Zeche Johann Deimelsberg in Essen-Steele

Der gewaltige Stolleneingang der Zeche Johann Deimelsberg
Der gewaltige Stolleneingang der Zeche Johann Deimelsberg

von Ernst Käbisch

Auch in Essen-Steele, im Osten der Halbmillionenstadt im Herzen der Metropole RUHR, waren die Bergwerke ursprünglich Stollenzechen mit ebenerdigen Stollen wie dem „Deimelsberger Erbstollen“. So oberflächennah liegen hier die Kohleflöze. Stollen wurden einfach in die Hänge der bergigen Landschaft getrieben. Und bei den größeren der Verbundszechen wurde aber auch bereits der Übergang zum Tiefbau mit Schachtanlagen vollzogen.

Steele ist ein weiterer Essener Bezirk, den ich nicht kenne. Natürlich war das wie fast alle Essener Bezirke auch ein Bergbaubezirk. Hier im Osten der Halbmillionenstadt Essen brauche ich aber schon klare Anhaltspunkte, um von der einstigen Verbundszeche Johann Deimelsberg überhaupt noch etwas aufzufinden. Es gab die Zechen Johann und Deimelsberg und Deimelsberger Erbstollen. Und es gab weitere Kleinzechen, die dann zuletzt zusammen die Zeche Johann Deimelsberg bildeten. Hier wurde die Kohle erst in Stollen gefördert wie im Deimelsberger Erbstollen. Und davon sehe ich ja dann auch eine Menge Reste.

Relikte der Zeche Johann Deimelsberg

Der ganze Berg unterhalb der eigenwillig geformten St.Laurentiuskirche am Laurentiusberg (oder Deimelsberg ?) ist mit uralten Mauerresten und sogar Löchern in den Mauern, bei denen man in den Berg hineinsehen kann, versehen. Bei der Hausnummer 211  macht die Westfalenstraße an der Ruhr einen Knick. Und praktisch wird sie hier zur Ruhrpromenade. Dort ist vor dem unübersehbaren schönen alten Verwaltungsgebäude aus Ruhrsandstein der Zeche Johann Deimelsberg ein umzäuntes Gelände mit einem riesigen Stolleneingang am Hang. Laut Radio Essen gehörte der Eingang in Beantwortung einer Hörerfrage zur Zeche Deimelsberger Erbstollen, später Zeche Johann Deimelsberg. „Durch diesen Eingang wurde Kohle gefördert und Grubenwasser abgeleitet. Schon 1928 wurde er stillgelegt“. Und das danebenliegende Gebäude ist „ein zweistöckiges Bruchsteingebäude, ein ehemaliges Werksgebäude der Zeche“.

Ein paar Männer arbeiten mit zum Teil signalfarbenen Westen vor dem Eingang zum Stollen der Zeche. Dass das ein solches Zechenrelikt ist, ist ja offenbar eindeutig. Und ein Mann guckt vom Balkon des weiteren Zechenrelikts, vermutlich ja des alten Zechenverwaltungsgebäudes, wie ich auch anderen Quellen im Internet entnehme, hinunter, was denn die Männer da machen und was ich da so durch den Zaun fotografiere.

Lore mit Aufschrift „Zeche Johann Deimelsberg“

Sicher ist auch diese Zeche es wert, dass man da mehrmals hinfährt, um weitere Zechenrelikte zu finden und so mehr Informationen zu erhalten. Denn in diesem ehemaligen Bergarbeiterbezirk finde ich als weiteres eindeutiges Indiz für eine Zeche lediglich noch eine mit „Zeche Johann Deimelsberg“ beschriftete Lore auf der heute mit eisigem Rauhreif überzogenen Ruhrauenwiese an der Westfalenstraße. So ist auch ein Piktogramm mit Fördertürmen auf der Lore. Und eine Infotafel mit Fotos von Fördertürmen steht hier. Also wurde hier auch Tiefbau betrieben.

Ansonsten sehe ich auf dem Rückweg zum S-Bahnhof Essen-Steele nur noch auf einem Privatgrundstück etwas Gemauertes mit Rundbogen am Hang. Wahrscheinlich ist auch das ein Stollenmundloch, aber für diese Vermutung habe ich keinerlei Beweise. Mir fällt jetzt ein, daß ich ja schon einmal mit der Bahn bis zum S-Bahnhof Steele-Ost mitgefahren war und von da aus die Zeche Eintracht Tiefbau schon an der Stadtgrenze zu Bochum in Essen-Freisenbruch besichtigt hatte. Und auch die Tiefbauzeche Bonifacius mit einem prächtigen erhalten gebliebenen Förderturm ist unweit vom S-Bahnhof Essen-Steele im Bezirk Kray.

Von der Zeche Johann Deimelsberg bis zum Essen HBF

Aber bei meinem jetzt ganz langen Weg auf der scheinbar endlos langen Steeler Straße, die von Essen-Steele durch Essen-Huttrop bis fast zum Essener Hauptbahnhof führt, finde ich höchstens ab und an mal ein paar Andeutungen auf Zechenrelikte wie eventuell ein altes Stück Zechenmauer, wo vielleicht ein Schacht einer Zeche gewesen sein kann. Es ist aber angenehm, trotz der heutigen Eiseskälte aber mit viel Sonne von einem makellos blauen Himmel sich so durch diese mir unbekannte lebendige Viertel der Großstadt Essen treiben zu lassen. Nur finde ich keine weiteren Anhaltspunkte für vergangenen Bergbau mehr, obwohl auch hier einmal Zeche an Zeche gearbeitet haben muss.

Am Wasserturm in Huttrop habe ich dann nach sicher 4 Kilometern Fußweg keine Lust mehr weiterzugehen. Und ich steige in einen der hier zahlreich fahrenden Busse, die alle über den Essener Hauptbahnhof fahren und beende damit meinen Ausflug zur Zeche Johann Deimelsberg.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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