Zeche Ludwig in Essen-Bergerhausen

eigenwillig saniertes Fördermaschinenhaus von Zeche Ludwig
eigenwillig saniertes Fördermaschinenhaus von Zeche Ludwig
von Ernst Käbisch

Die Zeche Ludwig in Essen-Bergerhausen förderte neben Steinkohle auch Eisenerz. Und  ab Ende des 19ten Jahrhunderts gehörte sie der Gutehoffnungshütte in Oberhausen. Schon wäre auch die Geschichte der Zeche Langenbrahm in Essen-Rüttenscheid ohne die Zeche Ludwig nicht vollständig erzählt.  Also die Zeche Ludwig muss da erwähnt werden. Weil von 1945 bis zur Zechenschliessung 1966 war die sie der „zechenfressenden“ Großzeche Langenbrahm einverleibt.

Und ein drittes Mal innerhalb kurzer Zeit steige ich am S-Bahnhof Essen-Stadtwald aus der Bahn der Linie 6. Dann gehe ich über 2 Kilometer die Frankenstraße östlich entlang bis zur Eisenbahnstraße. Und dort gehe ich links hinein bis zum Gewerbegebiet Schnabelstraße. Denn bei Aldi habe ich letztens ein bedeutendes Denkmal der Industriegeschichte übersehen. Gerade dort ist es, wo die Zeche Schnabel ins Osten war und von dieser Zeche ist ja noch ein eindrucksvolles Maschinenhaus stehengeblieben. Und das wurde ja zu Schacht 2 der Zeche Langenbrahm.

Dann ist also zwischen diesem Relikt von Schacht 2 der Zeche Langenbrahm und dem Parkplatz des Supermarkts ein Originalprellbock der Eisenbahn aufgestellt. Dazu gibt es eine Infotafel zur Erinnerung an den Bahnhof Rellinghausen an dieser Stelle mit einem historischen Foto. Und der Radweg zwischen dem Maschinenhaus und dem Eisenbahndenkmal war vermutlich genau der Verlauf der Eisenbahngleise.

Schon die Straßenbahnstation heißt „Zeche Ludwig“

Dann heißt die Verlängerung der Eisenbahnstraße Rellinghauser Straße. Weiter führt mich der Weg in typisch aussehender ehemaliger Bergbaugegend bergauf in den Essener Bezirk Bergerhausen. Und dann sehe ich auf der rechten Straßenseite eine Lore auf einer Wiese. So ahne ich schon, daß ich nun richtig bei der Zeche Ludwig bin. Denn richtig heißt sogar die Straßenbahnstation hier „Zeche Ludwig“.

Und auch der Gewerbepark gegenüber der Wiese mit der Lore heißt nicht nur „Zeche Ludwig“. Schon hier hat man auch wirklich noch etwas den Eindruck, auf einem Zechengelände zu sein. Denn im Gegensatz nämlich zu dem Gewerbegebiet Langenbrahm in Essen-Rüttenscheid sind hier ganz viele Zechengebäude noch erhalten. So gibt es bei Langenbrahm ja keine Relikte der Zeche mehr. Und die Gebäude hier sind dagegen sogar perfekt restauriert. Schon sind sie vielleicht etwas sehr „verschönert“ worden. Und das nicht unbedingt zu ihrem Vorteil.

Denn die ursprüngliche Bauart aus roten Backsteinen ist nur in Fragmenten sichtbar geblieben. Schon aber erkennt man bei diesen modern weißgetünchten Gebäuden doch klar ihren Ursprung als Zechengebäude. Gerade an einem ganz markanten ehemaligen Fördermaschinenhaus ist das so. Weiter ist das Zechengelände belebt von Gewerbetrieben und künstlerischen Ateliers aller Art. So gefällt mir das viel besser als das Gewerbegebiet Langenbrahm in Rüttenscheid. Denn dort scheint für das Alte überhaupt kein Platz mehr zu sein. So gerät ja die Zeche völlig in Vergessenheit.

1945 übernahm die Zeche Langenbrahm auch die Zeche Ludwig

Und zur Zeche Langenbrahm gehörte Zeche Ludwig am Ende auch. Denn die  sogenannte Berechtsame der zechenfressenden Großzeche Langenbrahm umfasste zuletzt fast den ganzen Essener Stadtwald. Also Berechtsame bedeutet auf Bergmannsdeutsch das Nutzungsrecht an Grubenfeldern. Und das erstreckte sich praktisch vom Baldeneysee bis hierhin nach Bergerhausen kurz vor der Essener City. Also 1945 wurde auch die Zeche Ludwig von der Gutehoffnungshütte übernommen. So wurde sie zum Teil der Zeche Langenbrahm.

Dass die Zeche Ludwig ab Ende des 19ten Jahrhunderts der Gutehoffnungshütte gehörte, erkennt man hier an den markanten Logos der „GHH“. Schon zur Zeit der Übernahme von Zeche Ludwig wurde  das Hauptzechengelände von Langenbrahm aufgegeben. Das war ja in Essen-Rüttenscheid die Schachtanlage 1/3.  Denn 1948 wurden dort die Schächte verfüllt. Und Schacht 2 von Langenbrahm und die beiden Schächte von Zeche Ludwig förderten weiter noch bis ins Jahr 1966.

Nun ist die Rellinghauser Straße völlig großstädtisch belebt. Weiter führt sie bis ins Zentrum der Metropole RUHR. Und auf halber Strecke von Zeche Ludwig in die Stadtmitte von Essen liegt der S-Bahnhof Essen-Süd. Und dort fährt die S-Bahnlinie 6 nach Köln-Nippes ab.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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