Ätherische Öle – die besten DIY Pflegeprodukte

Ätherische Öle - die besten DIY Pflegeprodukte
Ätherische Öle - die besten DIY Pflegeprodukte

Ein toller Gastartikel von Dr. rer. nat. Annika Mix  – www.anysci.de

Ätherische Öle bieten weit mehr als nur einen angenehmen Duft. Sie enthalten unzählige sekundäre Pflanzenstoffe, deren unterschiedliche Wirksamkeit in zahlreichen Studien belegt werden konnte. Bei der Herstellung eigener Pflegeprodukte können ätherische Öle daher gezielt eingesetzt werden, um eine spezifische Wirksamkeit zu erzielen.

Viele Kosmetik- und Pflegeprodukte enthalten bedenkliche Zusatzstoffe wie Mineralöle, Parabene oder sogar Mikroplastik. Fertige Produkte ohne kritische Zusatzstoffe finden Sie in der Regel nur nach umfangreichem Studium der Inhaltsstoffe oder mit dem Kauf von zertifizierter Naturkosmetik, die oftmals sehr teuer ist. Die cleverste Lösung ist es sicherlich, Ihre eigenen Pflegeprodukte herzustellen, denn nur so haben Sie die absolute Kontrolle über die Inhaltsstoffe und sparen dabei bares Geld.

Bei der Herstellung eigener Pflege- und Kosmetikprodukte, wie zum Beispiel Lippenbalsam (Bio Lippenpflege selber herstellen), finden sich in den unterschiedlichsten Rezepten immer wieder Hinweise auf die Zugabe des einen oder anderen ätherischen Öles. Oftmals wird das Öl als angenehmer Duftstoff angepriesen und soll das fertige DIY Produkt individueller gestalten. Doch ätherische Öle bieten weit mehr als nur einen angenehmen Duft.

Ätherische Öle genauer betrachtet

Ätherische Öle werden von Pflanzen hergestellt und erfüllen dort wichtige Funktionen, wie zum Beispiel die Interaktion mit Insekten oder Schutz vor Krankheitserregern. Seitdem der Mensch technisch in der Lage ist ätherische Öle aus den verschiedensten Pflanzenteilen zu gewinnen, werden die konzentrierten Inhaltsstoffe naturmedizinisch verwendet. Die Tatsache, dass diese Entwicklung in sämtlichen Kulturen dieser Erde stattgefunden hat, spricht allein schon für die Wirksamkeit der ätherischen Öle. Seit den 1970er Jahren stieg außerdem zunehmend das Interesse der wissenschaftlichen Forschung, so dass aktuell etwa 2000 Studien jährlich veröffentlicht werden, die sich mit der Wirksamkeit oder Zusammensetzung von ätherischen Ölen befassen.

Der Anwendungsbereich von ätherischen Ölen reicht von stimmungsaufhellender Aromatherapie bis hin zur Krebsbehandlung (A New Eucalyptol-Rich Lavender, Essential Oil: Emerging Potential for Therapy against Inflammation and Cancer) und umfasst damit auch das große Spektrum von Kosmetik- und Pflegeprodukten. Somit können auch DIY Pflegeprodukte, die mit den richtigen ätherischen Ölen angereichert werden, von deren Wirkstoffen profitieren. Dabei entfaltet sich die Wirkung der Inhaltsstoffe sowohl über das Aroma, als auch direkt über die Hautoberfläche. Es ist allerdings sehr wichtig darauf zu achten, dass ätherische Öle in der Regeln nicht pur auf die Haut aufgetragen werden sollten, da die enthaltenen Terpene hautreizend wirken können.

Im Folgenden sollen 4 DIY Pflegeprodukte mit ätherischen Ölen vorgestellt werden.

1. Haar-Tonikum

Gesundes und volles Haar ist immer das Resultat einer gepflegten Kopfhaut. Einige ätherische Öle wirken sich besonders positiv auf die Kopfhaut aus, fördern die Durchblutung, regulieren die Talgproduktion und stimulieren die Haarfollikel. Auf diese Weise können sie auch den Haarwuchs natürlich und sanft stimulieren. Einige Studien (Randomized trial of aromatherapy. Successful treatment for alopecia areata) konnten außerdem belegen, dass unterschiedliche ätherische Öle gegen Alopecia Areata helfen, einer entzündlichen Erkrankung der Kopfhaut, bei der flächig Haar ausfällt. Die unterschiedlichen Mechanismen der einzelnen Öle tragen somit zu einem gesunden und vollen Haar bei.

Für das Haar-Tonikum werden etwa 5 Tropfen eines passenden ätherischen Öls in 5 ml Oliven– oder Jojobaöl gegeben. Anschließend wird es in die Kopfhaut einmassiert. Das Haar sollte hierbei gewaschen aber trocken sein. Nach einer Einwirkzeit von etwa 30 min kann das Tonikum mit einem milden Shampoo aus dem Haar gewaschen werden.

