Zeche Radbod und die Elefanten in Hamm (Westfalen)

Der Bockum-Höveler Turnelefant

Und natürlich ist auch die Großstadt Hamm in Westfalen noch deutlich vom über 100 Jahre lang in dieser Stadt betriebenen und erst 2010 beendeten Bergbau geprägt. Inzwischen wurde das Bergwerk Ost als viertletzte Zeche im Ruhrgebiet stillgelegt. Schon komme ich in diese östlichste Teilstadt der einstigen Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 nicht so einfach wie nach Dortmund, Duisburg oder Essen. Dazu muss ich ein Anschlussticket kaufen. Und auch die mich als Herde schon am Bahnhof empfangenden und zahlreich in der Stadt auch an unvermuteten Orten auftauchenden bunten Elefanten haben indirekt mit dem Steinkohlebergbau zu tun. Dann ist die Zeche Radbod im Stadtteil Bockum-Hövel eine der großartigsten noch erhaltenen Schachtanlagen des gesamten Ruhrgebiets.

So nach Hamm komme ich nicht so einfach wie in die meisten anderen Städte des Ruhrgebiets. Denn das ist nicht mehr der Tarifbereich des VRR-Verkehrsverbundes (Verkehrsverbund Rhein-Ruhr). Denn hier ist bereits der münsterländische Verkehrsverbund (RVM) im ÖPNV. Schon gestern hatte ich mir im Reisebüro ein Anschlussticket von Kamen nach Hamm und zurück von Hamm nach Kamen für 11 Euro 60 gekauft. Zuerst fahre ich nun mit dem Bus zum Düsseldorfer Flughafenbahnhof.  Und so durchquere ich dann im Regionalzug praktisch das ganze Ruhrgebiet von West nach Ost. Von Duisburg bis nach Hamm.

Elefanten in Hamm, die Zeche Maximilian

Endlich am Bahnhof in Hamm empfängt mich eine ganze Herde dieser vielleicht 1,5 Meter hohen bunt angemalten Elefanten. Inzwischen trifft man die an vielen Stellen der Stadt Hamm an. Denn vor einigen Jahren waren wir einmal bei der ehemaligen Zeche Maximilian in Hamm-Werries. Und dort wurde auf dem einstigen Zechengelände für eine Bundesgartenschau ein wunderbarer Park angelegt. So wurde die Kohlenwäsche der Zeche Maximilian zur Gartenschau in einen eindrucksvollen, nachts beleuchteten Elefanten aus Glas und Stahl umgeformt. Und seitdem ist der Elefant das Symboltier der Stadt Hamm.

Im Hammer Ortsteil Bockum-Hövel

Dann zum schiffbaren Datteln-Hamm-Kanal und der parallel dazu fliessenden Lippe  finde ich leicht. Denn das ist nur ein paar hundert Meter vom Bahnhof entfernt. Und auf der Münsterstraße überquere ich die Brücke über die Wasserstraßen. Dann bin ich bereits im Ortsteil Bockum-Hövel. Bis 1975 war das eine eigenständige Stadt. Dann wurde Bockum-Hövel zur Stadt Hamm eingemeindet. Nun aber zieht sich der Weg. Denn es ist viel weiter zu gehen, als es auf der Karte aussah. Und mit einem Bus kann ich ja nicht fahren, weil mein Anschlußticket nur bis zum Bahnhof galt. Außerdem regnet es leicht. So war es im Wetterbericht angekündigt. Dann allerdings ist das noch erträglich mit Regenjacke. Und den gestern gekauften Schirm muss ich noch nicht einmal herausholen.

Die Zeche Radbod

So nach etwa 4 Kilometern sehe ich dann aber schon über einem Gewerbegebiet mit Gebrauchtwagengeschäften die markanten Fördertürme der Zeche Radbod. Obwohl es sind zuerst nur 2 Türme statt 3 Türme zu sehen. Denn der dritte Turm ist weiss verpackt und wird offenbar derzeit restauriert. Schon sind zu den wunderbaren Fördertürmen viele andere Zechengebäude erhalten geblieben. So kann ich mir in etwa vorstellen, wie hier einst gearbeitet wurde. Dafür haben sich zahlreiche Betriebe in und zwischen den schönen Zechengebäuden niedergelassen. Und auch jetzt am Samstag ist zu spüren, was für ein lebendiges Gewerbegebiet hier wieder oder nachwievor existiert.

So ist um die Zechengebäude ein Park angelegt. Dann ist nebenan auch eine Erhebung, die ganz nach einer Halde aussieht. Nur bei dem Regen habe ich dafür keinen Sinn mehr. So gehe ich da nicht hin. Schon ist die gesamte Schachtanlage der Zeche Radbod aber eine der schönsten, die ich je im Ruhrgebiet gesehen habe.

Einfach auf eins der Vorschaubilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

2 KOMMENTARE

  1. Der Elefant als Symboltier der Stadt Hamm – schon irgendwie kurios 🙂 Man(n) lernt nie aus !!
    Grüße ins immer wieder überraschende NRW 🙂

    • Tja scheinbar werde ich allmählich zum Symboltierexperten: Elefanten in Hamm, Füchse in Ennepetal, Bären in Berlin, Esel in Wesel….

      schöne Grüße in die Bärenstadt

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