Zeche Pluto-Wilhelm in Wanne-Eickel

Markenkontrolle und Förderturm der Zeche Pluto-Wilhelm in Wanne-Eickel
Markenkontrolle und Förderturm der Zeche Pluto-Wilhelm in Wanne-Eickel

von Ernst Käbisch

Schon verzichte ich heute bei dem lästigem Nieselregen auf eine Haldenbesteigung. Aber der Besuch der Zeche Pluto-Wilhelm in Herne bzw. ja in Wanne-Eickel entschädigt mich für das entgangene Haldenerlebnis. Und fasziniert stelle ich fest, dass der Förderturm dieser Zeche wie eine Kopie des Schachtturms von Schacht XII der Zeche Zollverein in Essen ist.

Ein Groß- und Einzelhandel wirbt mit Bildern vom hiesigen Bergbau.
Ein Groß- und Einzelhandel wirbt mit Bildern vom hiesigen Bergbau.

Dass die ganze Zeit leichter Nieselregen ist, stört mich etwas. Weil heute ist mein freier Tag. Aber eigentlich kenne ich kaum schlechtes Wetter. Denn es gibt doch nur unpassende Kleidung. Und ich kann ja die Regenjacke tragen. Aber auf mein eigentliches Vorhaben, von Wanne-Eickel aus nach Herten und zur Halde Hoheward-Hoppenbruch zu fahren, verzichte ich dann doch.

So gucke ich mir die zentral in Wanne-Eickel gelegene ehemalige Zeche Pluto-Wilhelm an. Denn vom Hauptbahnhof Wanne-Eickel als größtem Bahnhof von Herne ist die auch leicht erreichbar. Und ich bin überrascht, wie eindrucksvoll diese Zeche ist. Schon war ich mal hier. Aber das war offenbar sehr flüchtig. Und es regnete da stärker noch als heute. So hatte ich nicht viel von dem Bergwerk gesehen. Dabei ist viel von der Zeche erhalten geblieben angefangen von der Markenkontrolle. Also das ist der Werkseingang vor dem markanten Turm. Und hier kontrollierte man die Marken der Bergleute. So wusste man für alle Fälle, wer alles untertage ist. Dann sieht es ja sogar so aus, als ob die Anlage noch aktiv ist. Denn tatsächlich scheint die RAG Steinkohle hier noch mit der Grubenwasserhaltung tätig zu sein.

Zeche Pluto-Wilhelm sieht aus wie Zeche Zollverein

Auf dem einen Schild steht, dass hier zentrale Wasserhaltung ist.
Auf dem einen Schild steht, dass hier zentrale Wasserhaltung ist.

Und der wunderbare, wie der Förderturm von der Zeche Zollverein aussehende, rote Turm steht also nicht nur zur Dekoration hier. Er ist auch vom gleichen Architekten erbaut wie das Gerüst von Schacht XII der Zeche Zollverein, lese ich bei der Route der Industriekultur. Und mir fällt ein, dass ich ihn schon einmal von der Halde in Herten aus gesehen habe. Schon irritierte mich das etwas, weil ich den Zollverein woanders verortet hätte. Aber jetzt ist die Sache ja klar. Denn dieser wunderbare Förderturm von Schacht 3 ist fast so etwas wie die Kopie von Schacht XII von der Zeche Zollverein.

Dann sind zahlreiche stilvolle Gebäude um den Förderturm herum nicht nur erhalten geblieben, sondern sogar von Büros und Werkstätten der RAG-Steinkohle belegt. Und mir fällt ein, gelesen zu haben, dass die Zentrale der RAG in Herne ist bzw. war. Und erst kürzlich wurde der Sitz der Firma zum Zollverein nach Essen verlegt. Denn Herne ist das hier ja. Obwohl für die hier lebenden Menschen ist das natürlich nachwievor Wanne-Eickel, auch wenn Wanne-Eickel längst zu Herne eingemeindet wurde. Aber das ist ein ganz spezielles Thema.

Offenbar wird bei Zeche Pluto-Wilhelm Grubenwasser gepumpt

Sogar Seile sind an dem Förderturm noch befestigt.
Sogar Seile sind an dem Förderturm noch befestigt.

Eindrucksvoll ist jedenfalls die eindeutige Verbindung der Steinkohlebergwerke Zollverein und Pluto-Wilhelm. Und wo ich auf dem Gelände herumgehe, sehe ich, dass sogar die mächtigen Seile an dem wie das Weltkulturerbe Zollverein ausehenden Förderturm noch erhalten sind. Also das ist ein schon seltener Anblick im Ruhrgebiet. So wird der Turm also wirklich noch aktiv beim Pumpen von Grubenwasser sein. Denn die Schilder und die Büros und die Werkstätten deuten ja auch darauf hin.

Außerdem gibt es hier auch noch die Halde Pluto. Aber die scheint nicht besonders hoch zu sein. Und ich finde auch nicht auf Anhieb einen Weg darauf. So verzichte ich zumal bei dem Schmuddelwetter auch auf diese Haldenbesteigung. Schon hätte es mich interessiert, ob man von hier aus auf die andere große Zeche in Wanne-Eickel gucken kann. Denn das ist die Zeche Unser Fritz. Und von dieser Zeche sind ebenfalls zahlreiche Zechengebäude noch erhalten darunter ein großartiger Malakowturm.

Text / Fotos: Ernst Käbisch

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