MEDIAN Klinik Heiligendamm – Ein Erfahrungsbericht

MEDIAN Klinik Heiligendamm - Ein Erfahrungsbericht
MEDIAN Klinik Heiligendamm - Ein Erfahrungsbericht

Seit ca. 15 Jahren habe ich Psoriasis deren Symptome, die Schuppenflechte, wohl für die meisten eher ein Begriff ist. Meine Dermatologin, Frau Dr. Berendt aus Eberswalde, hatte mir nach mehr oder weniger erfolgreichen Behandlungsmethoden mit diversen Cortison- und Biologic-Präparaten empfohlen doch mal eine Kur/Reha zu machen. Ich beantragte also bei der deutschen Rentenversicherung eine Rehabilitation die promt, also nur zwei Wochen nach Antragstellung, genehmigt wurde. Weitere vier Wochen später fuhr ich auch schon los. Es ging nach Bad Doberan – Heiligendamm. Ich werde hier nun über meine Erfahrungen in der MEDIAN Klink Heiligendamm berichten:

Die Anreise nach Heiligendamm

Mit der Dampflok Molli in die Median Klinik Heiligendamm.
Mit der Dampflok Molli in die Median Klinik nach Heiligendamm.
Foto: Stephan MoselCC BY 2.0

Wer nicht mit dem Auto kommt, kommt halt mit der Bahn. Die deutsche Rentenversicherung zahlt die Bahntickets 2. Klasse nur bis Bad Doberan. Von dort aus hat man die Möglichkeit per Taxi, Bus oder mit der Dampflok „Molli“ nach Heiligendamm zu kommen. Ich empfehle letzteres, da das schon ein sehr nettes Erlebnis ist und die Median Klinik keine 100m vom Molli-Bahnhof entfernt ist. Wer mehr über die Mecklenburgische Bäderbahn Molli – Das Dampfzug-Erlebnis an der Ostseeküste – erfahren möchte, sollte die Seite der Betreiber-Fima besuchen: http://www.molli-bahn.de/

Das Umfeld der MEDIAN Klinik Heiligendamm

Ich kannte Heiligendamm (Bilder) aus den Medien, weil dort vom 6. – 8. Juni 2007 der G8-Gipfel statt fand. Also erkundete ich gleich nach Ankunft in der MEDIAN Klinik die Umgebung und erwartete ein gepflegtes Umfeld. Und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Heiligendamm ist sehr sauber und die Häuser sind schneeweiß. Was wahrscheinlich auch am Grand Hotel liegt das direkt neben der Klinik ist. Der Strand ist ca. 100m Luftlinie von der Klinik entfernt, jedoch nicht direkt erreichbar, da er vom Gelände des Grand Hotels versperrt bleibt. Man muss also erst um das Hotel und dessen Anwesen herumlaufen. Am Strand angekommen bemerkt man schnell, dass in Heiligendamm auch „der Hund begraben liegt“. An der Promenade gibt es außer der Seebrücke, einem Strand-Bistro (eher ein Imbiss), einem Eiscafé und einem Restaurant, das auch noch zum Grand Hotel gehört und deshalb „gepfefferte“ Preise hat, nichts besonderes. Nur im Bahnhofs-Restaurant der Molli fand ich es gemütlich und man konnte dort auch sehr gut Essen. Aber egal…..ich war ja hier um mich zu erholen. Dafür braucht man Ruhe und die kann man in Heiligendamm sehr gut finden. Außerdem kann man mit dem Fahrrad, das man sich in der Klinik ausleihen kann, in die nah gelegenen Orte Kühlungsborn, Börderende und Bad Doberan radeln, wenn man etwas erleben oder einkaufen möchte.

