Zeche Zollverein in Essen

Zeche Zollverein
Neues Titelbild 700*360
von Ernst Käbisch

Die größte und schönste Zeche der Welt“ wird man hier antreffen, verspricht eine Eigenwerbung der Zeche Zollverein, dem berühmtesten Symbol der einstigen Kulturhauptstadt Europas, RUHR.2010. Aber wer wollte dem schon widersprechen? Denn großartig wirken all diese meist gut erhaltenen Zechengebäude, die zu einem großen Teil neugenutzt sind von chicen Restaurants, dem Ruhrmuseum und dem reddotcom-Museum, Souvenirshops, Künstlerateliers. Und sogar eine Filiale der Folkwangkunsthochschule hat sich hier in einem Neubau angesiedelt.

Schon wieder regnet es heute ohne Unterbrechung. Und der Wetterbericht verspricht für den ganzen Tag keine Verbesserung. Eigentlich hatte ich ja eine ganz andere Tour vor. So wollte ich entweder zum Dortmunder Phönixsee oder nach Hattingen in die Elfringhauser Schweiz fahren. Dann bei einem solchen Wetter gehe ich besser in ein Museum, denke ich mir.

Das reddotcom – und das Ruhrmuseum in der Zeche Zollverein

Gerade ins reddotcom-Museum im Zollverein gehe ich aber nicht. Denn das scheint mir doch ein recht elitäres Museum zu sein. Und auf deren Webseite sehe ich, dass es Filialen davon nur noch in Taipeh und in Singapur gibt. Formschönes Design ist da ausgestellt; alles sieht sehr edel aus.

Weiter gibt es ja im Zollverein auch noch das wirklich sehenswerte Ruhrmuseum. Schon 2mal war ich da aber zu Besuch, aber wenn sich sonst Nichts findet, gucke ich mir das da nochmal an. Mit der Kulturlinie 107, eine U-Bahn bzw. Strassenbahn fahre ich ab dem Essen HBF nach Essen-Katernberg im proletarischen Essener Norden. Dann sehe ich bereits die unverkennbaren meist roten Zechengebäude der „schönsten und größten Zeche der Welt“. Und hier steige ich aus und die Bahn fährt ohne mich weiter bis zum Gelsenkirchen HBF.

Schon durch mehrere Besuche kenne ich den Zollverein eigentlich einigermassen gut. Dann an einem chicen Restaurant in einem der Zechengebäude bin ich aber doch sehr überrascht von der eigenwilligen Dekoration. Denn da stehen weisse Engelsskulpturen vor dem Restaurant. Irgendwas stimmt aber nicht damit und als ich näher herangehe, sehe ich, dass den Figuren der Kopf fehlt.

Obwohl es noch früh am Morgen ist sind einige Busladungen voll mit Touristen hier. Und trotz des Regenwetters sind die wie ich hier auf dem Gelände unterwegs. Gerade wird es 10 Uhr und das Ruhrmuseum öffnet. Und die mit Schirmen bewaffneten Touristen machen sich auf den Weg zu der großen Rolltreppe, die in den dritten Stock der ehemaligen Kohlenwäsche der Zeche führt. Denn hier ist der Eingang zum wirklich empfehlenswerten Ruhrmuseum.

Die Zeche Helene, in Essen-Altenessen

Dann habe ich aber doch keine Lust auf Museum. So fragt mich freundlich verwundert der Pförtner, ob er mir weiterhelfen kann. Denn er sieht, dass ich nun den entgegengesetzten Weg all der Touristen nehme. „Nein danke“ erwidere ich ebenso freundlich und gehe nun die Gelsenkirchener Strasse entlang in Richtung Stadtmitte zurück. Denn vorhin auf der Hinfahrt war mir ein Hinweisschild zur Zeche Helene aufgefallen. Diese Zeche kenne ich noch gar nicht. Ein Stück gehe ich zu Fuss und ein Stück fahre ich mit der Bahn und auch mal mit einem Bus.

Dann finde ich die ehemalige Zeche Helene, von der aber offenbar nicht viel übriggeblieben ist. Nur ein rotes Backsteinhaus steht da am Rande des Helenenparks. Es ist die Kaue der ehemaligen Zeche, lese ich auf einer Webseite. Über den durch zahlreiche leerstehende Geschäfte und so manche bröckelnde Hausfassade etwas ärmlich wirkenden Bezirk Altenessen  fahre ich dann mit der U-Bahn wieder zum Essener Hauptbahnhof zurück.

Einfach auf eins der kleinen Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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