Zeittunnel Wülfrath

Stimmungsvoll wird der Zeittunnel in wechselnden Farben beleuchtet.
Stimmungsvoll wird der Zeittunnel in wechselnden Farben beleuchtet.
von Ernst Käbisch

Der Zeittunnel Wülfrath ist ein 160 Meter langer Tunnel am stillgelegten Kalksteinbruch „Bochumer Bruch“ in Wülfrath. Denn in dieser kleinen Stadt im Kreis Mettmann befinden sich die größten Kalksteinabbaugebiete Europas. Zum Beispiel ist das bereits stillgelegte Abbaugebiet Bochumer Bruch, das große „Loch von Menschenhand“ längst zu einem einzigartigen Biotop geworden.

Zuerst können Tim und ich über Mettmann oder über Velbert fahren. Als erstes fährt der Bus 771 nach Velbert. Also fahren wir da mit bis zum Postamt in Velbert und dort haben wir gleich Anschluss an den Bus 746 nach Mettmann über Wülfrath.

Dann haben wir haben keine Ahnung, was uns im Zeittunnel erwartet. Also ich stelle es mir halt spannend vor in diesem riesigen ehemaligen Steinbruch, wo Kalkstein abgebaut wurde. So ist es dann auch. Und prima ist, daß es Tim sogar auch gefällt in diesem bunt beleuchteten Tunnel, wo über die Geschichte der Urzeit bis jetzt in Fotos, Texten und sogar kleinen Filmen erzählt wird von den Dinosauriern und über die 400 Millionen Jahre alte Erdgeschichte. Weiter erfährt man etwas über die viel jüngere Industriegeschichte der Kalksteingewinnung in diesem Abbaugebiet.

Über dem Zeittunnel ist das Bergarbeiterlogo Schlägel und Eisen

Schon vor dem Tunnel bin ich ganz erstaunt über das in Stein gemeißelte Bergarbeiterlogo Schlägel und Eisen und dem Text „Bochumer Verein – Kalkwerke Wülfrath“ über dem Portal. Und natürlich ist auch so ein Kalksteinbruch ja ein Bergwerk. Dann hat offenbar die Konkurrenz des Kruppimperiums im Ruhrgebiet, der Bochumer Verein, hier diese Bodenschätze für ihre Hütten gefördert. Denn Kalkstein bzw. ja dann der in speziellen Kalköfen gebrannte Kalk wird ja nicht nur zum Bauen benutzt, sondern ist wie Kohle und Eisenerz einer der Grundstoffe beim Verhütten von Eisenerz zu Stahl. So haben wir es einmal bei der Henrichshütte in Hattingen anläßlich einer Führung erklärt bekommen.

Der Zeittunnel ist 160 Meter lang

Und der buntbeleuchtete und interessant wie ein Museum gestaltete Zeittunnel ist 160 Meter lang und wird gerade ausser von uns von einer Kindergartengruppe besucht. Dann ist das  Gewölbe, wodurch der geförderte Kalkstein in Zügen gefahren wurde, spannend gestaltet und der Eintrittspreis von 4 Euro für Erwachsene und 3 Euro fürs Kind ist angemessen. Schon das Interessanteste nicht nur für mich ist, wo der Tunnel dann zu Ende ist. Und der Blick wird frei für eine großartige Panoramasicht über den längst abgebauten  Bochumer Bruch, der renaturiert wurde. Und nun sieht er wie eine Wildnis aus Karl-May-Filmen aus. Weiter sind Reste der Bergwerksanlagen auch noch vorhanden. Und der Eindruck dieses neu entstandenen Biotops, wo auch seltene Pflanzen- und Tierarten wieder eine Chance haben, zu überleben, ist überwältigend.

Also die kleinere Nachbarstadt von Ratingen im Kreis Mettmann, Wülfrath, liegt in dem größten Kalksteinabbaugebiet Europas und schon auf dem Weg hierhin mit dem Bus waren wir an dem weiteren bereits „abgeernteten“ Steinbruch Schlupkothen, einem See inzwischen, vorbeigekommen. Inzwischen liegt das Abbaugebiet der Firma Rheinkalk im Wülfrather Stadtteil Rhodenhaus unweit von hier.

Auf dem Klopfplatz vom Zeittunnel finden wir Bleiglanz

Dann am Eingang zum Steinbruch wartet noch eine Überraschung auf uns. Denn da ist ein sogenannter „Klopfplatz“ für Kinder, wo die herumliegende Felsbrocken mit Hammer und Meißel bearbeiten können. Und Tim ist sofort begeistert bei der Sache und als ich mir so einen Stein angucke, sehe ich, wie interessant der aussieht. Denn das sieht aus wie Marmor; andere Steine haben kleine Kristalle enthalten wie die Steine, die wir von Ratingen vom blauen See kennen. Und auch der blaue See in Ratingen war ja einst ein Kalksteinbruch. Schon aber auf die interessantesten Steine weist uns ein kleiner Junge hin. Denn das sind große schwarze Steinbrocken. Wenn man da die obersten Schichten von löst, wird Bleiglanz freigelegt, also Mineralien mit Blei und minimalem Silbergehalt.

Hier gibt es weitere Informationen zum Zeittunnel Wülfrath.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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