Die Unterkunft in der MEDIAN Klink Heiligendamm

Ich habe zwar keinen direkten Vergleich dazu wie es in anderen Kurhäusern oder Reha-Kliniken aussieht, aber ich muss sagen, dass die Median Klinik auf mich einen sehr guten Eindruck hinterlassen hat. Es ist alles saniert, nichts wirkt dreckig oder ist kaputt. Vielleicht vergleichbar mit einem deutschen 2 bis 3-Sterne Hotel. Auch die Zimmer sind ausreichend groß. Sie haben einen großen Kleiderschrank, einen abschließbaren Nachtschrank neben dem Bett, einen TV-Schrank mit dem gleichen Volumen wie der Nachtschrank und einen Schreibtisch mit Telefon. Die Beleuchtung der Zimmer lässt sich auch vom Bett aus steuern….sehr praktisch!Das Bett war, trotz meiner ersten Erwartungen, sehr bequem. Ich habe immer gut geschlafen. Das Badezimmer hat einen ganz normalen Standard. Die Dusche hat einen Vorhang aus PVC. Es gibt keine Duschwanne, so dass auch ältere Meschen keine Probleme beim Ein.- und Ausstieg bekommen. Die Toilette ist auch altersgerecht etwas höher angebracht. Das freundliche Reinigungspersonal kommt jeden Tag außer Sonntags und Feiertags. Am Montag und am Donnerstag werden die beiden Handtücher und das Badehandtuch getauscht. Alle elf Tage oder auf Wunsch, wichtig für Menschen die sich wegen Hautproblemen Abends eincremen müssen, wird das Bettzeug gewechselt. Gegen Gebühr kann man den Fernseher mit 53cm Bildschirmdiagonale nutzen.

Die Verpflegung

Den Speisesaal finde ich absolut OK. Einige Kurgäste berichteten, dass sie schon besseres aber auch schlechteres erlebt haben. Zum Frühstück und zum Abendbrot gibt es ein Buffet mit Brötchen und Brot. Normal und Vollkorn oder z. B. Schusterjungen. Dazu meist mehrere Salate, Wurst.- und Käsesorten. Zum Frühstück gibt es Kaffee, der in schier unbegrenzten Mengen zur Verfügung steht, Milch, Buttermilch, Säfte und verschiedene Sorten Tee. Zum Abendbrot gibt es nur eine Sorte Tee. Meistens Hagebuttentee. Das Mittagessen sollte man am Vortag auswählen. Sonst gibt es standardmäßig Vollwertkost-Menü 1. Zur Auswahl stehen meist fünf Gerichte: zwei mal Vollwertkost, zwei mal Diätkost und einmal vegetarische Kost. Das Mittagessen wird von dem wirklich sehr freundlichen Service-Personal, optisch immer lecker angerichtet, serviert. Naja… und über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten und bin da sicher nicht ganz leicht zufrieden zu stellen. Wirklich geschmeckt hat mir das Mittagessen in den drei Wochen nur zwei mal. Mir war es einfach zu fad, zu nüchtern. Das nicht salzige Salz auf dem Tisch hat daran leider auch nichts ändern können. Wer es gerne etwas pikanter mag, sollte sich vielleicht seine eigenen Gewürze mitbringen. Man kann es nun mal nicht jedem Recht machen.

Das MEDIAN Klinik-Personal

Über das Personal in der Klinik kann ich wirklich nur positives Berichten. Von der Rezeption über die Ärzte, die Schwestern, das Service-Personal in Speisesaal und Cafeteria bis hin zu den Reinigungskräften…..allen merkt man an, dass sie ihr Bestes geben und sie machen es alle gut. Es ist immer ein freundliches lächeln und „Hallo“ drin. Kompetenz und Hilfsbereitschaft sind immer zu spüren. Prädikat: sehr gut !!!

Die Therapie gegen die Psoriasis (Schuppenflechte)

