Zeche Lohberg in Dinslaken

Ende 2005 schloß die Zeche Lohberg im niederrheinischen Dinslaken als eins der letzten Bergwerke im Ruhrgebiet. Bisher gibt es offenbar kaum eine nennenswerte Neunutzung des Geländes. Der Eigentümer stellte im Jahr 2008 sogar den Antrag, die beiden denkmalgeschützten Fördertürme abzureissen.

Zeche Lohberg in Lohberg

Am Bahnhof Dinslaken müsste ich lange auf den Bus 19 warten, der in den Ortsteil Lohberg fährt. So gehe ich bei der Eiseskälte kurzentschlossen zu Fuss, denn auf der Karte sieht der Weg nicht weit aus. Aber die Hünxer Straße zieht sich. Nach einiger Zeit  sehe ich über der Straße eine hügelige Landschaft. Der Niederrhein ist aber eine ganz platte Gegend; vermutlich werden das die Halden der ehemaligen Zeche Lohberg sein. Und dann sehe ich auch schon den einen Förderturm der Zeche.

Die ehemalige Zeche Lohberg verfällt

Inzwischen bin ich sicher 3 oder 4 Kilometer gegangen und durch die Bewegung ist es mir nicht mehr kalt. Heute sind es ja sicher mehrere Grad unter Null. Aber dafür kommt jetzt ein bisschen die Sonne heraus, wo ich das eindrucksvolle umzäunte Zechengelände erreicht habe. Durch das Werkstor kann ich noch hindurchgehen, aber dann ist da ein unüberwindbarer Zaun und alles ist ab hier hermetisch abgeriegelt.

Hinter dem Zaun bietet sich ein imposantes Bild wie bei so vielen der stillgelegten Zechen im Ruhrgebiet. Überragt von einem hohen grünen Förderturm verfallen sichtbar einige der Backsteinbauten nach so vielen Jahren Leerstand. Es gibt hier noch nicht Theatergruppen, Restaurants, Cafes, kleine Läden, Künstlerateliers oder ein Museum, die die alten Gebäude nutzen wie bei etlichen anderen ehemaligen Zechen.

Gegensätzliche Pläne von RAG Steinkohle und Zechenbesitzer

Einige grossformatige Plakate der RAG Steinkohle, wo von einem Kreativ-Quartier die Rede ist, handeln aber davon, dass solch eine Nutzung angestrebt wird. Und ganz im Gegensatz dazu sind die Bemühungen der Zechenbesitzer, die sogar die denkmalgeschützten Fördertürme abreissen wollen, um ein modernes Gewerbegebiet an gleicher Stelle zu errichten. Einen Antrag dazu haben sie im Jahr 2008 gestellt – bisher zum Glück erfolglos.

Nur auf einem kleinen Areal auf dem umzäunten Zechengelände sehe ich um eine Lore herum seltsame Objekte, so als ob hier eine Künstlergruppe tätig wäre. Vielleicht ist das ja ein hoffentlich erfolgreicher Beginn einer sinnvollen neuen Nutzung dieses so eindrucksvollen Industriedenkmals.

Von der Zeche Lohberg nach Dinslaken

Auf dem Rückweg verpasse ich knapp die nur 2mal stündlich fahrende Straßenbahn 903 nach Duisburg. So gucke ich mich noch in dem angenehm, aber nicht sehr interessant wirkenden Stadtzentrum von Dinslaken um, immerhin eine Stadt von ca. 70.000 Einwohnern. In der Fussgängerzone genehmige ich mir bei einem Metzgergeschäft eine Currywurst. Schon lange nicht mehr habe ich eine solch leckere Currywurst gegessen.

Straßenbahnfahrt durch Duisburg-Marxloh

In der Friedrich-Ebert-Straße in Dinslaken steige ich dann in die Straßenbahn 903, die vom Bahnhof Dinslaken kommend durch ganz Duisburg in Nord-Süd-Richtung fährt bis zur Hütte KruppMannesmann im Süden der Stadt.  Durch den schon offenbar sehr viel von Migranten bewohnten Bezirk Walsum geht die Fahrt nun und dann quer durch Marxloh, was wie eine türkische Stadt wirkt. Eine Besonderheit in Marxloh sind die unzähligen Brautmodegeschäfte, wofür Menschen aus ganz Nordrheinwestfalen extra hierhin fahren.

Am HBF Duisburg steige ich dann um in den Regionalzug zum Düsseldorfer Flughafenbahnhof. Offenbar ist der Streik wieder zu Ende. Der Flugbetrieb scheint ganz normal wie immer abzulaufen.

adler
Der (abflugbereite?) Adler vor dem Zechenhaus und der Halde (Foto anklicken )
kreativ
Kreativ-Quartier Lohberg Foto anklicken

 

werkstor
Werkstor der ehemaligen Zeche Foto anklicken
anderturm
Der andere Förderturm bedeutet, daß hier auch ein anderer Schacht ist/war. Foto anklicken
brautmode
Aus der Straßenbahn fotografiert: Eins der zahlreichen Geschäfte für Brautmode in Duisburg-Marxloh (Foto anklicken )

 

 Text + Fotos: Ernst Käbisch

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