Gemüse und Kräuter von Markt und Supermarkt sind besser als ihr Ruf

Gemüse und Kräuter von Markt und Supermarkt sind besser als ihr Ruf

Eine Studie der TU Berlin räumt mit dem Vorurteil auf, daß auf Balkonen gezogene Kräuter und selbstangebautes Gemüse im Supermarkt gekauften Produkten in jedem Fall  vorzuziehen seien. 

Besonders die in Grossstädten selbstproduzierten Lebensmittel enthalten nämlich oft bedenkliche Mengen an Schadstoffen wie Blei und Cadmium, zum Teil weit über EU-Grenzwerten. Man weiss ja oft gar nicht, was in gekaufter Ware von Märkten und Supermärkten enthalten ist. Von genmanipulierter Ware hört man viel. Und daß Obst und Gemüse gespritzt wird, damit es nicht von Insekten gefressen wird, weiß ja jede/r.  Appetitlich frisch aussehende Ware an Marktständen ist eher verdächtig. Wer weiss schliesslich, durch welchen Dünger oder welche Chemikalie das erreicht wurde?

So vertraut man eigentlich mehr dem in Hinterhof- oder Schrebergärten oder auf eigenem Balkon selbstangebauten Gemüse. Und man benutzt die Kräutern aus dem eigenen Kräutergarten. Schliesslich kann man  ja selbst in der Millionenstadt auf kleinstem Stück Raum notfalls auf dem Balkon an der Hauptverkehrsstraße sein eigener Bauer sein. Man benutzt ja keinen Kunstdünger. Und man manipuliert nicht an Genen. Also ist das selbstangebaute Gemüse und die eigenen Kräuter den auf Märkten zu kaufenden Produkten unbedingt vorzuziehen.

Bedenkliche Werte an Schadstoffen bei Kräutern und Gemüse vom Balkon

Genau mit diesen Vorurteilen räumt eine Studie der TU Berlin auf. Diese Studie kommt nämlich zu dem Ergebnis, dass Gemüse und Kräuter, was in Supermärkten oder den örtlichen Wochenmärkten zu kaufen ist, in der Regel gesund ist und unbedenklich verzehrbar. Es ist ja schliesslich fernab der Städte in ruhiger Landgegend mit wenig Strassenverkehr und in gesunder Luft gewachsen. Das ganz im Gegensatz zu so manchem auf grossstädtischem Balkon oder Hinterhofgarten angebauten Gemüse. Bei Untersuchungen zu der Studie wurde nämlich festgestellt, dass das grossstädtische selbstgezogene Gemüse wie Karotten, Kartoffeln und Kräuter wie Thymian und Minze überwiegend stark schadstoffbelastet ist und EU-Grenzwerte besonders bei den  Schwermetallen Blei und Cadmium deutlich überschritten werden.

Dabei muss das nicht sein. Das WDR-Fernsehen entnahm anläßlich einer Sendung zum Thema aus verschiedenen Anbaugegenden in der Millionenstadt Köln Stichproben von Petersilie und Minze. Diese Proben waren vergleichsweise zu den in Berlin genommenen Stichproben fast garnicht schadstoffhaltig  und daher unbedenklich verzehrbar.

Einfache Mittel verhelfen dem Selbstanbauer zu gesünderem Gemüse und Kräutern

Mit einfachen Mitteln und Vorsichtsmaßnahmen können also selbst in Millionenstädten Gemüse und auch Kräuter unbedenklich doch angebaut werden. Die Beete sollten dafür natürlich ein Stück von den Straßen mit all ihren Abgasen entfernt eingerichtet werden. Dazu/oder wenn das nicht möglich ist, können eventuell bauliche Veränderungen den Schmutz von der Straße fernhalten. Und sehr wirksam ist es, zwischen Straßen und Beeten Hecken zu pflanzen, die die von Autos und Industriebetrieben kontaminierte Luft filtern.

So haben sich z.B. die Kölner verhalten, deren Proben allesamt unbedenklich waren, weit unter EU-Grenzwerten. So kann jeder andere Grossstädter sich auch verhalten, wenn er auf Balkon und im Hinterhof Petersilie und Minze, Kartoffeln und Tomaten anbaut.

Text Ernst Käbisch

Foto © ICKH/CC0.0

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