gekrönten Gipfeln. Abends strahlen Spots von einem Gipfel zum anderen. Und das ergibt so den Eindruck einer Pyramide. Jetzt ist mir das aber zu weit, dahinzugehen; ausserdem hat es wieder begonnen, zu schneien. Im Sommer lohnt es sich mehr, diese Halde zu besichtigen, die ungewöhnlich für so eine flache Gegend sich als grüne Berglandschaft über der Siedlung erhebt.

Die Halde ist am Fuss bereits dicht bewaldet und auch sonst durchgehend mit Bäumen, Sträuchern und Wiesen begrünt. Aber auch die Halde Rungenberg ist wie die Halde Rheinelbe im Süden von Gelsenkirchen und die Halde Norddeutschland in Neukirchen-Vluyn eine brennende Halde. Taubes, aber noch kohlehaltiges Gestein wurde einst so geschichtet, dass es sich selber entzündete und im Haldeninneren Brände entstanden. Solche Haldenbrände können 100 Jahre brennen und es gibt kaum eine Möglichkeit, sie zu löschen. Aber davon merkt man als Laie, der die Halde besichtigt, Nichts.

1vorgarten
Trotz widriger Wetterverhältnisse bemüht sich der Vorgarten, österlich auszusehen Foto anklicken
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Die Halde Rungenberg in Gelsenkirchen-Buer Foto anklicken
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Hier ist man natürlich Fan von Schalke Foto anklicken
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Als Blumentopf umfunktionierte Lore Foto anklicken
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Der Förderturm von Schacht 2 Foto anklicken
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Am Werkstor Foto anklicken
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Grubengasnutzungsanlage Foto anklicken
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Blick über das Zechengelände auf die Halde Rungenberg Foto anklicken
Lore der Zeche Hugo
Lore als Infotafel Foto anklicken
10schalke2
Auch hier wohnen Schalkefans Foto anklicken

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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