Venenerkrankungen – Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

In Deutschland leiden 25,8 Prozent der Frauen und 19,9 Prozent der Männer an einer Venenerkrankung. Insgesamt sind 23,3 Prozent der Bundesbürger in einem Alter zwischen 18 und 79 Jahren betroffen. Es gibt zwei verschiedene Arten: Zum einen chronische Formen, darunter beispielsweise Krampfadern, zum anderen akute Leiden wie Thrombose (Bildung eines Blutpfropfens) und Phlebitits (Venenentzündung).

Ursachen von Venenleiden

Sowohl die erbliche Veranlagung als auch ein höheres Alter zählen zu den häufigsten Ursachen von Venenerkrankungen. Untersuchungen haben ergeben, dass Kinder, deren beide Elternteile Krampfadern aufweisen, mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit gleichfalls im mittleren Lebensalter davon betroffen sind.

Zunehmendes Alter

Generell verliert unser Gewebe nach und nach an Elastizität. Dies gilt für die Haut ebenso wie für die Venen.

Übergewicht

Zu viele überschüssige Kilos können zur Entwicklung einer chronischen Venenerkrankung beitragen. Teilweise entsteht dadurch ein Bluthochdruck in den Beinvenen, der chronische Entzündungen hervorruft.

Zu wenig Bewegung

Langes Sitzen und Stehen kann zu Blutstaus führen, sodass der Rücktransport des Blutes durch die Venen zum Herzen gestört wird.

Typische Symptome

Es passiert häufig, dass von einem Venenleiden Betroffene die Symptome nicht selbst erkennen oder auch nicht beachten. An einen Arzt wenden sie sich erst, wenn starke Beeinträchtigungen auftauchen, die den Alltag beeinträchtigen. Je weiter die Erkrankung fortgeschritten ist, desto schwieriger ist jedoch die Behandlung. Zu den verschiedenen charakteristischen Anzeichen gehören:

  • angeschwollene Beine, die sich schwer und müde anfühlen
  • häufige Krämpfe in den Füßen oder Waden
  • Spannungsgefühl und Jucken in den Beinen
  • Beinschmerzen

Die jeweiligen Beschwerden sind oft abends am stärksten. In der Regel verbessern sie sich, wenn Patienten ihre Beine hochlegen.

Behandlungsmöglichkeiten

Tauchen erste Anzeichen einer Venenerkrankung auf, sollten Betroffene baldmöglichst zum Arzt gehen. Bestenfalls sucht man einen spezialisierten Mediziner auf, da die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten vielfältig sind. Eine professionelle Gefäßchirurgie in Mainz, Frankfurt, Berlin, München oder einer anderen Metropolregion mit ausgezeichneten Spezialisten ist hier die richtige Anlaufstelle.

Die jeweilige Behandlung richtet sich nach den Ergebnissen der Diagnostik. Besenreiser können verödet oder durch Lasertherapie entfernt werden. Bei Krampfadern gibt es zum Beispiel ein schmerzarmes und minimalinvasives Verfahren mittels Radiofrequenzgenerator. Sollte ein operativer Eingriff erforderlich sein, kann dieser in der Regel ambulant erfolgen. Liegt ein Ödem vor, verschreibt der Arzt entzündungshemmende Medikamente und Blutgerinnungshemmer. Ein operativer Eingriff ist bei schweren Thrombosen meist unumgänglich. In allen Stadien einer Venenerkrankung kommen außerdem Kompressionsstrümpfe zum Einsatz.

Verschiedene Stadien einer Venenerkrankung

Stadium 1: Besenreiter

Sie zählen zu den sichtbaren Erscheinungen und treten in der oberen Hautschicht in Form von fächerförmig angeordneten, kleineren Venen auf. Häufig werden Besenreiter von den Betroffenen unter Schönheitsfehler eingeordnet. Sie können jedoch erste Symptome für eine Venenerkrankung sein, besonders, wenn sie mit müden, schweren Beinen einhergehen.

Stadium 2: Krampfadern

Der fachliche Begriff lautet Varizen. Bei ihnen handelt es sich um krankhaft erweiterte Venen mit Knotenbildung sowie Verschlängelungen, die mit einer verhärteten Oberfläche einhergehen. Krampfadern entstehen durch nicht mehr dicht schließende Venenklappen. Blut sackt in die Beine zurück, ein Druck entsteht auf die Venenwände, der zu Entzündungen führt. Infolge dessen werden sie nach und nach durchlässig.

Stadium 3: Ödeme (Beinschwellungen)

In diesem Fall staut sich das Blut in den Venen und wird in unsere kleinsten Gefäße gedrückt. Dadurch ist der Sauerstoff- und Nährstoffaustausch eingeschränkt, das betreffende Gewebe alarmiert den Organismus durch die Aussendung von Botenstoffen. Der Körper mobilisiert deshalb Immunzellen, die eine Entzündung auslösen. Damit sie an den Ort des Geschehens gelangen können, weichen Zellen in den Venen auseinander. Dies führt ebenfalls zu einer Durchlässigkeit der Wände, wobei Flüssigkeit in das umliegende Gewebe gelangt, sich dort ansammelt und für die Anschwellung des Beines sorgt.

Stadium 4: Hautveränderungen

Sie begründen sich auf die Flüssigkeitsansammlungen im Bein. Durch das Austreten des Blutes in das Gewebe kann der rote Blutfarbstoff nicht ausreichend abgebaut werden. Es kommt zu Farbveränderungen, eine Rückbildung erfolgt nicht mehr. Daneben klagen Patienten oftmals über eine trockene, juckende Haut, die sich im Laufe der Zeit verdünnt. Dies ist ein Zeichen, dass die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung eingeschränkt ist, die Mikrozirkulation kommt zum Erliegen.

Stadium 5: Unterschenkelgeschwüre/offenes Bein

Durch die dauerhafte Unterversorgung der Haut dehnt sich die Beinentzündung immer weiter aus. Darüber hinaus sterben die Zellen nach und nach ab, die Haut wird rissig sowie dünn, wodurch ein Unterschenkelgeschwür bzw. offenes Bein entstehen kann.

 

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