Zeche Westhausen in Dortmund

Die „Route der Industriekultur“ hält die Tagesanlagen mit dem eindrucksvollen Malakowturm der Zeche Westhausen für die architektonisch mit bedeutsamsten im Ruhrgebiet. Auch die Lohnhalle und das Maschinenhaus wirken ja prächtig. So sind sie Zeugen einer längst vergangenen Epoche. Selbst wenn der Strukturwandel gelingt, sind all diese Bezirke im Ruhrgebiet wie  Dortmund-Bodelschwingh natürlich nachwievor vom jahrhundertelang betriebenen Bergbau geprägt.

In dieser Gegend im Norden von Dortmund war ich schon einmal, als ich mir die Kokerei Hansa angeguckt hatte. Und das ist hier in den Bezirken Mengede, Huckarde, Bodelschwingh eindeutig eine ehemalige Bergarbeitergegend. Dieses Viertel hat schon einmal bessere Tage gesehen. Denn auf der Fahrt in der U47 ab dem Dortmund HBF bis zur Endstation Dortmund-Westerfilde sehe ich Fördertürme von Zechen, Halden und die Kokerei Hansa. Weiter sehe ich teils gepflegte, aber auch verfallende, einstmals sicher schmucke Zechensiedlungen. Hier fährt die U-Bahn U47 nämlich als Strassenbahn.

.Die Zeche Westhausen

„Die Tagesanlagen der Zeche Westhausen zählen zu den architektonisch bedeutsamsten im Ruhrgebiet.“  So steht es auf der Webseite der Route der Industriekultur zur Zeche Westhausen. Und der Malakowturm von Schacht 1 wurde 1873 errichtet. So erfahre ich es aus dieser informativen Internetseite. In den auffälligen Ecktürmchen waren Treppen. Im Falle eines Brandes dienten die als Fluchtwege. So etwas konnte leicht passieren, weil die Fördergerüste im Inneren des Turmes aus Holz waren.
Eindrucksvoll ist dann das gesamte Ensemble der ehemaligen Zeche. Es sind noch viele Gebäude erhalten geblieben aus der Zeit, wo hier Steinkohle gefördert wurde. Und einige der Gebäude werden nachwievor bzw. wieder genutzt. Es scheint hier ein lebendiges Gewerbegebiet mit einem Branchenmix zu existieren. Auch heute am Samstag wird bei einigen der Firmen gearbeitet. Nur der wunderbare Turm sieht reichlich ramponiert aus. Drumherum ist ein Zaun, innerhalb der Umzäunung stehen zwar Werkzeuge und Maschinen wie ein Betonmischer. Schon das verfällt. Und es rostet so vor sich hin.

Der Malakowturm

Auf Schildern steht, dass hier auf dem Gelände auch ein Museum sein soll. Das kann ich eigentlich nicht entdecken. Nur eine als Blumenbeet und Informationstafel umfunktionierte Lore sieht museal aus. Weiter sehe ich ein paar eigenartig geformte Räder. Und da ist auch ein Abbild der Patronin der Bergleute, der St.Barbara aus der Bergbauzeit. Die Zechengebäude allen voran der eigentümliche Malakowturm selber sehen ja museal. So wie Zeugen aus einer längst vergangenen Epoche sieht das aus. Und das sind sie ja auch. Schon 1966 wurde hier die Steinkohleförderung eingestellt. Das ist ja auch schon fast ein halbes Jahrhundert her.
Pragmatisch gehen die Menschen hier im Jahr 2013 mit der Existenz dieser interessanten geschichtsträchtigen und denkmalgeschützten Gebäude um. Sie nutzen sie für ihre neuen Firmen wie einer Spedition oder einer Dachdeckerfirma.  Weiter gibt es eine Garten- und Landschaftsbaufirma, eine Sanitärfirma und diversen Baufirmen. Und direkt neben der Zeche sind 2 Filialen großer Supermarktketten.
Dennoch ist dieses Gebiet, in erster Linie bis ins Detail nachwievor vom Bergbau geprägt. Natürlich, denn Bergbau wurde hier jahrhundertelang betrieben. Auch weitere Zechen wie die Zeche Hansa, die Zeche Adolf von Hansemann, die Zeche Zollern… arbeiteten nicht weit von hier.

Anfahrt zur Zeche Westhausen mit dem ÖPNV

Auf dem Hinweg hatte ich das Glück, dass ich am Essen HBF sofort Anschluss hatte an einen Regionalzug zum Dortmund HBF. Dieser hielt nur noch an den Stationen Wattenscheid und Bochum. Am Dortmund HBF musste ich nur den U-Bahnbereich finden und dort die Linie U47 Richtung Dortmund-Westerfilde. Mit dieser Linie kann bis zur Endstation mitgefahren werden und dann sind es noch ca. 5 Minuten Fußweg bis zur Zeche Westhausen.

1ast
Der Ast wuchs durch den Zaun Foto anklicken
2schild
Die Zeche ist leicht zu finden Foto anklicken
3gefahr
Betreten auf eigene Gefahr Foto anklicken
4lore
Lore als Blumenbeet und Informationstafel Foto anklicken
5zeche
Ein Gewerbegebiet ist auf dem Zechengelände Foto anklicken
6malakow
In den Ecktürmen sind Treppen als Fluchtwege Foto anklicken
7rueckseite
Der Malakowturm sieht nicht sehr gepflegt aus Foto anklicken
8bewohner
Dabei ist er bewohnt Foto anklicken
9blau
Prächtig vor dem blauen Himmel Foto anklicken
10gesamt
mit den anderen Zechengebäuden Foto anklicken

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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