Zeche Rudolph im Oefter Wald in Essen

Die Schrauben hielten die Fördermaschine

8.6.2013 So nah dran am Erfolg bei der Suche nach dem Maschinenhaus der Zeche Rudolph war ich wohl noch nie. Aber letzlich war mal wieder der Weg das Ziel und ich irre stundenlang in grandioser Landschaft in Heiligenhaus und Essen herum. Immerhin finde ich einen ehemaligen Schacht der Zeche, der offenbar eingestürzt ist. Da habe ich Respekt vor. Die Schächte der noch aktiven Zechen sind inzwischen über 1000 Meter tief.

Der Hölenderweg ins Ratinger Dorf Eggerscheidt hoch ist ein Vorgeschmack auf die Berg- und Talfahrt von mir mit dem Fahrrad heute. In dem winzigen Dorf, wo es noch grosse Bauernhöfe mit Viehhaltung gibt, grüßt einen jeder, der einem begegnet; auch jemand Fremden wie mich. Der leichte Nieselregen von heute morgen wird zwar etwas kräftiger, aber ich gebe nicht auf, denn schliesslich war für heute kein Regen angesagt.

von Heiligenhaus zur Zeche Rudolph

In Heiligenhaus fahre ich wieder die steil abschüssige Ruhrstraße hinunter, aber diesmal nicht ganz durch bis Essen-Kettwig, sondern dann rechts in die Isenbügeler Straße hinein. Das ist schon eine stärkere Steigung ins Dorf Heiligenhaus-Isenbügel. Aber oben werde ich wieder durch eine grandiose Aussicht weit nach Essen und nach Velbert hinein belohnt. Ausserdem reisst die Bewölkung auf und die Sonne kommt sogar hindurch. Kurz vor Velbert fahre ich dann von der Langenbügeler Straße in den Tüschener Weg hinein, der in einer anstrengenden Berg- und Talfahrt zum Lungensanatorium Ruhrlandklinik in Essen-Heidhausen führt.

Die ehemalige Steinkohlenzeche Rudolph im Oefter Wald in Essen

Hier war ich jetzt inzwischen schon mehrmals auf der Suche nach dem Maschinenhaus der Zeche Rudolph bzw, der so versteckt im Wald liegenden Ruine davon. Bisher habe ich immer vergeblich gesucht. Diesmal habe ich ja aber eine exaktere Wegbeschreibung gelesen. Der Ausgangspunkt ist das Landgasthaus Oefter Wald. Da weiss ich nur bisher, wie ich da hinkomme, aber bin da noch nicht gewesen.

Von der in so beschaulicher Landschaft liegenden Ruhrlandklinik aus muss ich nur ein Stück weiter nach Essen hineinfahren. Dann ist da eine Weggabelung und ein Hinweisschild zum Landgasthaus Oefter Wald. Hier habe ich mich nun links zu halten und dabei talabwärts in die schöne Landschaft hineinzugehen. Am Oefter Bach im Tal mitten im Wald finde ich eine Stelle, wo ich schon mal vorher war. Über einen Trampelpfad gehe ich nun in ein Naturschutzgebiet hinein. Hier muss ich ganz in der Nähe von diesem sagenumwobenen Maschinenhaus sein. Aber ich finde es wieder nicht.

Dafür komme ich vorbei an einem von der RAG Steinkohle eingezäunten Areal, wo gut sichtbar ein eingestürzter Stollen des ehemaligen Bergwerks ist. Ich versuche noch ein wenig weiter zu suchen. An einer Stelle sehe ich etwas gemauertes im Wald. Ich will hochklettern und rutsche dabei ab und reisse mir dabei die Hände an Brombeerranken blutig. Nein, jetzt gebe ich aber auf. Ich bin auch eh völlig erschöpft von der anstrengenden Fahrradfahrt. Bei dieser wieder erfolglosen Suche war eben mal wieder der Weg das Ziel. Und das war ja richtig schön heute.

Rückfahrt über den „Esel“ zur Ruhrhöhe

Nun steht mir aber noch die Rückfahrt bevor. Zum Glück habe ich ja einen Weg im Oefter Wald gefunden, den ich von einer vorigen Suche von Kettwig aus kenne. So muss ich nicht mehr über Heiligenhaus zurück, sondern über Kettwig und dann ist nur noch der „Esel“ in Ratingen-Breitscheid zu bewältigen. Das ist immerhin auch ein steiler in Serpentinen nach oben zur Ruhrhöhe laufender Weg, der meine letzten Kräfte beansprucht.

Update und Link auf Bericht und Bilder der Ruine (15.1.2014):

Eigentlich hatte ich die Suche bereits aufgeben, aber die netten Kommentare und letzlich die genaue Wegbeschreibung veranlassten mich, spontan mit dem Rad nach Essen zu fahren und diesmal musste ich nicht lange suchen:

 Ruine des Maschinenhauses der Zeche Rudolph in Essen

 

1eier
In Heiligenhaus-Isenbügel Foto anklicken
2landschaft
Aussicht von Essen-Heidhausen nach Velbert und Heiligenhaus Foto anklicken
3schild
Eine Spur Foto anklicken
4gasthaus
Das Gasthaus habe ich also gefunden, jetzt suche ich das Maschinenhaus Foto anklicken
5bach
Der Oefter Bach Foto anklicken
6gruen
Ruhr Grün Foto anklicken
7rag
Hier war immerhin ein Schacht der Zeche Foto anklicken
8schacht
Einsturzgefährdet bzw. sogar schon eingestürzt Foto anklicken
9stausee
Essen-Kettwig mit Stausee Foto anklicken
10pott
Zu guter Letzt finde ich doch noch etwas vom Ruhrpott Foto anklicken

 

Text/Fotos: Ernst Käbisch

10 KOMMENTARE

  1. Hallo! Schöner Reisebericht. Sie waren so nah dran am Maschinenhaus. Beim nächsten mal finden sie es 😉 Es lohnt sich.

  2. Echt, da war ich nahe dran? Das ist ja interessant. Ja. ich denke im Winter werde ich mal wieder einen Versuch starten. Ich stelle mir vor, dass da sicher mehr zu sehen ist, wenn Bäume und Sträucher entlaubt sind. Ein bisschen war es mir auch unheimlich, wo ich an dem von der RAG eingezäunten Areal stand.

  3. Zeche Rudolf finden – im Winter ganz leicht: Vom Biergarten des „Oefter Wald“ aus den schmalen Wanderweg talwärts, sobald der Wald links beginnt, am Rand des Feldes links entlang und dann müssten die Mauern schon sichtbar sein. Viel Erfolg!

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