Zu Fuß vom Schwarzen zum Hespertal in Essen

Zum Hespertal heisst dieses Lokal schon lange nicht mehr; aber die Grafik bleibt.
Zum Hespertal heisst dieses Lokal schon lange nicht mehr; aber die Grafik bleibt.

von Ernst Käbisch

Also warum dieser Platz und die Busstation in Essen-Heidhausen, wo ich aus dem Bus 180 aussteige, „Zum Schwarzen“ heißt, habe ich noch nicht herausbekommen. Schon liegt natürlich der Bezug zum Steinkohlebergbau auf der Hand. Denn hier nahe vom Hespertal und vom Baldeneysee wurde ja ringsum eigentlich überall Bergbau betrieben.

Schon wieder fahre ich mit einem nicht ganz klaren Plan und eher ziellos hierhin. Denn eigentlich habe ich nur auf einer Karte gesehen, dass nahe von „Zum Schwarzen“ in Essen-Heidhausen noch eine Reihe Pingen darunter eine Schachtpinge einer Zeche aufzufinden wären. Und das könnte von einer Zeche namens Iland sein. Und ein Stollen dieser Zeche scheint wie so viele Stollen hier bis zur Ruhr nahe der Pörtingssiepenbahn zu verlaufen.

Eine Schachtpinge in der Nähe von "zum Schwarzen"
Eine Schachtpinge in der Nähe von „zum Schwarzen“

Immerhin führt der erst asphaltierte Weg links von der Heidhauser Straße weiter als Feldweg steil bergab in einen wunderbaren dichten Wald, der mal wieder überrascht hier mittendrin in der Großstadt. Aber eigentlich kenne ich den Essener Süden fast nur so beschaulich wie hier. Dann im Tal eines kleinen, kaum Wasser führenden Baches finde ich tatsächlich eine Pinge am Wegrand. Also da bin ich mir sicher und gucke mir das vielleicht 3 oder 4 Meter tiefe Loch im Waldboden besser nicht so genau an. Denn vielleicht ist das ja die Schachtpinge.

Zu Fuß gehe ich vom Schwarzen ins Hespertal

Aber mehr an Bergbaurelikten finde ich hier nicht. Und ich gehe den Weg durch die angenehme Landschaft, bis ich bei der unteren Serpentine von der ins Hespertal führenden Hammer Straße angelangt bin. Dann ist es nicht mehr weit bis zu der Kreuzung von Hespertal, Pörtingsiepen und Hammer Straße. Da ist links der ehemalige Lokschuppen der Hespertalbahn und rechts geht es auf der Straße Hespertal nach Velbert.

Lore im Hespertal
Lore im Hespertal

Schon letzte Woche war ich hier ja ganz in der Nähe, wo ich das Tunnelportal der Hespertalbahn gesucht (und gefunden) hatte. So bei der Gelegenheit will ich mir das kleine Stück Weg auf der Straße Hespertal bis zur Kreuzung am Tannenbusch/ zur Bläufabrik, bis wohin ich da ging, auch gleich noch angucken. Und das ist ja spannend genug. Denn zu beiden Seiten der Straße Hespertal stehen interessante alte Bruchstein- oder Gründerzeithäuser. Und möglicherweise sind das ehemalige Zechenwohnhäuser. Dann ist links eine Lore vor dem Gasthaus Hesperkrug. Daran erinnere ich mich noch von einem Fußweg von Velbert bis nach Essen-Kupferdreh. Weil genau hier beim Hesperkrug endet bzw. beginnt der Randstreifen für Radfahrer und Fußgänger neben der Straße.

Bergbaurelikte z.B. von der Zeche Pörtingsiepen

Weiter steht rechts der Straße ein Wohnhaus direkt am Hesperbach mit interessant aussehenden Bergbaurelikten? im Garten. Dann an der Kreuzung mit den Straßen zur Bläufabrik und am Tannenbusch drehe ich um. Bis hierhin war ich ja neulich von Velbert aus auf der Suche nach dem Tunnelportal der Hespertalbahn schon gegangen.

Bergbaurelikte am Hesperbach
Bergbaurelikte am Hesperbach

Und dann lasse ich an der Hammer Straße einen der alle halbe Stunde Richtung Essen-Werden fahrenden Busse fahren. Dafür gehe ich mir noch einmal die Schachtabdeckung von Schacht 3 der Zeche Pörtingsiepen an der Ludscheidstraße angucken. Denn soviel anders sieht das vermeintliche Bergbaurelikt im Garten des Hauses am Hesperbach gar nicht aus. So etwas gibt es gerade in Essen häufig, dass Menschen mit Bergbaurelikten im Garten leben. Also den spannendsten Garten mit einem Überbleibsel vom Bergbau finde ich ja den mit dem überwachsenen Schachtturm im Wichteltal. Und tatsächlich war auch hier nahe vom Baldeneysee ja außer der Großzeche Pörtingsiepen eine Kleinzeche neben der anderen. So manches Privathaus hat hier eine Schachtabdeckung oder ein Stollenmundloch in seinem Garten.

Text / Fotos: Ernst Käbisch

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here