Ätherische Öle für ein Haar-Tonikum:

2. Gesichtsmaske mit ätherischen Ölen

Wenn die Gesichtshaut Probleme bereitet, stellt eine Gesichtsmaske eine intensive Pflegemaßnahme dar, um dieses Problem zügig in den Griff zu bekommen.Gesichtsmasken können regelmäßig angewendet werden und versprechen einen direkt spürbaren Effekt. Mit nur wenigen Zutaten können sie leicht selbst hergestellt werden.

Eine wirkungsvolle Rezeptur gegen Mittesser (Mitesser ohne Chemie natürlich behandeln – mit selbstgemachten Masken) mit Hilfe von Frucht- und Milchsäure wurde bereits vorgestellt. Eine weitere Möglichkeit zur Tiefenpflege der Gesichtshaut bietet eine Gesichtsmaske aus Kokosöl, Hönig, Hafermilch und einem passenden ätherischen Öl.

Das Grundrezept ist sehr simpel

  • Schritt 1: Erwärmen Sie 50 ml Kokosöl im Wasserbad ganz leicht, so dass es gerade schmilzt.
  • Schritt 2: Vermischen Sie es nun gründlich mit 5-10 Tropfen eines ätherischen Öls und lassen Sie es wieder abkühlen.
  • Schritt 3: Mischen Sie zu gleichen Teilen das aromatisierte Kokosöl mit Honig und Hafermilch und verrühren Sie es zu einer gleichmäßigen Masse.
  • Schritt 4: Verteilen Sie die Maske großzügig im Gesicht und lassen Sie sie für 20 min einwirken.
  • Schritt 5: Anschließend mit lauwarmem Wasser abspülen.

Ätherische Öle für eine Gesichtsmaske

  • Nelkenöl – wirkt stark antioxidativ und entfaltet eine Anti-Aging-Wirkung
  • Weihrauchöl – wirkt gegen Pickel und Unreinheiten
  • Kamillenöl – beruhigt gereizte Haut
  • Karottensamenöl – beruhigt strapazierte oder rissige Haut und unterstützt die Regeneration
  • Ylang Ylang Öl – wirkt feuchtigkeitsregulierend bei trockener oder sehr fettiger Haut
3. Massageöl

Eine Massage dient der Erholung der Muskulatur und der Seele, fördert die Durchblutung und regt den Stoffwechsel und die Regeneration an. Dabei lässt sich die rein mechanische Wirkung der Massage sehr gut mit den Wirkstoffen in ätherischen Ölen ergänzen. Auf diese Weise fällt eine Massage nicht nur in den Bereich Wellness, sondern kann auch gezielt zu therapeutischen Zwecken eingesetzt werden.

Das passende Öl für eine Massage ist sehr leicht herzustellen. Die Grundzutat ist ein qualitativ hochwertiges Basisöl. Das kann ein Olivenöl, Mandelöl, Jojobaöl, Kokosöl (Kokosöl anwenden – perfekt für Küche, Beauty und Gesundheit) oder Sesamöl sein. In dieses Öl werden, je nach Anwendung, verschiedene ätherische Öle gegeben. Die Dosierung liegt bei 10 bis 15 Tropfen pro 100 ml Basisöl. Das fertige Massageöl sollte kühl und dunkel aufbewahrt und innerhalb weniger Wochen aufgebraucht werden.

Ätherische Öle für ein Massageöl an

4. Bartöl

Bärte liegen im Trend und entsprechend groß ist auch das Angebot an Pflegeprodukten. Dabei ist es gar nicht nötig, ein teures Bartöl zu kaufen, dann es kann sehr einfach selbst hergestellt werden. Ein gutes Bartöl versorgt den Bart mit Nährstoffen, verleiht ihm Glanz und ein gesundes Aussehen. Der Bart wird weich und gut kämmbar, während gleichzeitig die darunterliegende Haut gepflegt wird, so dass Juckreiz oder Schuppenbildung reduziert werden.

Auch hier besteht die Rezeptur im Wesentlichen aus einem Basisöl, das lediglich mit einem entsprechendem ätherischen Öl angereichert wird. Da nur wenige Tropfen des Bartöls in den Bart gegeben werden, ist es ratsam, nicht mehr als 20 ml Bartöl zu mischen. Hierfür benötigen Sie etwa 5 bis 8 Tropfen eines ätherischen Öls.

Ätherische Öle für ein Bartöl

  • Teebaumöl – beruhigt die Haut und reduziert Juckreiz und Schuppenbildung
  • Rosmarinöl – reguliert die Talgproduktion der Haut und Stimuliert Haarwuchs
  • Geraniumöl – regt Haarwuchs an und stärkt das Haar
  • Ingweröl – regt die Durchblutung und Regeneration an
  • Limettenöl – wirkt erfrischend und aktivierend

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