Zeche Unser Fritz in Herne

rostige Lore vor der Künstlerzeche

Schon heißt die Stadt ja Herne. Und die Zeche Unser Fritz befindet sich auf gut Behördendeutsch im Stadtteil Herne-Wanne. Aber nachwievor fühlen sich die Menschen hier natürlich als Bewohner von Wanne-Eickel. Die Zeche Unser Fritz um den imposanten Malakowturm von Schacht 1 und die restaurierte „Künstlerzeche“ von Schacht 2 und Schacht 3 drüben am Ufer vom Rhein-Herne-Kanal wurde nach dem im Ruhrgebiet sehr beliebten Kronprinzen Friedrich Wilhelm (später der 99-Tage-Kaiser Friedrich III.) benannt.

Weil ich mir den Malakowturm ja schon einmal angeguckt hatte, kenne ich den Weg zur Zeche. Dann am Wanne-Eickel HBF habe ich direkt Anschluß an den Bus 329 und fahre am Mondpalast und der Zeche Pluto vorbei und durch angenehme Zechensiedlungen zur Unser-Fritz-Straße. Und an der Station Alleestraße steige ich aus. Schon ist der markante, aber offenbar abenteuerlich baufällige Malakowturm zu sehen.

Wahrscheinlich kann man an den Turm von der Unser-Fritz-Straße aus nicht ganz herangehen. Denn eine Güterzugstrecke liegt zwischen der Straße und dem Zechengelände. Und die einzige Bahnunterführung hier ist durch einen Zaun mit verschlossenem Tor versperrt.

Schachtanlage 2 und 3 der Zeche Unser Fritz, Die Künstlerzeche

Dafür ist der Weg zur Künstlerzeche, der Schachtanlage 2 und 3 der Zeche Unser Fritz leicht zu finden. Dazu muss ich nur vielleicht 50 Meter in die Alleestraße hineingehen. Dann sehe ich schon rechts durch die Querstraßen einer Zechensiedlung die Aufgänge zur Brücke über den Rhein-Herne-Kanal.

So sind das mehrgeschossige Fördermaschinenhaus und die anderen Zechengebäude super restauriert und gepflegt. Und hier ist offenbar eine multifunktionale Veranstaltungshalle für Ausstellungen, Konzerte und dergleichen entstanden. Weiter steht eine große Protegohaube vor den Zechenhäusern aus rotem Backstein. In Folge davon gibt es auch eine völlig durchgerostete aber dadurch dekorativ wirkende Lore. Und man sieht hier die rote Brücke über den Rhein-Herne-Kanal und einen Förderturm der Zeche Pluto sowie den Malakowturm.

Obwohl noch so früh am Morgen ist hier schon ein reger Ausflugsbetrieb. Und am Rhein-Herne-Kanal haben sich tatsächlich sogar ein paar Angler niedergelassen. Dann als ich den Kanal wieder überquert habe, tuckert ein großer Frachtkahn vorbei. Und rechts sehe ich von hier aus die Halde Hoheward/Hoppenbruch in Herten/Recklinghausen und ein Stück den Rhein-Herne-Kanal hinunter erkenne ich ein Kraftwerk.

Der Malakowturm der Zeche Unser Fritz

Dann gehe ich die Unser-Fritz-Straße mal in die andere Richtung entlang. Und tatsächlich finde ich so einen Zugang zum Malakowturm. Denn das ist eine ganz neu angelegte asphaltierte Straße, die laut Verkehrsschild zum Logistikpark Unser Fritz führt. Rechts ist ein Hügel angelegt. So vermute ich das als eine Halde. Und die asphaltierte neue Straße endet in einem Wendehammer direkt vor dem umzäunten Malakowturm.

Dafür sehe ich nun, wie verfallen der Turm schon ist. Risse und große Löcher sind im Mauerwerk. Schon wachsen sogar Sträucher und kleine Bäume auf dem Turm. Und er wirkt zwar massiv. Schon wenn der nur gerettet werden soll, muss man damit wohl bald beginnen. Dann ist in einem der Fenster mehrere Meter über dem Boden ein Graffiti zu erkennen. Also wer das angebracht hat, muss sich in Lebensgefahr gebracht haben. Schade ist das, wenn man diesen Turm so verfallen lässt, denn eigentlich ist er wunderbar mit diesen Ecktürmchen und Nischen und Winkeln und Rundbögenfenstern. Er ist ähnlich kunstvoll verziert wie der ebenfalls wunderbare aber auch nicht mehr gut erhaltene Malakowturm der Zeche Westhofen in Dortmund.

Zu Fuß von Herne nach Gelsenkirchen

Nun habe ich keine Lust mehr nach Wanne-Eickel zurückzugehen und gehe die Straße weiter in die andere Richtung. Nach wenigen Metern schon bin ich dann in Gelsenkirchen. Eine schmale Landstraße führt mich nun in diese Stadt hinein und einige Meter habe ich keinen Fussweg am Rand und muss sehr auf den entgegenkommenden zum Glück nur spärlich fliessenden Verkehr achten. Das erste, was ich sehe in Gelsenkirchen ist ein Bauernhof. Das ist überraschend zwischen zwei Industriegroßstädten mitten im Revier. Es scheint ein Pferdebauernhof zu sein. Alte Backsteinhäuser stehen um einen Hof herum, wo ein Misthaufen zu erkennen ist und davor ist ein umzäuntes Areal mit Pferden.
Am neuen Gelsenkirchener Zoo „Zoom Erlebniswelt“ komme ich aus. Hier ist auch eine U-Bahnstation.

Einfach auf eins der kleinen Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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