Zu Fuß von Alpen nach Wesel

Esel in einer Weseler Galerie
Esel in einer Weseler Galerie

Die Landschaft am nördlichen Niederrhein um Xanten und Wesel gilt als der Exot in der Metropole RUHR. Und in dieser ländlichen und dünn besiedelten Region trieb sich schon einst Napoleon mit seinen Truppen herum und vorher die Römer und auch die Nibelungensaga beginnt in der Stadt Xanten (Geburtsstadt von Siegfried). Dennoch wird genau in diesem Gebiet ab 2019 auch das einzige noch verbliebene Bergwerk im Ruhrgebiet fördern. Denn das ist das Steinsalzbergwerk in Rheinberg-Borth im Städtedreieck Alpen, Rheinberg und Wesel.

Der Fahrkartenkontrolleur im Regionalzug fragt mich, ob ich bis nach Xanten durchfahre. Also ich antworte, dass ich eine Station vorher in Alpen aussteige und zeige ihm das Ticket 2000 und das abgestempelte Anschlussticket. „Dann haben Sie ja alles richtig gemacht“, sagt er freundlich. Dann von Alpen sind es 13 Kilometer zu Fuß bis Wesel und hier fahren selten Busse Und da muss ich jetzt durch. Obwohl es noch so früh am Morgen ist, ist es schon heiß. Auf einer Wiese weidende Ziegen haben sich schon meist in den Schatten gestellt oder gelegt.

Und der Weg auf der schnurgerade durch Felder verlaufenden Weseler Straße läßt sich gut gehen. Dann einmal bin ich etwas irritiert, weil eine Umleitung über die 21 Kilometer weit entfernte Rheinbrücke in Rees ausgeschildert ist. Weil die Rheinbrücke in Wesel ist gesperrt. Zum Glück ist diese Sperrung aber erst morgen am 20.7.

Von Alpen nach Rheinberg-Borth zum Steinsalzbergwerk

Zügig habe ich bald nach etwa 5 Kilometer Fussweg das Steinsalzbergwerk Borth erreicht. Wenn ich nicht genau wüßte, dass das hier ein Steinsalzbergwerk ist, würde ich es mit seinen markanten Fördertürmen für ein Kohlebergwerk halten. Zuerst wurde hier wohl auch Kohle gesucht und ein paar Tausend Tonnen Kohle wurden auch gefördert. Dann aber entdeckte man das reiche Salzvorkommen. Schon bis zu 700 Meter tief sind die Schächte, wo das weisse Gold abgebaut wird.

Außerdem ist vor dem Bergwerk eine Zechensiedlung mit hübschen Wohnhäusern. Und auch das ist ganz wie bei einer Steinkohlenzeche ebenso wie die Zechenbahngleise, die hier entlanglaufen. So ringsum die Zeche sind Felder und ist typisch niederrheinisch flaches Land. Und im Internet finde ich die Beschreibung einer Grubenfahrt ins Salzbergwerk: www.ipa-wesel.de/wordpress/?p=64

Von Rheinberg-Borth nach Wesel

Dann von der Zeche aus kann ich schon die Weseler Rheinbrücke sehen. Schon sieht das gar nicht sehr weit aus, aber der Weg dahin zieht sich noch. Erst nach ein paar Kilometern bin ich im Bauerndorf Büderich, schon einem Ortsteil von Wesel angelangt.

Die Weseler Zitadelle, die Echoreimtiere

Und die Rheinbrücke hier ist auch gleichzeitig eine Lippebrücke. Gerade hier mündet die Lippe in den Rhein. Dann an der Weseler Zitadelle, wo ein Preussenmuseum ist vorbei gehe ich durch ein eher nichtssagendes Wohngebiet Richtung Bahnhof. Gerade wundere ich mich etwas, dass ich bisher noch keins der Weseler Echoreimtiere gesehen hab, da sehe ich vor einer Rechtsanwaltskanzlei eines dieser bunten Grautiere. Und dieser Esel wird soeben von 2 Männern mit Schleifmaschinen abgeschliffen, vermutlich damit er einen frischen Farbanstrich bekommen kann.

Dann am Bahnhof beginnt die Weseler Fußgängerzone, wo natürlich auch das Reich der Esel ist. Denn fast jedes Geschäft in Wesel, was etwas auf sich hält, hat einen dieser bunten Esel vor seinem Laden stehen oder zumindest ein kleineres Exemplar im Schaufenster oder einen stilisierten Esel als Bestandteil des Geschäftslogos auf dem Ladenschild. Obwohl der Esel im Weseler Wappen nicht vorkommt ist er praktisch das Wappentier von Wesel.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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