Der Winterspeck muss weg – eine kleine Satire?

Werden Sie ihren Winterspeck in zwei Stunden los! Mit der neuen FULICA-ATRA Methode.

Wer kennt sie nicht. Die Versprechen, die jedes Jahr zur gleichen Zeit durch diverse Medien geistern. Wundervolle neue Namen suggerieren uns neuere und immer bessere Abnehmmethoden als letztes Jahr. Es werden uns „Kiloverlusste“ in unglaublicher Höhe versprochen. Immer ohne Anstrengung natürlich. Das würde ja auch zu martialisch klingen. Viel mehr inspirieren uns die „Vorher-Nachher-Bilder“. Auf der linken Seite ein unglückliches Moppelchen. Komischer Weise sieht man hier sämtliche Rundungen von z.B. einem zu engen T- Shirt umschmeichelt. Oft sind auch die Farbwerte des Fotos reduziert. Sieht einfach ein wenig unglücklicher aus. Und dann das rechte Motiv: was für eine Freude strahlt uns aus diesem Bild entgegen. Passende Kleidung, hervorragend geschminkt, keine Pickel und Falten, satte Farben und ein „aktiver Hintergrund“. In uns soll der Wunsch geweckt werden: SO möchte ich auch sein. Und um dieses Ziel zu erreichen, gibt es nur die Blabla-Methode …..

Und was hilft nun gegen den „Winterspeck“ wirklich?

Dabei gibt es so viele gesunde und effektive Möglichkeiten, sein Gewicht zu reduzieren und den Winterspeck los zu werden. Wenn man wirklich will !!!! Natürlich geht das nicht von jetzt auf gleich. Wie soll auch unser Körper, den wir über Jahre mit Leckerein verwöhnt haben, verstehen, dass er sich innerhalb kürzester Zeit von allen liebgewonnenen Einlagerungen trennen soll. Dem geht es genauso wie uns, wenn wir unseren Kleiderschrank ausmisten wollen. Es ist nicht leicht. Man hängt doch an dem einen oder anderen guten Stück – obwohl man es nicht mehr braucht. Und in beiden Fällen hilft nur eines weiter: wir müssen konsequent sein!

Ein kleines Beispiel: Jahrelang habe ich jeden Morgen einen Teelöffel Zucker in meinen Kaffee getan. Lecker! Irgendwann kam ich auf die Idee, dieses Ritual dahingehend zu verändern, dass ich den Zucker weg ließ. Und nach einem Jahr staunte ich nicht schlecht. Dieser eine Löffel Zucker machte auf der Waage den Unterschied von 1 Kilo aus. Klingt nicht viel – kam aber auch nicht wieder. Was allerdings stieg war die Motivation, meine Ernährung zu hinterfragen. Uns so begann ich meine „nicht ganz so gesunde“ Nahrungsaufnahme step by step auszutauschen bzw. zu ergänzen.

Motivation und Erwartungshaltung als Erfolgsgeheimnis gegen den Winterspeck

Und das ist das große Erfolgsgeheimnis: Langsam und allmählich die Ernährung umstellen. Eine unrealistische Erwartungshaltung an den Zeitfaktor ist der absolute Tod unserer Motivation. Lassen wir uns Zeit. Kein Anfänger begibt sich auf die schwarze Piste um Skifahren zu lernen. Wenn er das Glück hat,sich nicht alle Knochen zu brechen, wird er allerdings anschließend nie wieder auf die Bretter steigen. Und ähnlich geht es doch vielen, die es mit einer Diät probieren. Harakirimäßig stürzen wir uns in das neue Abenteuer Gewichtsreduzierung und befolgen alle Anweisungen – wie dämlich sie auch seien mögen: morgens ein Radieschen an Lauch, mittags einen leckeren Schluck stilles, lauwarmes Wasser, abends ein gedünstetes Möhrchen und nachts buddeln wir uns einen Tunnel zum Kühlschrank. In kürzester Zeit haben wir einen treuen Freund: der Frust. Die Waage geht hoch und runter bis sie nur noch hoch geht. Die Geschmacksknospen sind gereizt und die „dunkle Macht des Unwohlseins“ hat uns komplett im Griff.

Und warum das Ganze: Weil wir zu schnell zu viel erreichen wollen. Macht Schluss damit. In der Ruhe liegt die Kraft. Nichts ist motivierender als Erfolg. Eßt z.B. ein, zwei Kekse pro Tag weniger – und lobt euch dafür. Trinkt weniger zuckerhaltige Getränke – und lobt euch dafür. Nehmt die Treppe und nicht den Fahrstuhl ( ab 4. Stock ist aber schon ok. ) – und lobt euch dafür. Der Geist ist wichtiger als die Waage. Und plötzlich purzelt das „Ich-komm-nie-wieder-Gramm“.

Habt Geduld und Spaß – und lobt euch dafür !!!!

Eva

PS: Fulica-Atra ( siehe Titel ) ist der lateinische Name für das Blässhuhn. Manchmal habe ich das Gefühl, manche Werber halten uns für ein solches. Allerdings tu ich dem Blässhuhn wahrscheinlich Unrecht – bestimmt sogar. Die fressen ja nur nasses Grünzeug 🙂

Foto©foto@oessm.org

2 KOMMENTARE

  1. Na das ist ja mal ein sehr treffender Kommentar. Irgendwie habe ich die Schn…e voll von diesen Diätversprechungen. Der Artikel spricht mir aus der Seele.
    Jetzt wo das Frühjahr vor der Türe steht, wird man überhäuft von diesen “ Blitzdiäten “ die sowieso nichts nützen. Außer dass der JOJo-Effekt seinen Spaß hat.
    Den erfundenen Namen finde ich witzig. Es ist wirklich so, je schräger um so besser!!!!!
    An alle Diätwahnsinnigen, lest euch den Artikel durch.
    Carina

  2. Also auf den halben Löffel Zucker im Kaffee würde ich ja ungern verzichten. Das ist nämlich Genuß. Ansonsten glaube ich auch, daß alle diese Diäten nach hinten losgehen. Die paar Gramm, die man da evt. verliert, hat man potenziert wieder drauf, wenn die Diät zuende ist. Lieber viel Bewegung, fahradfahren, solche Dinge.

    schöne Grüße nach Berlin

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