Zu Fuß von Essen-Kupferdreh nach Hattingen

an der Stadtgrenze von Essen-Kupferdreh und Hattingen
an der Stadtgrenze von Essen-Kupferdreh und Hattingen

von Ernst Käbisch

Auch in Essen-Kupferdreh im Osten vom Baldeneysee bin ich mitten in einem Zentrum des Altbergbaus an der Ruhr. Derzeit wird die Kampmannbrücke über den Baldeneysee umgebaut. Eigentlich wollte ich mich da ja heute beim geologischen Aufschluß umgucken. So gehe ich eben dahin, wo die Schachtanlage 4 der Zeche Carl Funke war. Und dazu führt mich quasi eine Bergwanderung bis an die Stadtgrenze von Hattingen.

Hier gehts zum Baldeneysee
Hier gehts zum Baldeneysee

Dann verläuft mein Ausflug heute doch völlig anders als geplant. Dass mein Cousin keine Zeit hat, da kann ich ja noch mit umgehen. So brauche ich auf niemanden Rücksicht zu nehmen. Aber dann ist auch diese Kampmannbrücke zwischen Essen-Kupferdreh und Essen-Heisingen gesperrt. Und eigentlich ist die Brücke momentan sogar bis auf die Brückenpfeiler ganz weg. So sehe ich es an der großen Baustelle kurz vor dem Baldeneysee. Dabei wollte ich mir doch heute die Flöze dort angucken.

Und nachher fällt mir ein, dass ich ja auch auf der alten Eisenbahnbrücke der Ruhrtalbahn über die Ruhr bzw. den Baldeneysee nach Heisingen hätte gehen können. Das ist nur ein Stück südlich der Kampmannbrücke. Aber nun bin ich fixiert auf mein Alternativprogramm zum heutigen Ausflugsziel geologischer Aufschluss Kampmannbrücke. Denn in der S-Bahn habe ich in einem alten Essener Stadtplan gesehen, dass in Kupferdreh 2 weitere Schachtanlagen der Heisinger Zeche Carl Funke waren. Gerade bin ich sogar bei der Schachtanlage 3 vorbei gekommen. Denn das ist die frühere Zeche Prinz Friedrich direkt am S-Bahnhof Essen-Kupferdreh.

In Essen-Kupferdreh waren 2 Schachtanlagen der Zeche Carl Funke

So sind von dieser alten Zeche noch einige Betriebsgebäude erhalten. Und diese roten Backsteinbauten werden in einem nach der Zechenschliessung neu entstandenen Gewerbegebiet neugenutzt. Dann ist neben dem Gewerbegebiet ein Museum mit alten Zügen der einst aus Velbert kommenden Hespertalbahn. Diese Bahnen brachten hauptsächlich Erze aus dem niederbergischen Land zur Kupferdreher Phönixhütte. Also hier in Kupferdreh war bergbau- und allgemeiner montanindustriemäßig richtig viel los.

Aber was ist das mit der Schachtanlage 4 von Carl Funke? Denn da habe ich noch nie von gehört und gelesen. Aber im Stadtplan ist da eindeutig an der Kreuzung Düschenhofer Wald / Scheebredde ein umgekehrtes Schlägel und Eisen eingezeichnet. So gehe ich jetzt einfach mal dahin. Denn das sind ja auch nur ein paar Zentimeter auf dem Stadtplan.

Elfringhauser Schweiz in Hattingen und Sprockhövel
Elfringhauser Schweiz in Hattingen und Sprockhövel

Aber wo ich mal wieder nicht mit gerechnet habe, ist die Steigung hier in einer hügeligen Gegend unweit der Elfringhauser Schweiz. Und das ist ja sogar ein Mittelgebirge. So wird das heute ganz unvermutet eine schon ausgedehnte Bergwanderung. Und aus dem quirlig beschaulichen Essener Vorort Kupferdreh komme ich in eine ganz ruhige und sogar ländliche Region am Rande vom Bezirk Essen-Byfang hinein. Und an einer Stelle oberhalb des Düschenhofer Waldes habe ich den fast schon spektakulären Blick auf die tatsächlich blauen Bergsilhouetten der Elfringhauser Schweiz. Dabei ist das schon in den benachbarten Ruhrgebietsstädten Hattingen und Sprockhövel.

Die Kleinzeche Düschenhofer Wald wurde Zeche Carl Funke 4

Lore in Essen-Kupferdreh
Lore in Essen-Kupferdreh

Die Stadtgrenze zu Hattingen ist unweit von hier. So verstehe ich es auch aus dem Stadtplan. Und das ehemalige Zechengelände Carl Funke 4 ist nur noch ein verwildertes Gelände wie so viele im Ruhrgebiet. Dann zuhause lese ich im Internet, dass bei dieser ehemaligen Kleinzeche namens Düschenhofer Wald der einzige Tagebau im Ruhrgebiet existierte. Erst später wurde hier der Schacht 4 der Zeche Carl Funke abgeteuft. Absolut null Spuren von einer Zeche finde ich hier. Ringsum stehen aber ein paar stilvolle uralte Bruchsteinhäuser, die so typisch sind für die Region.

Und es ist ja gut möglich, dass diese Häuser etwas mit der Zeche zu tun hatten. Dann direkt angrenzend an das verwilderte vermutlich ehemalige Zechengelände steht an der Strasse das Ortseingangsschild von Hattingen. Und genau hier beginnt der Ortsteil Niederwenigern von Hattingen.

Text / Fotos: Ernst Käbisch

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