Zeche Victoria in Essen-Byfang

Das Gebäude der Zeche Victoria steht unter Denkmalschutz.
Das Gebäude der Zeche Victoria steht unter Denkmalschutz.
von Ernst Käbisch

Auch das Deilbachtal in Essen gilt wie das Muttental in Witten als Wiege des Ruhrbergbaus und der Montanindustrie. Es waren hier zahlreiche Zechen, Hütten und metallverarbeitende Betriebe tätig. Nachwievor sind in der beschaulichen Landschaft große Gewerbegebiete. Die sind  jetzt auch auf ehemaligen Zechengeländen. Und mittendrin im Deilbachtal gibt es ein paar Relikte der Zeche Victoria zu entdecken. Zum Beispiel ist das das Stollenmundloch des Himmelscroner Erbstollens.

Es sind dann nur einige wenige Schritte ab dem Stollenmundloch der Hattinger Zeche Freundschaft auf der Kohlenstraße zu gehen. Dann trifft diese schier endlos lange Straße auf die rechtsabgehende Nierenhofer Straße. Und die ist bereits in Essen. Byfang heißt der Bezirk also hier. Und Essen beginnt prächtig mit einem denkmalgeschützten guterhaltenen Betriebsgebäude der Zeche Victoria.

Noch so ein weiteres Zechengebäude ist erhalten geblieben. Außerdem ist östlich der Zeche noch eine bewaldete Halde. Und unweit der Betriebsgebäude gibt es eins der vielen erhaltenen Stollenmundlöchern in dieser Region zu bewundern. Jedoch ist dieses Stollenmundloch ummauert. Und das ist deutlich sichtbar bereits vor gar nicht so langer Zeit. Also der optische Eindruck von diesem Stollenmundloch  ist vergleichsweise nüchtern. Denn die anderen Zechenrelikte in der Region fand ich spannender. Und man kann auch nicht durch das Gitter in den Stollen hineingucken. Schon ist das nach Informationen aus dem Internet aber das Stollenmundloch des Himmelscroner Erbstollen. Immerhin ist der Name ja sehr eindrucksvoll.

Der Himmelscroner Erbstollen war ein Teil der Zeche Victoria

Und wie der Stollen der Hattinger Zeche Freundschaft war dann auch der Himmelscroner Erbstollen ein Teil der Zeche Victoria. Schon einmal war ich vor einiger Zeit hier. Damals bin ich mal zu Fuß von Essen-Kupferdreh bis Velbert-Nierenhof durch das Deilbachtal gegangen. Denn im Deilbachtal sind viele ehemaligen Zechen, Hütten und Schmieden. So gilt das Tal auch als Wiege der Montanindustrie im Ruhrgebiet. So wie das Muttental in Witten. Und so wie die Stadt Sprockhövel und noch einige andere Orte im Süden des Ruhrgebiets.

Heute gehe ich aber in die andere Richtung nach Essen-Kupferdreh. Weil hier auf der Nierenhofer Straße ist ein Fußgängerweg. Und auf der Kohlenstraße in Hattingen fehlt der ja leider. Eigentlich wollte ich heute da ja zurück zur Busstation gehen. Außerdem müsste ich da aber bergauf gehen. Ein Stück hinter dem Zechengelände sehe ich die uralte Hundebrücke über den Deilbach. Nach Loren aus dem Steinkohlebergbau wurde die so benannt. Denn Hund oder Hunte heißt Lore. Also das war ein Transportweg für die in den Zechen der Region geförderte Kohle. Das ist eine uralte stilvolle Steinbrücke aus Ruhrsandstein. Und ein bisschen erinnert mich die an die Schleppbahnbrücke im Langenhorster Wald in Velbert.

Die Zeche Victoria lieferte den zahlreichen Hütten und Schmieden die Kohle

Aus Ruhrsandstein sind zahlreiche der Gebäude hier im Deilbachtal erbaut. Darunter ist ein ganz faszinierendes Ensemble eindrucksvoller alter Gebäude. Und das wird „Kupferhammer“ genannt. Denn nachwievor arbeiten hier metallverarbeitende Betriebe. Dann gibt es hier auch eine Straße, die Eisenhammer heißt. Das sind alles Anzeichen auf die Verarbeitung von Metallen. Einstmals wurden in der Kupferdreher Phönixhütte  Erze aus Velbert und anderen Orten verhüttet.  Und das mithilfe der in den Zechen der Region geförderten Steinkohle.

Allein für das Deilbachtal und dann auch für den Bezirk Kupferdreh muss ich mir mal richtig viel Zeit mitbringen. Und will ich mir detailliert solche Orte angucken. An vielen Stellen hier gibt es Relikte und Erinnerungen an den Bergbau. An einem Kinderspielplatz im Zentrum von dem lebendig wirkenden Essener Bezirk steht eine Lore. Allerdings erinnert die nicht an eine spezielle Zeche. Und indirekt ist sogar das alte Kupferdreher Rathaus auf der Kupferdreher Straße ein Relikt des Bergbau. Weil das ist nach Karl Funke so  benannt. Und der war Zechenbesitzer der einst großen Zeche Karl Funke am hier nahen Baldeneysee.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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