Zur alten Zeche Lintorf

Kneipe "zur alten Zeche"

Immerhin ist Ratingen-Lintorf ja nicht mehr Ruhrgebiet. Dann ist es schon etwas Besonderes, dass auch hier einstmals eine alte Zeche Bleierz und Zink- und Kupfererz förderte. Und das war nicht lange und auch nicht sehr erfolgreich. Immerhin sind einige wenige Reste der Zeche Lintorf sogar jetzt noch sichtbar. Und eigentlich sind es ja doch nur noch ein paar Straßennamen und die Reste der Zechenbahn, die an den einstigen Zechenbetrieb erinnern.

Also es sieht nach Regen aus. Dann möchte ich aber doch ein bisschen Bewegung haben und etwas Fahrrad fahren. So fahre ich eben mal zur alten Zeche Lintorf. Vor 2 Wochen fand da eine vom Vorsitzenden des Ratinger Heimatvereins geführte Fahrradtour statt. Und davon las ich in der Zeitung und ich hatte überlegt, daran teilzunehmen. Und ich bin doch nicht mitgefahren. Denn viel Informationen, die ich noch nicht kenne, hätte das mir wohl auch nicht geben können.

Der stillgelegte Bahnhof Lintorf

Und so fahre ich einfach mal die (vermutliche) Tour des Heimatvereins nach. Dafür starte ich am stillgelegten Bahnhof Lintorf, der nicht nur ein Bahnhof an der Personenverkehrsstrecke Düsseldorf-Duisburg war. Denn es war auch einmal ein bedeutender Güterbahnhof. Inzwischen ist eine Kneipe in dem alten Gebäude und es gibt kaum noch Spuren, die von der vergangenen Bedeutung dieses verschlafen wirkenden Ortes zeugen.

Die alte Zechenbahn

Dann fahre ich die Wedauer Straße weiter entlang. Und links der Straße ziehen sich Schrebergärten bis hin zur Duisburger Straße. Dann hinter den Schrebergärten verläuft eine einspurige Gleisanlage. Und das ist schon die alte Zechenbahn. Denn hier fuhren die mit Bleierz und anderen Erzen beladenen Züge von der Zeche zum Bahnhof Lintorf und weiter meist nach Duisburg.

Und an der Duisburger Straße steht noch ein Schild „Betreten der Gleisanlage verboten“, aber offensichtlich ist man gerade dabei, hier die Reste des schon seit vielen Jahrzehnten toten Gleisbettes zu verfüllen. „Aus den Augen, aus dem Sinn“. Also was für ein Unsinn. Denn anstatt stolz zu sein, hier ausserhalb des Ruhrgebiets noch so ein paar industriegeschichtlich interessante Reste einer alten Zeche zu haben, vernichtet man die letzten Spuren davon auch noch.

Kneipe „Zur alten Zeche“, „Zechenweg“, „Zechenbach“, „Friedrichsglück“, „Bleibergweg“

Schon ist an der Straße „am Löken“ Ecke „Broekmanstrasse“ (Broekman hiess die holländische Eignerfamilie der Zeche) die Kneipe „Zur alten Zeche“. Und das ist in einem modernen Haus eine ganz normale Kneipe, wo man auch gut essen kann. Schon erfährt man aber auch hier weiter nichts über die bereits vor 100 Jahren stillgelegte Zeche. Und die einzigen Zeugnisse ausser den Resten der Zechenbahn sind noch ein paar Straßennamen. Denn bei der „Lintorfer Eisengießerei“ an der Straße Rehhecke ist der „Zechenweg“ und ein Stück die Straße Rehhecke hinunter heißt ein kurzer Weg „Friedrichsglück“ nach der ehemaligen Zeche Friedrichsglück. Und vielleicht war genau hier ja ein Schacht. Nun stehen hier jetzt aber nur moderne Wohnhäuser und aus der Zechenzeit ist nichts übriggeblieben. Dann gibt es laut Stadtplan einen „Zechenbach“. Bach ist schon fast etwas übertrieben für dieses Rinnsal durch ein kleines Wäldchen.

Die Zechenbahn endet jäh vor einem umzäunten neueren Gewerbebetrieb. Auf dem Gelände dieses Betriebes sind die Schienenreste der Zechenbahn bereits vollständig entfernt. Nur auf der Straße und auf dem Bürgersteig davor sind noch Reste zu erkennen. Und hier auf dem Gelände war die Schachtanlage von der Zeche Friedrichsglück. Ausserdem gibt es noch eine Straße, die „Bleibergweg“ nach der alten Bleierz- und Zink- und Kupfererzzeche heißt. Aber auch hier stehen fast nur Gebäude aus neuerer Zeit. Reste der Zeche sind auch hier nicht mehr zu finden. Was eigentlich kann man auch erwarten nach über 100 Jahren?

Einfach auf eins der Vorschaubilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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