Zeche Waltrop und die Halde Brockenscheidt

Zeche Waltrop

Auch im Nordosten des Ruhrgebiets wurde Kohle gefördert. So sind z.B. die Städte Lünen und Waltrop Jahrzehnte nach den Zechenschliessungen der Zeche Minister Achenbach und der Zeche Waltrop nachwievor stark vom Bergbau geprägt. Inzwischen müssen die Menschen hier längst auf andere Weise ihr Geld verdienen. Gerade die Zeche Waltrop ist ein gutes Beispiel, dass dafür auch die alten Zechengebäude genutzt werden können. Und von der Halde Brockenscheidt sieht man das weltberühmte Colaniei im „Lüntec“ in Lünen.

Und so fahre ich ab dem Dortmund HBF mit der U-/Strassenbahn U41 Richtung Brambauer und nicht nach Hörde. Dann fahrt die Bahn vorbei an der markanten Zeche Minister Stein. Hier steht noch ein gewaltiger rechteckiger Förderturm im Dortmunder Ortsteil Eving. Brambauer ist dann bereits ein Ortsteil der kleinen Nachbarstadt von Dortmund, Lünen. Und auch Lünen ist bzw. war geprägt durch den Bergbau. Schon an der Bushaltestelle von Brambauer steht eine kunstvoll gefertigte halbe Seilscheibe mit der Silhouette arbeitender Bergarbeiter. Eine Apotheke heißt natürlich Glückaufapotheke. Und irgendwo hier ist auch die ehemalige Zeche Minister Achenbach mit dem Förderturm in Form eines Ufos, dem „Colaniei“.

Zeche Waltrop und die Halde Brockenscheidt

Dann fahre ich nun 6 Stationen mit dem Bus 284 mit und nach ein paar hundert Metern ist bereits der Kreis Unna, zu dem Lünen gehört zuende. Und es beginnt der Kreis Recklinghausen. Denn hier bin ich bereits in Waltrop, wo es das berühmte Schiffshebewerk gibt. Und Waltrop ist eine noch kleinere Stadt als Lünen. Schon gibt hier aber auch die Zeche Waltrop und die Halde Brockenscheidt. Um dahin zu gelangen, muss ich an der Station „Sydowstraße“ aussteigen. Denn diese markante Landmarke hatte ich bereits aus dem Bus gesehen und so muss ich nicht lange suchen, bis ich die Straße „Landabsatz“ finde. Dann finde ich hier sowohl die ehemalige Zeche Waltrop als auch die Halde Brockenscheidt etwa 500 Meter ab der Landstraße, wo auch der Bus lang fährt.

Die Zechengebäude sind stilvoll und allesamt gut erhalten und alle Häuser scheinen genutzt zu sein von Geschäften, Cafes, Werkstätten; das ist hier ein quirliges Gewerbegebiet. Für meinen Geschmack fehlt zwar hier ein Förderturm – leider konnte keiner erhalten werden. Aber eine große Seilscheibe eines Förderturms ist an einer zentralen Stelle aufgestellt und ansonsten sind Maschinenhalle, Lohnhalle, Kaue und all die anderen Häuser der Zeche ja wirklich schön anzusehen. Vor dem Ensemble der Zechengebäude steht eine große Protegohaube, die die Abgasentwicklung bei einem stillgelegten Bergwerk regelt.

Von Waltrop aus sehe ich das Colaniei

Direkt an die Zeche schliesst sich die Halde Brockenscheidt mit einer Landmarke an, die ähnlich aussieht wie das Tetraeder auf der Halde Beckstraße in Bottrop. Es ist keine sehr hohe Halde, was auch hier sicher bedeutet, dass man die kohlehaltigen tauben Steine bei der Steinekohleförderung so aufschichtete, damit sie sich nicht selber entzünden konnten. Obwohl die Halde nur vielleicht 20 Meter hoch ist, hat man von oben von der Aussichtsplattform auf der Landmarke eine gute Aussicht über Waltrop und Lünen. Und von hier aus sehe ich auch das Colaniei in Lünen-Brambauer. Es ist aber doch so weit entfernt, dass ich 5 Versuche brauche, um ein nicht völlig verwackeltes Foto davon zu bekommen.

Ausnahmezustand wegen dem Revierderby

Auf der Rückfahrt über Dortmund gerate ich in die Menschenmassen, die zum heute stattfindenden Revierderby zwischen Schalke und Dortmund nach Gelsenkirchen strömen. Der Dortmunder HBF befindet sich im Ausnahmezustand und hunderte von schwarzgekleideten Polizisten wachen darüber, dass kein Chaos ausbricht. Chaos gibt es aber bei der Bahnabfertigung. Es laufen Personen auf Gleisen, heisst es in Durchsagen, deswegen fahren viele Züge garnicht, alle anderen verspätet und manche fahren ohne Halt in Bochum und Essen durch in Richtung Süden.

Endlich sitze ich in einer S-Bahn, allerdings merke ich, die fährt genau über Gelsenkirchen. Sie ist voll mit schwarzgekleideten Borussiafans, die Bier trinken, ansonsten aber sehr kultiviert wirken. Das ändert sich etwas, als in Castrop-Rauxel Schalkefans einsteigen. Auf 2 dieser Fans stürzen sich mehrere BVB-Fans und nehmen denen ihre blauweisse Schals ab. Offenbar gibt es das ungeschriebene Gesetz zwischen den Fans, dass im „Niemandsland“ zwischen Dortmund und Schalke alle Fans neutral gekleidet sind. Dass die anderen Fans hier BVB-Fans sind, habe ich nur an deren Dortmunder Bier und an deren Gesprächen gemerkt.

Einfach auf eins der kleinen Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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