Ich habe eine Kurzzeittherapie mit Dithranol erhalten. Dithranol, in den USA als Anthralin, in Deutschland als Cignolin bezeichnet, ist ein wichtiger Arzneistoff, der zur Behandlung der Schuppenflechte (Psoriasis) zur Verfügung steht. Er gehört chemisch zur Gruppe der Hydroxyanthrone. (Quelle: Wikipedia)
Dithranol verbrennt die Schuppenflechte, aber auch die gesunde Haut. Als Schuppenflechte-Patient wird man in der Median Klinik Heiligendamm morgens mit Dithranol behandelt. Die Dithranolsalbe wird, um die gesunde Haut zu schützen, mit Hilfe einer Zahnbürste auf die Schuppenflechte aufgetragen. Während der Einwirkzeit von 30 min, benutzt man den PSOR-Kamm, ein Kamm mit UV-Licht der das Licht direkt auf die Kopfhaut bringt. Nach der Einwirkzeit wischt bzw. tupft man die Dithranolsalbe mit Papiertüchern von den betroffenen Stellen. Danach wäscht man sich mit Hilfe eines Waschlappens und einer speziellen Waschlotion die Reste von der Haut. Danach sollte man sich unbedingt Sachen anziehen die man später nie wieder braucht, denn die restlichen Spuren der Dithranolsalbe hinterlassen hässliche, dunkle Flecken in der Kleidung die nie wieder zu entfernen sind! Danach sollte es sofort zum duschen gehen um auch wirklich alle Reste des Dithranols loszuwerden. Direkt nach der Dithranoltherapie (und dem Duschen) geht es meist für 12 Minuten in das Meerwasserbad was mit einer UV-Bestrahlung abgeschlossen wird. Diese Nachträgliche UV-Bestrahlung startete bei mir mit 9 Sekunden und wurde dann Schritt für Schritt auf 45 Sekunden gesteigert. Das klingt nach wenig UV-Bestrahlung, reichte aber am letzten Tag für eine leichte Errötung der Haut durch Sonnenbrand. Nach dem Meerwasser- und Sonnenbad geht´s noch einmal zur Schwester um die Haut mit Salben und Cremes zu pflegen. Dann gibt es Mittagessen :). Gegen Abend werden dann nochmals alle betroffenen Hautstellen mit einer entzündungshemmenden und pflegenden Salbe behandelt. Für den Kopf und den Rest des Körpers gibt es zwei verschiedene Salben. Die gesunde Haut wird mit einer Pflegecreme verwöhnt.

Für die Zeit zwischen diesen Anwendungen kann man am Tag der Erstuntersuchung noch andere gesundheitsfördernde Maßnahmen wie Nordic Walking, Klassische Massage, Entspannungsübungen oder die Raucher-Entwöhnung wählen. Ich hatte alle diese Angebote genutzt bzw. nutzen wollen, doch gerade die Raucher-Entwöhnug, die mir am wichtigsten war, blieb mir verwährt. Denn erst am letzten Tag vor meiner Abreise bekam ich den Termin für die erste von fünf Sitzungen. Obwohl ich des öfteren nach diesen Terminen fragte und sie mir versprochen wurden … schlechte Planung.

Das Ergebnis / Fazit:

Leider war für mich die Kur in der Median Klinik Heiligendamm umsonst, aber zum Glück kostenlos. Mein Hautbild hat sich in der Klinik sogar verschlechtert. Die Dithranoltherapie schlug bei mir leider nicht an. In der zweiten Behandlungswoche dachte ich eine Verbesserung des Hautbildes wahrzunehmen, doch in der dritten und letzten Woche kämpfte sich die Schuppenflechte wieder durch. Heute, eine Woche nach der Kur, habe ich die Psoriasis auf dem ganzen Kopf verteilt. Vor der Kur hatte ich nur zwei kleine, kaum sichtbare Stellen. Ich möchte hier niemanden entmutigen diese Kur zu machen, doch sollte man auch bewusst sein, dass auch sie nichts bewirken kann. Doch eines weis ich genau: Wenn ich mich selbst so intensiv, also morgens und abends und das täglich drei Wochen lang, mit meiner Daivonex- oder Daivobet-Salbe behandele, dann habe ich ein sehr gutes Hautbild. Leider lässt das der Alltag und die Lebensumstände nicht zu. Nun bin ich nur noch gespannt was meine Hautärztin, Frau Dr. Berendt, dazu sagt und wie es nun weitergeht.

Ich wünsche allen Patienten, die in die Median Klinik Heiligendamm fahren, alles Gute und eine gute Besserung!

Dieser Beitrag wurde uns freundlicherweise von Alexander Noack, Lexxy.de zur Verfügung gestellt.

Titelfoto©dirkvorderstrasse CC2.0

 

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