Zeche Sterkrade in Oberhausen

zeche sterkrade
Zeche Sterkrade in Oberhausen-Sterkrade (neues Titelbild)
von Ernst Käbisch

Schon zufällig hab ich im Internet Bilder entdeckt von der eindrucksvollen Anlage der Zeche Sterkrade, die noch von dieser ehemaligen Oberhausener Zeche übriggeblieben ist. Und da wächst ein sogenanntes Dreistrebengerüst förmlich aus einem mächtigen Turm aus roten Backsteinen heraus. Schon sieht dieser Turm aus wie ein Malakowturm, finde ich. Und da er aber er in all den Auflistungen der noch im Ruhrgebiet vorhandenen Malakowtürme nicht auftaucht, wird er wohl doch kein Malakowturm sein. Und doch sieht er wie einer aus.

Sogar 3 Regionalbahnen fahren über Duisburg und Oberhausen auch nach Oberhausen-Sterkrade. Und ich habe am Duisburg HBF direkt Anschluss an den RB 35, der weiter nach Wesel fährt. Dann vom kleinen Sterkrader Bahnhof aus sehe ich schon den rotgestrichenen Förderturm. Denn auf den Fotos im Internet ist der Förderturm noch weiss. Dann ist es nur ein kleiner Fussweg (ca. 15 Minuten) vom Bahnhof über eine Straße die zuerst Westrampe und dann Von-Trotha-Straße heißt zur Zeche.

Die Zeche Sterkrade in Oberhausen-Sterkrade

Und fast wäre ich an dem unscheinbaren Eingang zum Zechengelände vorbeigelaufen. Denn das ist hier eine parkähnliche Landschaft, die auch ein bisschen an eine Moorlandschaft erinnert. Gerade sieht sie durch dichte Morgennebelschwaden ziemlich geheimnisvoll aus. Und prächtig wirkt der Turm aus roten Backsteinen mit dem roten Förderturm, der quasi aus dem Backsteinturm rauszuwachsen scheint. Also diese Anlage scheint gut erhalten und gepflegt zu sein. Und dennoch ist ein Zaun mit Verbotsschildern drumherum und die Fenster des Backsteinturms sind stumm.

So etwas wie eine Halde gibt es hier auch

Und fast bin ich alleine hier. Denn nur ein paar Leute führen ihre Hunde aus oder joggen und fahren mit ihren Mountainbikes da vorne auf eine kleine Anhöhe, die wohl so eine Art Halde ist. Und die Bäume und Sträucher dort sind schon etwas höher gewachsen als auf dem übrigen heide- oder moorartigen Zechengelände. So ein Schotterweg führt auf die vielleicht gerade mal 10 Meter hohe Erhebung. Dann oben (auf dem Haldengipfel?) ist eine grosse Wiese und ein Fussballplatz. Und eine haldentypische Panoramasicht habe ich nun auch von hier aus. Und das überrascht mich schon etwas. Dann nun sehe ich ein grosses Kraftwerk. Wahrscheinlich ist es das Kraftwerk Walsum oder vielleicht das Kraftwerk Voerde? Und in die entgegengesetzte Richtung ist neben den Türmen der Zeche Sterkrade der Gasometer mit dem Logo für die nun Ende Dezember wohl zu Ende gehende Christoausstellung zu sehen.

Alt-Sterkrade, Rückfahrt mit dem Regionalzug

Ebenso unkompliziert wie die Anfahrt hierhin gestaltet sich auch die Rückfahrt. Ich habe noch etwas Zeit, um mir die Altstadt von Oberhausen-Sterkrade anzugucken. Die ist direkt an dem kleinen Bahnhof. Hier ist eine Fußgängerzone, die heute am 2. Weihnachtsfeiertag völlig menschenleer ist. Einsam steht eine Bronzeskulptur eines Stahlwerkers der ehemaligen Gutehoffnungshütte am Beginn der Fußgängerzone. Gründerzeithäuser gibt es hier eine Menge und man merkt auch die Einflüße des nahen Nachbarlands Niederlande durch prächtige Giebelhäuser und durch zahlreiche holländische Geschäfte z.B. einen Imbiss „Friets van Piet“. Dann fahre ich mit der RE3 zurück über Oberhausen, Duisburg bis zum Düsseldorfer Flughafenbahnhof.

Einfach auf eins der kleinen Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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